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Hauen, beißen, schubsen - was können Eltern tun?

Shownotes

Was tun, wenn Kinder hauen, beißen oder schubsen? Viele Eltern stoßen hier an Grenzen – nicht nur im Alltag, sondern auch mit den gängigen Erziehungstipps. Die weitverbreitete Annahme, dass Kinder allein durch Liebe und Geborgenheit zu sozial kompetenten und guten Menschen heranwachsen ist eine rein philosophische Idee, ohne jegliche Evidenz. Es hat sich herausgestellt, dass sie nicht haltbar ist.

Kindliche Aggression ist normal – aber braucht Anleitung. Es ist Aufgabe von uns Eltern, unseren Kindern sozialverträgliches Verhalten aktiv beizubringen. Wir sprechen darüber, wie aggressives Verhalten entsteht und warum das bloße Setzen von Grenzen oft nicht hilft.

In dieser Folge zeigen wir, welche wissenschaftlich fundierten Erziehungswerkzeuge wirklich dabei helfen können, kindliche Aggressionen in den Griff zu bekommen – darunter moralische Geschichten und vieles mehr. Außerdem erklären wir, welche Mechanismen in scheinbar harmlosen Kinderserien – wie etwa im Spidey-Team – problematisch sein können, weil sie aggressives Verhalten bei Kindern unbewusst fördern.

Zusätzlich gibt’s Tipps, wie Eltern mit Druck aus dem sozialen Umfeld – zum Beispiel aus der Kita – umgehen können, wenn das eigene Kind sich aggressiv verhält.

Diese Folge macht deutlich: Sozialkompetenz ist kein Selbstläufer. Kinder brauchen mehr als gute Absichten – sie brauchen uns.

Falls ihr mehr darüber wissen möchtet: hier geht es zu Marlies Buch

verwendete Studien:
Henrich, J., Heine, S. J., & Norenzayan, A. (2010). The weirdest people in the world? Behavioral and Brain Sciences, 33(2/3), 61–135. https://doi.org/10.1017/S0140525X0999152X

Christen, M., Narvaez, D., & Gutzwiller-Helfenfinger, E. (2017). Comparing and integrating biological and cultural moral progress. Ethical Theory and Moral Practice, 20(1), S. 55–73. https://www.jstor.org/stable/44955487

Brown, D. E. (2004). Human universals, human nature & human culture. Daedalus, 133(4), 47-54. https://www.jstor.org/stable/20027944

Broom, T. W., Chavez, R. S., & Wagner, D. D. (2021). Becoming the King in the North: Identification with fictional characters is associated with greater self–other neural overlap. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 16(6), 541–551. https://doi.org/10.1093/scan/nsab021

Kobo, O., Yeshurun, Y., & Schonberg, T. (2024). Reward-related regions play a role in natural story comprehension. iScience, 27(6), 109844. https://doi.org/10.1016/j.isci.2024.109844

Lee, K., Talwar, V., McCarthy, A., Ross, I., Evans, A., & Arruda, C. (2014). Can classic moral stories promote honesty in children? Psychological Science, 25(8), 1630–1636. https://doi.org/10.1177/0956797614536401

Byrne, S., Linz, D., & Potter, W. J. (2009). A test of competing cognitive explanations for the boomerang effect in response to the deliberate disruption of media-induced aggression. Media Psychology, 12(3), 227–248. https://doi.org/10.1080/15213260903052265

Cingel, D. P., & Krcmar, M. (2019). Prosocial television, preschool children’s moral judgments, and moral reasoning: The role of social moral intuitions and perspective-taking. Communication Research, 46(3), 355–374. https://doi.org/10.1177/0093650217733846

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Transkript anzeigen

00:00:00: (Dynamische Musik)

00:00:01: Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von "Mutis die Beste".

00:00:10: Ich sitze hier wieder mit Marlis, wer hat das gedacht?

00:00:13: (Lachen)

00:00:14: Dieses Mal haben wir ein Thema.

00:00:17: Und dieses Mal bauen wir so ein bisschen auf das Thema vom letzten Mal auf.

00:00:20: Falls ihr es noch nicht gemacht habt,

00:00:22: hört einfach in die Folge noch mal rein,

00:00:25: weil wir wollten mit der Folge ...

00:00:26: Wie heißt die noch mal? Kindliche Aggressionen.

00:00:29: Genau. Wir wollten mit der Folge so ein bisschen ...

00:00:31: Nee, Wut. Kindliche Wut.

00:00:33: Dann starten wir mal voll rein,

00:00:36: weil in dieser Folge geht es um Hauenbeißen, Schubsen.

00:00:39: Oder generell kindlich.

00:00:40: Also, es ist einfach nur der Aufhänger

00:00:42: aus du kindlich aggressives Verhalten,

00:00:44: oder auch so irgendwie Haare reißen. - Ja.

00:00:47: Rausreißen.

00:00:48: Ja, alles, was euch dazu einfällt, genau was.

00:00:50: Wie man damit umgeht.

00:00:52: Also, ja, wie geht man damit um?

00:00:54: Das ist schon über die Frage, die ich mir stelle.

00:00:57: Ich glaub, was sich viele Eltern fragen,

00:00:59: die jetzt noch gar nicht vor dieser Situation stehen,

00:01:01: die ein Baby haben, ist halt die ...

00:01:03: Alle haben Angst davor, irgendwie ein Tyrann großzuziehen,

00:01:06: der halt gewalttätig ist.

00:01:08: Und deshalb stellen sich, glaub ich, alle diese Frage,

00:01:10: wie reagier ich dann richtig, wenn mein Kind damit anfängt?

00:01:14: Und was kann ich tun, damit das ...

00:01:16: quasi im Kailen mal stickt wird?

00:01:18: Also, wenn das Kind beispielsweise das erste Mal haut,

00:01:21: wie reagier ich richtig?

00:01:22: Was muss ich machen, dass mein Kind einfach das dann nicht mehr macht?

00:01:26: Ähm, also ...

00:01:28: Erstmal würde ich nur kurz sagen, dass Hauen wirklich komplett normal ist.

00:01:31: Wenn ihr ein Kind habt, was noch nie gehauen habt,

00:01:34: das ist auch normal, ich würde sagen, es ist nicht normal,

00:01:36: das wird ja manchmal in irgendwelchen Essios-Radgebern so angedeutet.

00:01:40: Wenn Kinder nicht hauen, liegt das schon auch daran,

00:01:43: dass die Eltern richtig streng sind.

00:01:45: Wo ich mir so denke ... I don't know.

00:01:47: Die hat diesen Traumatisiert und deshalb hauen die nicht.

00:01:50: Weil dein Kind aggressiv ist, dass nicht das alles sind.

00:01:52: Find ich manchmal schwierig.

00:01:54: Ich bin mir unsichert, wenn ihr denkt,

00:01:56: mein Kind hat jetzt noch nie gehauen, hat das Angst von mir,

00:01:59: muss ich jetzt zum Kinderarzt, was noch nicht gehauen hat.

00:02:02: Das ist so die gegenteilige Seite.

00:02:04: Wir wollen das und das Verhalten normalisieren.

00:02:06: Und tun dann aber so, als ob das ...

00:02:08: Anstatt so einen Zwischending zu finden und zu sagen,

00:02:11: es kann es geben und kann es nicht geben.

00:02:13: Und es ist alles davon okay. - Das bleibt es normal.

00:02:16: Und es ist kein Zeichen von guter Erziehung,

00:02:18: wenn ein Kind haut oder nicht haut.

00:02:20: Es ist auch so ein Ding von Kinder,

00:02:22: dass ihre Achriression und ihre Wut rauslassen.

00:02:24: Und dann die Eltern, die sind besonders sicher gebunden

00:02:27: und besonders, fühlt sich besonders bedingungslos geliebt.

00:02:30: Und dann steht da so ein Kind,

00:02:32: was sich auch bedingungslos geliebt führt.

00:02:34: Und ist so, aber ich liebe meine Eltern auch.

00:02:37: Und ich hau sie nicht. Und was sag ich jetzt?

00:02:39: Sie wissen, was ich meine, ne? - Ja.

00:02:41: Na ja, okay, auf jeden Fall will ich dann nur sagen,

00:02:43: dass das relativ normal ist, dass Kinder das mal machen.

00:02:46: Das kommt überall auf der Welt, in allen Kulturen vor.

00:02:50: Dass Kinder ihre Wut durch Aggression ausdrücken.

00:02:54: Und wenn euer Kind das macht, auch wenn es irgendwie das oft macht,

00:02:58: ist das erst mal nichts Außergewöhnliches.

00:03:02: Ja, das ist schon mal gut zu wissen.

00:03:04: Also, dass es auch nicht unbedingt ein Zeichen ist,

00:03:08: dass ich jetzt das falsch gemacht habe,

00:03:10: wenn mein Kind nicht einmal seine zweimal haut,

00:03:12: oder es halt gelegentlich macht, zumindest in einem bestimmten Alter.

00:03:16: Ja, voll. Also, ich würde sagen, dass es grundsätzlich so ist,

00:03:19: dass es im Kind halt haut, egal wie alt es ist,

00:03:21: dass es halt einfach noch nicht gelernt hat.

00:03:23: Und das kann schon auch ein Versäumniss sein von Seiten der Eltern.

00:03:27: Das ist so wie mit der Töpfchenfolge, ne?

00:03:29: Ich kann jetzt hier sagen, nee, das liegt alles nicht an euch,

00:03:33: und das kommt alles von alleine.

00:03:34: Und nur die Liebe macht euer Kind groß.

00:03:36: Also, euer Kind wird groß werden, euer Kind wird diese Sachen auch lernen.

00:03:40: Aber wenn ihr da gar nichts gegen macht,

00:03:43: dann wird es schon auch dazu führen,

00:03:45: dass euer Kind das nicht von euch lernt,

00:03:47: sondern zum Beispiel in der Schule dann oder so.

00:03:49: Und es kann so sein, dass wenn euer Kind haut oder ausrastet,

00:03:52: oder keine Ahnung, was, dass es halt eine Strafarbeit bekommt,

00:03:55: oder in der Kita auf die Bank gesetzt wird und so weiter.

00:03:58: Dieses Narrativ von "Ich muss meinem Kind nichts beibringen,

00:04:01: das kommt alles von alleine", das funktioniert nur,

00:04:03: weil wir in einer Gesellschaft leben,

00:04:05: die die Kindererziehung zum Teil hat mit übernimmt.

00:04:08: Ja, es wird ja auch immer gesagt,

00:04:10: ja, das ist so mangelnde Impulskontrolle.

00:04:12: Und man kann aber bei vielen Kindern auch einfach beobachten,

00:04:15: dass es halt nicht mangelnde Impulskontrolle ist.

00:04:18: Da ist es vielleicht noch mangelnde Impulskontrolle.

00:04:20: Aber da denke ich mir halt auch,

00:04:22: so dieses aggressive Verhalten muss ja auch erst mal

00:04:25: eine Handlungsoption geworden sein,

00:04:27: damit es überhaupt so diese Impulskontrolle braucht,

00:04:30: um das quasi zu unterdrücken.

00:04:33: Also diese Impulse müssen ja da sein.

00:04:35: Gut, das kann halt auch normal sein.

00:04:37: Aber das ist ja so ein bisschen die Prämisse,

00:04:39: dass, was du beschreibst, wenn man halt sagt,

00:04:41: ja, das ist alles in Ordnung, man muss gar nichts machen.

00:04:44: Das würde ja bedeuten, dass man sagt so,

00:04:46: na ja, die Entwicklung von unseren Kindern ist eh komplett festgelegt.

00:04:50: Und egal, was wir machen, das macht ja keinen Unterschied.

00:04:53: Deshalb müssen wir es quasi nur aussitzen.

00:04:55: Das ist voll das Paradox, dass man die ganze Zeit sagt,

00:04:58: ja, die frühe Kindheit ist entscheidend,

00:05:00: ihr müsst eine sichere Bindung und die Bedürfnisse

00:05:03: und selbstwirksamkeit bla bla bla.

00:05:05: Und gleichzeitig sagt, ja, es ist so negative Verhaltensweisen,

00:05:08: die passen ja die Genen von alleine weg.

00:05:10: Genau, das ist so voll seltsam.

00:05:12: Das ist halt übeswidersprüchlich, wenn man einerseits sagt so,

00:05:15: ja, wenn man mit den Kindern was ist, sind die wieder für verantwortlich.

00:05:19: Und andererseits sagt man halt, ja, da muss man nichts machen.

00:05:23: Als hätte man halt gar keinen Einfluss darauf.

00:05:25: Und dann sagt man auch so was wie Kinder,

00:05:27: die irgendwie ihre Wut an ihren Eltern auslassen,

00:05:29: die sind besonders sicher gebunden und fühlen sich bedingungslos geliebt.

00:05:32: Und auf der anderen Seite, na ja, wenn ein Kind haut,

00:05:34: dann ist das, hängt das auch meistens,

00:05:36: wenn es aggressives Verhalten in der Kita zeigt,

00:05:38: hängt das meistens mit einem Elternhaus zusammen,

00:05:41: in dem Kinder vernachlässigt und geschlagen werden.

00:05:43: Also, zu Hause ist es halt Sicherheit.

00:05:45: Und dann auf dem Spielplatz, wenn es ein anderes Kind haut,

00:05:48: dann ist es nicht so, dann sagt man ja auch nicht,

00:05:50: das Kind, das ist jetzt irgendwie, das fühlt sich hier besonders sicher.

00:05:53: Nee, nee, nee.

00:05:55: Aber wenn die Eltern, also sagen, guck mal,

00:05:57: die Eltern, denen ihre Kinder quasi zu Hause hauen,

00:06:01: die gehen in Rom und sagen, na ja, das ist halt besonders sichere Bindung.

00:06:04: Und wenn ihr eigenes Kind dann aber in der Kita

00:06:06: von einem anderen Kind gehauchen wird, heißt ja,

00:06:08: das Kind wird vernachlässigt und wird halt,

00:06:10: die Eltern sind wahrscheinlich aggressiv.

00:06:12: Die sind wahrscheinlich gewalttätig, die Eltern.

00:06:14: Ja, genau.

00:06:15: Aber zu Hause sagt man halt, das fühlt sich besonders sicher.

00:06:18: Deshalb zeigt das sich hier mit allen Facetten in der Kita,

00:06:21: wenn es das andere Kind ist, da denkt man ja auch nicht, ja, das Kind,

00:06:25: das fühlt sich besonders sicher an der Kita,

00:06:27: das zeigt sich da einfach mit allen Facetten,

00:06:29: das hat wunderbare Eltern. Da ist man gleich so, ja, das Kind ist

00:06:31: gewalttätig und hat bestimmt gewalttätige Eltern.

00:06:33: So, und vielleicht ist die einmal auf die Frage einfach,

00:06:35: dass es weder das eine noch das andere ist so.

00:06:37: Und ich glaube, das, also wirklich, ich, also, ich habe ja ein Buch geschrieben,

00:06:42: das kann ich jetzt ja ganz offiziell sagen.

00:06:44: Ja, stimmt, Sie haben das noch gar nicht in den Nouns,

00:06:46: in dem Podcast.

00:06:47: Ja, genau, das könnt ihr jetzt auch vorbestellen.

00:06:49: Das heißt, vorbildlich unperfekt Eltern sein

00:06:51: mit mehr Zuversicht und Selbstvertrauen.

00:06:53: Oder mehr Selbstvertrauen und Zuversicht, ich verdrehe das immer.

00:06:56: Aber auf jeden Fall.

00:06:57: Und auf jeden Fall ist es so, dass ich super viel recherchiert habe.

00:07:01: Und ich habe, also, mir ist aufgefangen,

00:07:03: dass in diesen ganzen gängigen Erziehungsratgebern

00:07:05: die Leute sich gerne immer wieder hin und her zitieren.

00:07:07: Das heißt, ich habe hier einen Tipp und den finde ich dann

00:07:09: bei dem und dem Auto auch ganz viele zitieren,

00:07:11: zum Beispiel auch Jesper Juhl, der niemanden zitiert hat,

00:07:15: auch wenn ich auch super.

00:07:17: Ja.

00:07:18: Aber egal, auf jeden Fall.

00:07:20: Ist mir halt aufgefallen, dass das so ist.

00:07:22: Und ich habe in meinem Buch halt ganz, ganz viel Wissenschaft,

00:07:25: einfach nur mit wissenschaftlichen Studien gearbeitet,

00:07:27: habe die mir durchgelesen, habe da Sachen rausgezogen,

00:07:30: habe auch ganz viele aktuelle Studien angeguckt,

00:07:33: die interkulturell auch sind, weil Psychologie,

00:07:36: also ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber mir ist es so,

00:07:39: mir war das die ganze Zeit klar und ich wusste irgendwie nicht,

00:07:42: dass es viele nicht wissen.

00:07:44: Also, und zwar ist es so, dass,

00:07:46: ich glaube, 96 Prozent oder über 90 Prozent der Studien,

00:07:50: die generell in der Psychologie oder über das Verhalten und so weiter,

00:07:55: oder generell, glaube ich, insgesamt gemacht werden,

00:07:58: also wie der Mensch denkt, wie der Mensch fühlt,

00:08:01: wie der Mensch sich verhält, wurden in den USA oder in Europa gemacht.

00:08:05: Also in westlichen europäischen Ländern.

00:08:07: Und damit ... - In westlichen Ländern.

00:08:10: Genau, und damit ...

00:08:12: Spiegelt ...

00:08:14: Ja, aber nicht auch nicht in, halt hier so Polen oder so was,

00:08:17: glaube ich, nicht, sondern eben halt nur westlich-europäisch.

00:08:21: Okay, ja. - Ja.

00:08:23: Und das spiegelt damit nur 12 Prozent der gesamten Bevölkerung wieder.

00:08:27: Also, die repräsentieren quasi nur 12 Prozent der gesamten Bevölkerung.

00:08:31: Erstens. Aber zweitens ist es auch so,

00:08:33: dass 86 Prozent der Studien in den USA gemacht wurden,

00:08:36: also die meisten nur in den USA.

00:08:38: Und das irgendwie, ich glaube auch wieder, über 70 Prozent,

00:08:41: also wahnsinnig hohe Zahlen, nur an Studierenden gemacht wurden,

00:08:45: die selber Psychologie studieren. - Ich glaub, 70 Prozent steht in deinem Buch.

00:08:49: Ja, ich glaube, 70 Prozent, ne?

00:08:51: Also quasi 70 Prozent der Daten, die man gesammelt hat,

00:08:55: kommen aus Menschen mit akademischem Hintergrund,

00:08:58: die dieses Fach auch noch studieren, also die Methoden kennen.

00:09:02: Und die wissen, was untersucht wird, die die Theorien kennen,

00:09:06: das nennt man dann auch kognitive Verzerrung.

00:09:08: Das bedeutet nicht, dass die diese Sachen verfälschen,

00:09:10: sondern dass sich ihre Wahrnehmung dementsprechend ändert

00:09:13: und dass sie halt dann auch andere Sachen angeben.

00:09:16: Und das wird uns als allgemeingültige Wahrheit präsentiert quasi.

00:09:19: Ja. - Und ich hab für mein Buch halt diese allgemeingültige Wahrheiten

00:09:23: alle hinterfragt, hab interkulturelle Studien angeguckt,

00:09:25: socioeconomisch, so und so weiter, weiß ich was ich meine.

00:09:28: Ja, und ... - Also, hast du quasi genau angeguckt,

00:09:32: was für was die Leute wurden untersucht,

00:09:34: wurden jetzt einfach nur mittelständische USA-Kinder untersucht,

00:09:39: oder in anderen Kulturen, oder halt wurde auch

00:09:41: der sozioeconomische Status irgendwie berücksichtigt?

00:09:45: Nein, ich hab vor allem auch Studien komplett rausgenommen,

00:09:49: die halt ... wo quasi eine allgemeingültige These genannt wurde,

00:09:52: und dann aber nicht interkulturell geguckt wurde.

00:09:55: Und zum Beispiel ist ja die Theory of Mind,

00:09:57: dass Kinder halt eben diese Impulskontrolle ...

00:10:00: Also, die Theory of Mind ist ja dieser Perspektivwechsel,

00:10:02: der wurde halt gesagt, das können lernen Kinder mit fünf Jahren,

00:10:05: ungefähr. Mit fünf oder sechs Jahren. - Ja, fünf oder sechs.

00:10:09: Und das gilt halt als allgemeingültig.

00:10:12: Und das ist auch so der Stand, den viele,

00:10:14: die jetzt bedürfnisorientierte Bücher zum Beispiel geschrieben haben,

00:10:17: noch so hatten. - Mhm.

00:10:19: Aber das stimmt nicht.

00:10:20: Also, gerade die Theory of Mind wurde in dieser Weird-Studie,

00:10:23: die können wir euch auch verlinken, auch überprüft.

00:10:26: Und es gibt halt Kulturen, in denen können Kinder schon mit zwei Jahren

00:10:29: die Perspektive übernehmen.

00:10:30: Es gibt Kulturen, in denen können die das erst mit acht.

00:10:33: Es sind halt dann besonders hierarchisch geprägte Kulturen,

00:10:36: wo es irgendwie gar nicht darum geht, um zu folgen quasi.

00:10:39: Und das liegt daran, dass sich das Gehirn halt einfach neuroplastisch

00:10:42: entwickelt. Also, von Anfang an, wir haben quasi so einen genetischen

00:10:45: Baustein, der ist bei jedem individuell,

00:10:48: aber wie die Teile dann verbaut werden,

00:10:50: das passiert halt aufgrund unserer Einflüsse,

00:10:52: Umwelteinflüsse, kulturellen Einflüsse und so weiter.

00:10:55: Wie so einen genetischen Bauplan, meinst du?

00:10:57: Ja, genau. - Du hast Bausteine gesagt.

00:10:59: Ja, gleich, aber der Bauplan ist bei jedem anders, je nach Kultur.

00:11:02: Ah, okay, also die Gene geben quasi die Bausteine vor.

00:11:05: Und wie das dann zusammengebaut wird,

00:11:08: wird dann durch Umwelteinflüsse und Erfahrungen quasi bestimmt ...

00:11:11: Ah, okay, ja.

00:11:13: Das heißt halt auch, wenn euer Kind halt quasi keine Impulskontrolle hat,

00:11:17: bei euch oder generell dann liegt es daran,

00:11:19: dass es nicht gelernt hat, aber das kommt nicht einfach so.

00:11:22: Weil davon ist man ja auch ausgeregt, es kommt irgendwie mit so und so

00:11:25: vier Jahren, aber das passiert halt nicht einfach so,

00:11:28: dass man sich so ein bisschen über den Weg hat.

00:11:30: Okay, ja, das ist mega spannend.

00:11:32: Und dann ist natürlich die Frage so,

00:11:34: wie können wir unseren Kindern das beibringen?

00:11:36: Also, diese Frage ist ja auch der Schlüssel zu,

00:11:39: was können wir quasi gegenaggressives Verhalten tun?

00:11:42: Wie können wir uns halten, wenn sich das Kind so oder so verhält?

00:11:45: Genau, also, was können wir tun, damit das Kind das lernen kann?

00:11:48: Am besten halt einfach aktiv Perspektivwechsel beibringen,

00:11:52: zwei Schritten, also einmal beibringen,

00:11:54: die Wut aus einer anderen Perspektive zu betrachten,

00:11:57: weil ich glaube, das ist ein Problem,

00:11:59: dass ganz viele Kinder haben, die wissen schon,

00:12:01: ich tue mit meinen Eltern damit weh,

00:12:02: aber in dem Moment will ich das irgendwie auch,

00:12:05: weil ich halt so wütend bin.

00:12:06: Ja, das ist halt vielleicht auch einfach so dieser bestrafen Gedanke,

00:12:09: der sich dann auch bei Kindern etabliert hat.

00:12:12: Ich glaube, das passiert doch ziemlich schnell,

00:12:14: ziemlich unweigerlich, weil ...

00:12:16: Ich hole jetzt ein bisschen aus, aber das passt halt auch gerade

00:12:18: zu dieser Thematik, auch gerade bei Hau- und Weißen-Schrubsen.

00:12:21: Dann liest man in den Gängen Gratgebern,

00:12:24: man stellt das als Familienregel auf,

00:12:26: oder man sagt "Stop".

00:12:28: So, und es wird halt nicht gesagt,

00:12:30: was ist einfach, wenn das Kind das Stopp übergeht.

00:12:33: Ja, genau.

00:12:34: Oder wenn man sagt, ja, das ist eine Familienregel,

00:12:37: und das Kind das trotzdem macht,

00:12:39: sondern bleiben einfach keine Handlungsoptionen mehr.

00:12:41: Und wenn keine Handlungsoptionen mehr da sind,

00:12:44: bei einem Verhalten, was halt so kritisch ist,

00:12:48: wie halt dieses kindliche, aggressive Verhalten,

00:12:51: dann werden Eltern hilflos, und wenn Eltern hilflos werden,

00:12:54: dann fangen sie an, in den allerbesten Fällen

00:12:57: irgendwas zu tun

00:12:59: und fallen halt in alte Handlungsmuster hinein,

00:13:03: die halt so bestrafenmäßig sind.

00:13:05: Also, sie wissen halt nicht, was sie machen sollen,

00:13:08: und bestrafen dann halt doch, und schimpfen doch.

00:13:10: Und das kann man halt nicht nur, also das passiert ja nicht nur

00:13:13: in Bezug auf Hau- und Weißen-Schrubsen,

00:13:15: sondern eigentlich bei allen Sachen.

00:13:17: Wenn Eltern hilflos werden, keine Handlungsoptionen mehr haben,

00:13:20: dann bestrafen sie eben doch.

00:13:21: So, und das passiert uns allen.

00:13:23: Also wirklich allen. - Ja, glaub ich.

00:13:25: Und daher lernen Kinder das auch einfach mit diesen bestrafen.

00:13:28: Ich glaub, wenn die das halt gelernt haben mit diesem bestrafen,

00:13:31: fangen sie dann auch irgendwann an, wenn man dann Stopp sagt,

00:13:34: und die aber wütend sind, sich zu denken,

00:13:37: ja, ich bestrafe dich jetzt aber, mir ist dein Stoppscheiß egal.

00:13:40: Also selbst wenn jetzt, für selbst,

00:13:42: wenn es jetzt aus irgendeinem Grundeltern gibt,

00:13:44: die noch nie irgendwie bestraft haben,

00:13:46: unsere ganze Gesellschaft ist ja schon auch darauf auf.

00:13:49: Also unsere Gesellschaft baut ja schon auch darauf auf.

00:13:52: Selbst wenn ihr irgendwie einfach nur über einen Blitzer fahrt

00:13:55: und dann gebitzt werdet und ein Strafzettel bekommt,

00:13:58: solche Sachen kriegen eure Kinder ja auch mit diesen ja nicht blöd.

00:14:01: Das ist unwahrscheinlich, dass Kinder das Konzept von Bestrafung

00:14:05: einfach nicht lernen in unserer Gesellschaft.

00:14:07: Deshalb, also, und bestrafen ist kein effektiver Weg,

00:14:10: außer ihr wollt eure Kinder verprügeln,

00:14:12: weil dann haben sie wirklich einfach Angst davor.

00:14:14: Und also euch quasi, ich hoffe, das nimmt jetzt niemand mit,

00:14:18: so als Handlungsoption.

00:14:19: Aber das ist halt, also das auch der Grund,

00:14:22: warum es wirklich nicht funktioniert, zu sagen, nein, stopp.

00:14:25: Weil euer Kind hat halt keine Angst vor euch.

00:14:28: Punkt, es ist einfach so.

00:14:30: Das ist auch immer nicht ... - Nein, das ist nicht die Wahrheit.

00:14:33: Ich glaube, das ist wirklich nicht das Kinder in solchen ...

00:14:36: Warum sollte man denn Angst vor ...

00:14:38: Wenn man das mit Absicht macht quasi.

00:14:40: Warum sollte man dann aufhören, wenn jemand sagt, nein, stopp.

00:14:43: Und dann irgendwie auch mit diesem Schimpfen und so,

00:14:46: hattest du Angst vor deinen Eltern, wenn sie mit ihr geschimpft haben?

00:14:49: Nein.

00:14:51: Vielleicht hat es mich auch wütend gemacht.

00:14:53: Ich glaub, mich hat es sehr traurig gemacht.

00:14:55: Aber ich hatte nie Angst vor meinen Eltern.

00:14:58: Ich hab mich immer nur unfair behandelt gefühlt.

00:15:01: Und ich glaube, wenn man halt so grundsätzlich

00:15:03: komplett gewaltfrei aufgezogen wird,

00:15:05: dann hat man auch wirklich keine Angst vor seinen Eltern,

00:15:08: wenn die schimpfen, sondern es ist eher so ein Gefühl von,

00:15:12: ja, okay, ich bin jetzt traurig, oder auch von Wut,

00:15:14: ja, ihr könnt mir gar nichts sagenmäßig.

00:15:16: Und deshalb ist Schimpfen halt auch sinnlos.

00:15:19: Eigentlich würde ich euch empfehlen,

00:15:21: wenn euer Kind euch haut, gar nichts dazu zu sagen,

00:15:24: sondern einfach nur entweder den Raum zu verlassen

00:15:27: oder halt einfach die Hände von eurem Kind festhalten.

00:15:31: Versucht einfach euch so ruhig und langsam wie möglich zu bewegen.

00:15:36: Und wenn euer Kind halt wirklich auf euch losgeht,

00:15:38: also manchmal rennen die einen hinterher

00:15:40: und wollen einen wirklich quasi verpügeln, den Einführungszeichen.

00:15:44: Also, um Kind deshalb ist es nicht ganz so schlimm.

00:15:46: Aber es tut ja eigentlich auch nicht weh, oder?

00:15:49: Wenn wir ein Hauen oder so,

00:15:50: ich finde, ab einem gewissen Alter tut es sicher wie,

00:15:53: aber wenn die noch so klein sind, die versuchen,

00:15:55: ich glaube, die wissen das schon auch, die hauen nicht richtig zu.

00:15:59: Ich glaube, dass man so wütend wird und so weniger daran,

00:16:02: dass es weh tut, als dass man sich un,

00:16:04: dass es einfach eine Grenzüberschreitung ist.

00:16:06: Ja, es ist eine Grenzüberschreitung, aber eben, wenn das Kind,

00:16:09: also ich stelle mir das so vor, irgendwie in der Entwicklung,

00:16:13: das Kind probiert das Verhalten vielleicht mal aus,

00:16:15: weil es irgendwo gesehen hat oder so,

00:16:17: ich hatte in der Schule eine Situation gehabt.

00:16:20: Ich hab halt immer so, keine Ahnung, Fernsehen gesehen,

00:16:22: so dieses, mit der Faust schlagen hab ich irgendwann

00:16:25: meinen Mitschüler einfach ins Gesicht geschlagen.

00:16:28: Aber es war so random und mein Gedanke war bloß so,

00:16:31: ja, ich will halt wissen, wie das ist.

00:16:33: Das war bei mir auch so. - Ja.

00:16:34: Das hab ich auch in meinem Buch geschrieben.

00:16:37: Ich hatte genauso eine Situation, ich war nämlich,

00:16:39: also ich war in der Outlaw und da war so ein Junge,

00:16:41: der hat mich die ganze Zeit geärgert auch schon eh öfter.

00:16:44: Und ich hab in Filmen immer gesehen,

00:16:46: dass die Leute falsch machen und dass Männer danach so,

00:16:49: oh ja, es tut mir so leid und du hast zu rechten,

00:16:51: ist ich sind. - Ja.

00:16:52: Und dann hab ich ihn einfach eine Urfall gegeben.

00:16:55: Und dann hat der Übelz angefangen zu weinen

00:16:57: und meinte irgendwie, du spinnst doch oder so.

00:16:59: Und ich hab mich als so Übelz geschämt dann und war so,

00:17:02: also ich hab so gesagt so, nee, du hast das verdient.

00:17:05: Und dann war es aber trotzdem so, okay, ich mach das nie wieder.

00:17:08: Also das war sofort klar, ich werde das nie wieder machen.

00:17:11: Und ich war aber auch voll irritiert davon,

00:17:13: dass er sich anders verhalten hat als die in den Filmen.

00:17:16: Und wie sieht das, dass man das macht?

00:17:18: Äh, das ausprobieren oder? - Ja.

00:17:21: Ja, woran liegt das?

00:17:22: Ähm, wenn wir im Gehirn ...

00:17:25: Wenn wir im Fernsehen ...

00:17:27: Wenn wir im ...

00:17:30: Also wenn wir in Medien, also egal, ob's eigentlich in Geschichten,

00:17:33: also egal, ob's jetzt Fernsehen ist, Bücher oder so,

00:17:35: wenn wir uns damit einen bestimmten Charakter identifizieren können,

00:17:39: dann aktiviert das in unserem Gehirn dieselben Bereiche,

00:17:42: wie wenn wir über uns selbst nachdenken.

00:17:44: Das heißt, wir erweitern unser Selbstkonzept

00:17:46: um diesen fiktiven Charakter.

00:17:48: Ja, sehr spannend. - Ja.

00:17:50: Und jetzt verstehe ich die Verbindung auch besser,

00:17:53: die bestimmte Serien bei unseren Kindern hatten.

00:17:57: Da muss ich ehrlich sein, dass er getotteilsinn.

00:18:00: Ähm, spannend.

00:18:01: Ja, und ...

00:18:02: Also ich stell mir so vor,

00:18:04: als irgendwann ein Kind das halt ausprobiert

00:18:07: und dann irgendwie guckt, was hat das für einen Effekt.

00:18:10: Und das dann halt, also es wird halt irgendwann

00:18:13: so eine Handlungsoption, deshalb meinte ich ja auch so dieses,

00:18:15: man sagt ja mal Impulskontrolle,

00:18:17: aber damit Impulskontrolle nötig ist,

00:18:20: um dieses aggressive Verhalten irgendwie zu unterbinden,

00:18:24: muss das aggressive Verhalten überhaupt eine Handlungsoption sein,

00:18:27: dass es überhaupt kontrolliert werden muss.

00:18:29: Und dann gibt's, denke ich, so eine Stufe, wo's halt so Impulse sind,

00:18:33: die die Kinder halt vielleicht nicht unterdrücken können,

00:18:35: dass sie's dann einfach machen.

00:18:37: Aber wenn das dann weitergeht,

00:18:39: das kann man, glaub ich, bei vielen Kindern beobachten,

00:18:42: eine richtige Handlungsstrategie,

00:18:44: also eine richtige Strategie geworden ist,

00:18:46: ein richtiges Verhalten zum Muster,

00:18:48: mit denen die versuchen, irgendwas zu bewirken.

00:18:51: Und wenn das halt der Fall ist,

00:18:53: wenn die halt irgendwie das als Handlungsstrategie haben,

00:18:56: dann glaube ich, dass ein Stopp ...

00:18:58: einfach überhaupt nichts mehr bringt oder zu sagen,

00:19:01: das ist jetzt regeln.

00:19:02: Wenn es dann so weit ist, dass es eine Strategie ist,

00:19:05: muss diese Strategie ja quasi wieder ...

00:19:07: entleernt werden.

00:19:09: Und ich glaube halt, dieses erst mal ...

00:19:11: nicht drauf eingehen ist halt ...

00:19:13: vor allem hilfreich, weil Kinder, die das machen,

00:19:18: erst mal ausprobieren oder halt auch machen,

00:19:21: weil es schon Handlungsoptionen ist,

00:19:24: ja, irgendeinen Effekt damit erzielen wollen.

00:19:26: Die wollen ja irgendwas damit erreichen.

00:19:28: Und wenn sie merken, okay, es passiert gar nichts,

00:19:31: ich kann halt nichts damit erreichen,

00:19:33: dann ist das schon mal eine ganz gute Voraussetzung.

00:19:36: Es kann sein, dass euer Kind haut, weil es auf dem Spielplatz saß

00:19:39: ein Kind das andere gehauen hat,

00:19:41: und dann die Schaufel haben konnte, die das andere Kind hatte.

00:19:44: Und dann hat das Kind gesehen,

00:19:46: ahauen ist mit einem positiven Ergebnis verbunden,

00:19:48: nämlich ich kriege eine Schaufel.

00:19:50: Und das kann sein, dass das Kind dann einfach ausprobiert,

00:19:53: oder es ist sehr wahrscheinlich, dass das Kind dieses Verhalten

00:19:56: ausprobiert, weil im Endeffekt machen unsere Kinder

00:19:58: in den ersten Lebensrang nichts anderes,

00:20:00: sie probieren einfach aus, und das ist das,

00:20:02: was auch mit Grenzentesten von konservit- und konservative Seite

00:20:05: immer gemeint wird.

00:20:07: Das heißt, wenn sie sich properativ verhalten,

00:20:09: machen sie im Endeffekt auch nichts anderes als Grenzentesten,

00:20:12: weil sie testen einfach ihr Verhalten.

00:20:14: Sie wollen wissen, führt dieses Verhalten

00:20:16: immer wieder zu dem gleichen sozialen Feedback.

00:20:19: Und wenn ein Kind jetzt sieht, wie ein anderes Kind gehauen wird,

00:20:23: und dann sieht das ein Kind ein Vorteil davon hat,

00:20:27: wenn es gehauen hat, dann will ich ausprobieren,

00:20:29: ob es selber auch diesen Vorteil hat.

00:20:32: Und wenn ihr euch überlegt, in welchen Situationen Kinder hauen,

00:20:35: und es ist immer in Situationen, in denen die irgendwie was wollen,

00:20:38: die machen das einfach random willkürlich,

00:20:40: bewegen sie ihre Hand und dann haben sie auf einmal gehaunt,

00:20:43: das glaube ich nicht.

00:20:44: Ich glaube, da rechnen wir Kindern irgendwie zu wenig.

00:20:46: Vielleicht, dass Baby das so macht, aber als Kleinkind schon nicht mehr.

00:20:50: Eigentlich machen Babys auch gezielte Bewegungen so.

00:20:53: Ich würde jetzt nicht sagen, dass die einen bösen Willen haben,

00:20:56: aber die probieren einfach aus.

00:20:57: Ich finde halt, dass man da Kinder nicht gerecht wird,

00:21:00: wenn man sagt, die sind von Grund auf unschuldig,

00:21:02: die sind rein und unbefleckt.

00:21:05: Und random.

00:21:07: Genau, und dann auch noch so ...

00:21:08: Sie ist unmündig quasi auch so.

00:21:10: Ja, und auf jeden Fall ...

00:21:12: ist es dann wichtig, dass dieses soziale Feedback eben,

00:21:16: wenn ich komm, mit dem hier keinen Erfolg quasi,

00:21:20: und wenn ich sage, stopp, und mein Kind haut, weiter,

00:21:24: obwohl ich gesagt habe, stopp, weil das ist ja möglich,

00:21:27: dann aktiviert das halt das Belohnungszentrum im Gehirn,

00:21:30: ist ja logisch, weil ...

00:21:32: Ich habe mich darüber hinweggesetzt.

00:21:34: Genau, du hast gesagt stopp, aber ich habe trotzdem gewonnen.

00:21:36: Ich habe nicht das gemacht, was du gesagt hast.

00:21:39: Ja, und ich glaube, deshalb ist für viele Eltern

00:21:41: dann eben die andere Strategie ...

00:21:44: in irgendeiner Weise zu bestrafen.

00:21:46: Und ich glaube, dass Eltern, die dann irgendeiner Form gewollt werden,

00:21:50: auch nur leicht emotionale Gewalt oder was weiß ich, anschreien oder so,

00:21:55: das ist trotzdem so ...

00:21:56: Also, ich merke das bei mir, es gibt halt so einen kleinen Moment,

00:22:00: wo man im Gehirn so richtig so bestrafen sagt.

00:22:02: Und dann geht das los mit dem Bestrafen.

00:22:04: Und ich glaube, viele hoffen sich davon auch,

00:22:07: wenn ich da jetzt bestrafe, dann ist es ja keine Belohnung für das Kind,

00:22:10: da würde es das ja nicht mehr machen.

00:22:12: Aber was passiert denn, wenn das Kind sich so fällt,

00:22:15: und ich es dann bestrafe?

00:22:16: Ja, dasselbe. Also, das Kind lernt ja schon wieder,

00:22:19: dass ich quasi diesmal lerne, das ist ja dann explizit von mir.

00:22:22: Wenn ich Grenzen durchsetzen will, dann eben mit Gewalt.

00:22:25: Es ist so wie bei Michaeline Ducleff,

00:22:27: die hat ja irgendwie geschrieben,

00:22:29: das ist gleich mehr ganz zusammen,

00:22:31: aber dass man das Verhalten von dem Kind anerkennt,

00:22:34: quasi bestätigt, wir verhalten uns so.

00:22:36: Und das mit dem Kind dann übt dadurch,

00:22:38: dass man das mit dem zusammen macht.

00:22:39: Das weiß ich gar nicht mehr, aber ja, das ergibt total Sinn.

00:22:43: Ja, voll. Also, ich denke auch, ich denke vor allem,

00:22:45: dass das Kind halt einfach dann wieder nicht gelernt hat,

00:22:48: die Wut zu verarbeiten, sondern halt,

00:22:50: die dann allerhöchstens in dem Moment unterdrückt,

00:22:52: wobei ich muss sagen, wenn wir die Kinder oder wenn uns

00:22:55: unser Kind mal gehauen hat und wir angeschrien haben,

00:22:58: dann hat man auch nichts gemacht.

00:23:00: Was hat dann wirklich irgendwie aufgehört hat,

00:23:02: war, wenn wir dann halt mal echt irgendwie das Kind weggeschubst haben.

00:23:06: Und das ist ja einfach nicht okay.

00:23:08: Das sollte man ja einfach wirklich nicht machen.

00:23:10: Und wir waren halt immer so hilflos, weil wir nicht wussten,

00:23:13: hey, was sollen wir machen?

00:23:15: Und bei uns haben zwei Dinge geholfen, die will ich euch jetzt mitgeben.

00:23:19: Und zwar haben wir zum einen ein Kind beigebracht,

00:23:21: wie man die Wut eben verarbeitet.

00:23:23: Und zum anderen viel am Perspektivwechsel gearbeitet.

00:23:26: Und das ist das, was für eine Person ist, die gehauen wird.

00:23:29: Ja, viele versuchen das ja, glaube ich, dann sozusagen,

00:23:33: ja, du hast mich gehauen, jetzt bin ich ganz traurig.

00:23:37: Nee, das soll man ja nicht sagen.

00:23:39: Die wir dürfen es orientiert Leute sagen,

00:23:41: ja, man soll nicht sagen, ich bin traurig,

00:23:43: weil das ist ja emotionale Erpressung.

00:23:45: Sorry, aber Menschen müssen empathisch sein.

00:23:48: Vor allem auch dieses, das ist ja sowas Dummes.

00:23:50: Ja, wir akzeptieren alle Gefühle von unserem Kind

00:23:52: und unser Kind darf alle Gefühle fühlen,

00:23:55: wie wir wachsen und nicht, wir dürfen nicht traurig sein,

00:23:57: wenn unser Kind uns haut.

00:23:58: Sorry, aber es ist nicht schön gehauen zu werden.

00:24:01: Und man, deswegen werde ich nicht traurig,

00:24:03: aber wenn mein Kind Oma haut oder wenn mein Kind

00:24:05: seine beste Freundin haut, dann wird die schon traurig.

00:24:08: Sollte sein Kind lernen, Punkt, finde ich.

00:24:10: Ja, voll. Ja, natürlich.

00:24:12: Es ist ja halt auch immer so,

00:24:14: wir sollten andere nicht für unsere Emotionen verantwortlich machen,

00:24:18: aber gleichzeitig sollten wir uns alle auch so verhalten,

00:24:21: dass wir uns nicht schlecht gegen einen Beandern verhalten,

00:24:24: dass wir nicht wehtun und so.

00:24:26: Voll. Und vor allem ist es auch einfach so,

00:24:29: wenn dir eine Person explizit sagt, das will ich nicht,

00:24:32: dass du das machst, dann jedes Mal, wenn du das trotzdem machst,

00:24:35: verletzt du die Person emotional und körperlich.

00:24:38: Es ist einfach nicht okay. - Das fühlt sich ja auch so an.

00:24:41: Es gibt einfach Verhaltensweisen, die sind nicht tolerierbar,

00:24:44: dazu gehört Gewalt.

00:24:45: Es ist auch egal, ob die Person nachwütend wird oder traurig,

00:24:48: enttäuscht oder in den Gefühlen verletzt ist

00:24:50: oder keine Lust hat mehr mit quasi ...

00:24:53: dass die andere Person dich traurig macht,

00:24:55: das ist irgendwie greifbar, das ist was auslöst quasi.

00:24:59: Und gleichzeitig ist es aber nicht so,

00:25:01: die andere Person macht dich wütend und schlägt dich zurück,

00:25:04: dass du dann nur noch so ein aggressives Szenario zeichnest,

00:25:07: was ja irgendwie noch viel blöder ist, was ich meine.

00:25:10: Krügelai. - Ja, genau.

00:25:12: Hinten und her.

00:25:13: Es gibt ja auch total viele verschiedene Reaktionen,

00:25:16: wenn man körperlich angegriffen wird.

00:25:18: Also, ich glaube, viele Kinder reagieren auch sehr unterschiedlich.

00:25:22: Und es ist vielleicht schon so ...

00:25:24: von Krügelai zu, das Kind ist vollkommen schittert

00:25:27: und wenigstens mit dem anderen Kind zu tun haben.

00:25:30: Oder Angst, ja. - Ja.

00:25:31: Ich hab mich jetzt gefragt, so wie machen wir das dann am besten,

00:25:35: den Kindern diesen Pestotip-Wechse beizubringen?

00:25:38: Also, sollte ich mich mit den Kindern hinsetzen?

00:25:41: Wahrscheinlich genau in der Situation nicht,

00:25:43: wenn das Kind wütend ist, sondern ...

00:25:45: da ist es ja dann erst mal wichtig,

00:25:48: diese Emotionen ausklingen zu lassen.

00:25:50: Und dann könnte man vielleicht ein bisschen ...

00:25:52: diese Situation einfach zu beenden,

00:25:55: dass dem Kind die Möglichkeit geben,

00:25:57: diese Emotionen zu verarbeiten.

00:25:59: Und dann könnte man ja danach zu dem Kind hingehen und sagen,

00:26:02: ja, du hast mich gehauen, das hat mich ziemlich traurig gemacht.

00:26:06: Ist das eine gute Variante?

00:26:08: Kann man schon machen, aber ich würd's nicht so machen.

00:26:11: Also, ich würde in dem Moment, wie du auch schon gesagt hast,

00:26:14: eine Gefühle begleiten, Folge anhören, Wut verarbeiten,

00:26:17: Folge anhören einfach ruhig bleiben.

00:26:19: Wenn mein Kind jetzt wirklich aggressiv ist,

00:26:22: würde ich mich im Badezimmer einschließen.

00:26:24: Ich würde eine räumliche Trennung schaffen.

00:26:27: Das ist mir dann auch egal, wie wütend das Kind ist.

00:26:30: Das ist nicht meine Aufgabe, mein Kind zu begleiten,

00:26:32: wenn es mich gerade verprügeln will.

00:26:34: Sie macht auch wirklich keinen ...

00:26:37: nimmst du keinen Blattfauen-Mund, ich find's schwarz,

00:26:39: nicht beim Kind zu bleiben, dass euch gerade schlägt.

00:26:42: Wenn das nicht aufhört, euch zu schlagen,

00:26:44: obwohl ihr ruhig bleibt, dann geht bitte weg,

00:26:47: auch wenn's euch beißt.

00:26:49: Das ist keine Form von Gewalt,

00:26:50: wenn ihr da eine räumliche Trennung macht und sagt so,

00:26:53: okay, du bist jetzt hier und ich geh jetzt hierhin,

00:26:56: um mich selber zu schützen.

00:26:58: Das ist nicht traumatisch für euer Kind.

00:27:00: Das ist einfach nur eine ganz klare Grenzsetzung,

00:27:03: indem ihr euch räumlich trennt.

00:27:04: Das ist eine Grenzsetzung ohne große Worte oder ohne ...

00:27:08: Das geht ja auch schon.

00:27:09: Das ist natürlich keine natürliche Konsequenz,

00:27:12: wie wenn ich ein Blatt lossache, fällt's auf den Boden.

00:27:15: Aber es ist in dem Sinne eine absolut nachvollziehbare,

00:27:18: wenn ihr rauskommt, dann geh ich weg.

00:27:21: Dann bring ich mich von ihr Hauen lassen.

00:27:23: Ja.

00:27:24: Da müsst ihr auch kein schlechtes Gewissen haben.

00:27:27: Ihr signalisiert, ihr müsst das auch nicht ankündigen,

00:27:29: sagt, wenn du mich noch mal rausgehe,

00:27:32: ihr macht das einfach Konsequenzen ohne Ankündigung.

00:27:34: Ihr nehmt euch weg, ihr verlasst den Raum, ihr macht die Tür zu,

00:27:38: wenn ihr könnt so.

00:27:39: Natürlich, wenn euer Kind weitermacht,

00:27:42: voll oft hauen die halt einmal, ihr reagiert da nicht drauf,

00:27:45: ihr könnt auch leicht den Kopf schütteln.

00:27:48: Das macht so reflexartig.

00:27:49: Das hilft voll oft, weil das Kind auch lacht.

00:27:52: Das ist Spiegelneurone.

00:27:54: Das kooperiert dann vielleicht einfach, ja.

00:27:56: Und sonst eben wirklich räumlich trennen, sagen, stopp so raus.

00:28:00: Das hab ich gestern bei den Kindern auch gemacht.

00:28:03: Da hat unser kleines Kind, dem großen Kind,

00:28:05: an den Hahn gezogen vermehrt.

00:28:07: Ohne, dass das große Kind irgendwas gemacht hat.

00:28:10: Das war einfach nur so, das war wirklich so ein Grenzen-Test.

00:28:14: Was passiert dann?

00:28:15: Das große Kind übertrieben angefangen zu weinen,

00:28:18: weil sie wirklich so Habischel rausgerissen hat.

00:28:21: Und nach dem dritten Mal,

00:28:22: das Kind hat immer wieder weggesetzt,

00:28:25: hab ich sie genommen und hab sie einfach in den Flur gesetzt,

00:28:28: hab die Tür zugemacht.

00:28:29: Und hab unser anderes Kind den angenommen, weil ich einfach so ...

00:28:33: Also, weil es ja einfach nicht so war, nicht okay.

00:28:36: Und dann hab ich heute Morgen, nachdem die Situation schon vergangen war,

00:28:40: das nochmal erzählt, aus einer anderen Perspektive.

00:28:43: Das hat erzählt, dass wir haben so zwei Hasenkinder erfunden,

00:28:46: Lotta und Emil, die Geschwister sind.

00:28:48: Lotta und Emil erleben immer wieder solche Sachen.

00:28:51: Lotta hat eben auch Emil an den Haaren gezogen.

00:28:54: Emil hat das richtig weh getan und hat ihn so verletzen, so weiter.

00:28:58: Und hab dann auch unser Kind gefragt,

00:29:00: "Hey, war das denn okay von Lotta?"

00:29:02: Und dann meint er, nee, das war nicht okay.

00:29:05: Und hat das halt auch schon so voll verstanden.

00:29:07: Und so könnt ihr das machen.

00:29:09: Ihr könnt halt die Situation nehmen,

00:29:11: mal eine Geschichte aufgreifen, das nochmal erzählen, weil die Dismidis diesen fiktiven

00:29:16: mit den man sich identifiziert.

00:29:18: Das passiert halt auch mit Geschichten. - Ja.

00:29:22: Ja, und ... - Ja.

00:29:23: Das ist halt vor allem auch, glaub ich, sehr geschickt,

00:29:26: einfach, weil man da nicht so konfrontativ sagt,

00:29:29: "Hey, du hast da was falsch gemacht,

00:29:31: ich will, dass du es anders machst."

00:29:33: Sondern weil man dem Kind einfach die Möglichkeit gibt,

00:29:36: das einfach aus einer neutralen Perspektive ...

00:29:39: einfach nachzumfinden

00:29:41: und sich halt mit dieser Geschichte zu identifizieren.

00:29:44: Und das hat ja genau den gleichen Effekt wie,

00:29:47: wenn man das nachspielt.

00:29:48: Wenn man jetzt ein Schauspiel macht mit dem Kind,

00:29:51: selbst das mit dem Kind nachspielt,

00:29:53: oder wenn man halt irgendwie zwei Figuren oder Kuschetiere nimmt

00:29:57: und das nachspielt, dann ist das, glaub ich,

00:29:59: eine sehr, sehr viel geschickterer Herangehensweise,

00:30:02: weil das eben auch keinen Widerstand bei dem Kind erzeugt.

00:30:05: Weil es sich dann auch nicht so beformundet fühlt oder so.

00:30:08: Es fühlt sich dann auch nicht so belehrt,

00:30:10: sondern kann einfach ohne Druck daraus lernen.

00:30:13: Das passiert auch von alleine.

00:30:15: Das finde ich mega cool in diesen Geschichten und den Nachspielen.

00:30:18: Weil ich meine, wenn man hilflos ist,

00:30:20: da macht man halt irgendeinen Scheiß,

00:30:22: weil man hat keine Ahnung, wie man sich verhalten soll.

00:30:25: Die beiden Sachen sind auf jeden Fall Sachen,

00:30:28: die ihr in eurer Repertoire aufnehmen solltet.

00:30:30: Ja, ja, auf jeden Fall.

00:30:32: Weil dadurch habt ihr noch zwei Handlungsoptionen,

00:30:34: die nicht gewaltvoll sind.

00:30:36: Ihr werdet viel weniger hilflos sein.

00:30:38: Und es funktioniert auch wirklich sehr gut.

00:30:41: Ich glaube, da haben wir sogar eine extra Folge zu geplant,

00:30:44: wenn wir bestimmt noch mal machen.

00:30:46: Ja, vor allem, weil ...

00:30:47: Also, das Ding ist ja, der Mensch ist ja zur Kooperation gemacht.

00:30:51: Das heißt, zum Freiwilligen mitmachen.

00:30:54: Und wenn ihr eurem Kind quasi euch hinsetzt und konfrontiert und sagt,

00:30:58: du hast mich gehauen, darfst du nie wieder machen,

00:31:01: dann ist das nicht mehr ...

00:31:02: Das kann nicht kooperieren.

00:31:04: Ihr nehmt damit sofort, die Möglichkeit zu kooperieren.

00:31:07: Das ist keine Befehle, das möchte ich nicht gehorchen.

00:31:10: Es möchte sich von sich aus in die Gruppe integrieren,

00:31:13: in die Familie integrieren.

00:31:15: Und indem ihr quasi eine moralische Geschichte erzählt,

00:31:18: gebt ihr eurem Kind die Möglichkeit,

00:31:20: sich damit zu identifizieren und daraus zu lernen,

00:31:23: wie richtiges Verhalten funktioniert.

00:31:25: Und das ist voll spannend, weil da gibt es auch wissenschaftliche Studien zu,

00:31:29: dass, wenn Kinder eine Geschichte gehört haben,

00:31:31: in der sich jemand z.B. moralisch gut verhält,

00:31:34: also einen Fehler gemacht hat und dann sofort erzählt,

00:31:37: die Gruppe oder die Gemeinschaft hat darauf positiv reagiert

00:31:40: und ihn halt nicht bestraft, sondern ihn bestärkt.

00:31:43: So, dann haben Kinder im Anstoß viel häufiger ihre Fehler zugegeben,

00:31:48: wenn sie dann z.B. einen Schummelspiel nachgemacht und so.

00:31:51: Es fand ich mega spannend.

00:31:53: Und bei den Kindern, denen eine Strafe angetrot wurde,

00:31:55: oder bei den Kindern, bei denen eine Geschichte passiert ist,

00:31:59: nachdem jemand einen Fehler gemacht hat,

00:32:01: die haben weniger ihre Fehler zugegeben.

00:32:03: Und das heißt, diese Geschichten haben einen wahnsinnigen Einfluss

00:32:07: auf die Wahrnehmung unserer Kinder.

00:32:09: Und auf das Gefühl von richtigem Falsch, was ich an der Stelle

00:32:12: noch sagen möchte, ist, wenn ihr das mit Kuscheltier nachspielt,

00:32:15: legt den Fokus nicht zu sehr auf den Kampf.

00:32:18: Man hat auch herausgefunden, dass, wenn der Fokus quasi mehr als 2/3

00:32:23: des Szenarios über einen Kampf gehen

00:32:26: und erst am Ende die Moralissen aufgelöst wird,

00:32:28: dann führt das zu vermehrten aggressiven Verhalten.

00:32:32: Deshalb z.B. auch so Sendungen wie "Spidey Team"

00:32:34: und so übelst problematisch,

00:32:36: dass da immer nur die Moral am Ende kommt.

00:32:38: Also die Moral sollte quasi die ganze Zeit kommen,

00:32:41: also quasi schon von Anfang an, hey, man haut doch nicht mäßig.

00:32:45: Und außerdem ist es wichtig, dass hier danach noch mal

00:32:49: ein Szenario nachspielt, wie man sich richtig hätte verhalten können.

00:32:53: Damit die Kinder auch direkt eine Alternative haben.

00:32:56: Ja.

00:32:57: Also nochmal zusammenfassen, was macht man,

00:32:59: wenn sich das Verhalten zeigt überhaupt?

00:33:02: Also nicht so stark reagieren, sondern erst mal eher so ...

00:33:06: nichts tun besser und das Verhalten ausklingen lassen.

00:33:10: Und dann mit einer moralischen Geschichte

00:33:12: oder halt mit einem Schauspiel irgendwie das beibringen.

00:33:16: Oder meint wegen in irgendeiner Art und Weise Perspektivwechsel üben,

00:33:19: dass das Kind versteht, was das macht

00:33:21: und dass es das besser nicht tun sollte.

00:33:24: Und dem Kind die Möglichkeit geben zu kooperieren.

00:33:26: Und das sollte auch schon dazu führen,

00:33:29: dass sich so ein Verhalten gar nicht erst etabliert,

00:33:32: also gar nicht erst zu einer richtigen Strategie wird.

00:33:35: Wir haben vor allem drüber gesprochen,

00:33:37: wie man das jetzt macht, wenn man als Eltern

00:33:40: von dem Verhalten betroffen ist, also uns gegenüber.

00:33:43: Wie können wir uns richtig verhalten,

00:33:46: wenn das jetzt zwischen Geschwistern ist zum Beispiel?

00:33:49: Ja, genau so, also hab ich ja auch schon quasi erzählt,

00:33:52: wie ich das bei unseren Kindern auch einfach trenn.

00:33:55: Aber die Kinder dann halt auch dann irgendwie trennen.

00:33:58: Also, weil zum gewissen Punkt ist ja wahrscheinlich,

00:34:01: ich denke, ich, es ist ganz gut, die Kinder irgendwie Konflikte

00:34:04: selbst lösen zu lassen, damit die da auch Kompetenzen entwickeln

00:34:07: und auch nicht das Gefühl haben, Mama oder Papa,

00:34:10: stellen sich jetzt auf irgendeine Seite, sind parteiisch so.

00:34:13: Will ich an der Stelle mal sagen, finde ich,

00:34:15: ist eigentlich voll die falsche Annahme,

00:34:18: weil es gibt einfach Verhaltensweisen, die sind scheiße.

00:34:20: Und ich kann meiner kleinen Schwester nicht,

00:34:23: oder meinem kleinen Booter oder was auch immer,

00:34:25: oder meinem großen Booter nicht habisch ausreißen.

00:34:27: Und dann erwarten, dass das irgendwie keine Konsequenzen hat.

00:34:31: In der ersten Situation ist das ziemlich eindeutig.

00:34:33: Und da hat die Partei, also da darf man sehr wohl parteiisch ergreifen.

00:34:37: Und das Ding ist aber, wenn ihr da mit einer moralischen Geschichte

00:34:40: auch parteiergreift, dann ist es viel weniger konfrontativ

00:34:43: auch wieder direkt.

00:34:44: Aber sollte man dann erst mal die Kinder trenn, separieren

00:34:48: und das ein bisschen ausklingen lassen und dann Geschichte erzählen?

00:34:51: Weil in der Situation, wenn die beide Bühnen sind

00:34:54: und aufeinander losgehen, ist vielleicht jetzt weniger gut.

00:34:57: Aber es hat auch manchmal schwierig so.

00:34:59: Man kann sich das nicht so gut ausklingen und fahr mit denen zur Kita.

00:35:03: Und wenn die sich da kabbeln, ist es so, was tu ich jetzt, verdammt?

00:35:07: Das ist schwierig, weil sie sitzen auf engsten Raum nebeneinander.

00:35:10: Also was ich voll gerne mache, ist dann einfach sozusagen,

00:35:13: ja, Lotta und Emil würden jetzt das und das machen.

00:35:16: Und dann haben sie es halt einmal gehört,

00:35:18: sind es einmal durchgespielt im Gehirn quasi.

00:35:20: Und dann sind sie so, ah ja, okay, lass es uns machen.

00:35:23: Das sind quasi unsere Vorbild- fiktiven Charaktere.

00:35:26: Ja, aber ihr könnt halt wirklich solche Charaktere erschaffen.

00:35:29: Was man auch machen kann, ist ja quasi so ein Witz,

00:35:32: ich dachte, ich hab zwei Kinder, aber ihr seid ja so laut wie zwei Presslufthammer.

00:35:37: Oder ich wusste gar nicht, dass wir uns heute gegenseitig auseinandernehmen.

00:35:42: Also halt so irgendwelche Sachen.

00:35:44: Und dann müssen die halt lachen und dann ist die Situation wieder gelöst.

00:35:48: Ich hab noch ein Tipp mal von Chat-Tpt bekommen,

00:35:50: den kann ich aber nicht so oft anwenden,

00:35:53: weil ich krieg das in der Situation auch nicht so richtig hin,

00:35:56: wenn ich gestresst bin.

00:35:58: Wenn man die Situation ein bisschen hilflos werde.

00:36:01: Aber eigentlich ist es noch eine gute Option,

00:36:03: das umzulenken in ein Spiel oder so.

00:36:06: Ja.

00:36:07: Aber es gibt ja Eltern, die dann sofort so,

00:36:09: "Yeah, ich bin jetzt hier voll am Spiel, in Entertainen."

00:36:13: Und ich bin jetzt nicht unbedingt so ein Vater, der dann losrennt.

00:36:18: "Jo, wir sind jetzt ein Zug oder so."

00:36:20: Ja.

00:36:21: Da ich in der Situation die über die Energie hatte,

00:36:24: aber noch so als Option.

00:36:26: Und tatsächlich irgendwie, das war auch, glaub ich, gestern,

00:36:29: oder so, da hat das eine Kind, das andere irgendwie ...

00:36:32: Ich weiß nicht irgendwie ...

00:36:34: Ich glaube sogar geschlagen oder so.

00:36:36: Aber das andere Kind hat einfach nicht gecheckt,

00:36:38: dass es geschlagen wird und hat angefangen,

00:36:41: das andere Kind zu kitzeln.

00:36:42: Und dann haben sie sich gegenseitig gekitzelt.

00:36:45: Und dann fand ich es auch so, ja, voll witzig.

00:36:47: Weil halt also ...

00:36:48: Ja, weil es ist einfach so, man kann es schon irgendwie auch umlenken.

00:36:52: Ja, wenn man halt auch versteht,

00:36:54: dass man andere Art und Weisen genutzt werden kann,

00:36:57: als jetzt aggressives Verhalten,

00:36:59: dann wäre zum Beispiel Kitzeln auch,

00:37:00: könnte auch so ein Energieumleiten sein.

00:37:03: Das mache ich tatsächlich auch bei den kleinen Kindern.

00:37:06: Dann könnt ihr das tatsächlich noch machen,

00:37:09: zwei, drei-jährige auch, wenn die euch hauen oder so,

00:37:11: dass ihr die einfach hochnimmt.

00:37:13: Und dann mach ich voll oft so, das Kind einfach auf den Arm,

00:37:16: und dann mach ich so, schleude ich das so rum.

00:37:18: Also, das klingt jetzt irgendwie ganz brutal.

00:37:21: Ich weiß nicht, ich leg das so, mach die Beine auf meine Hüfte,

00:37:24: und dann fängt das halt übelst an zu lachen.

00:37:26: Aber das könnt ihr nicht mal mit dem Kind wirklich schlecht gehen.

00:37:30: Das geht nur in so ... - Ja.

00:37:32: Also, ihr müsst ja schon gucken, es ist so eine Ermessenssache.

00:37:35: Braucht schon ein bisschen Feindfühligkeit insgesamt.

00:37:38: Aber voll oft ist dann der Konflikt einfach so gegessen.

00:37:41: Das ist übrigens auch voll vorteilhaft, das zu machen,

00:37:44: weil Menschen, die in stressigen Situationen,

00:37:46: also die quasi ihre Bauclötze im Gehirn so verbunden haben,

00:37:50: dass Stress auch mit Humor verbunden ist,

00:37:52: und die reagieren halt in stressigen Situationen

00:37:54: oder in Konfliktsituationen öfter mit Humor

00:37:56: und sind dadurch einfach besser dazu in der Lage,

00:37:59: mit diesen Situationen umzugehen.

00:38:01: Das ist halt auch geil, weil Lachen direkt auch

00:38:03: das parasympathische Nervensystem aktiviert,

00:38:05: und man durch Lachen-Instent-Stress abbaut.

00:38:08: Ja. - Voll.

00:38:09: Das ist eine geschickte Hangehensweise.

00:38:11: Könnte man den Kindern auf jeden Fall auch beibringen.

00:38:14: Und halt eben eine Metapher für die Wut, also, dass wir die Wut

00:38:17: mit einem Kind irgendwie visualisiert,

00:38:19: das haben wir, glaube ich, letzte Folge erzählt.

00:38:21: Das ist ein Kind, als Wutteufel visualisiert, der im Bauch sitzt.

00:38:25: Wenn das Kind wütend wird,

00:38:26: räumt das Wutteufel das ganze Essen vom Tisch ab,

00:38:29: damit der Wutteufel verrungen hat.

00:38:30: Das ist einfach so eine Metapher.

00:38:32: Da könnt ihr euch vorstellen, das könnt ihr auch als Erwachsene machen.

00:38:36: Das gibt euch eine neue Perspektive auf die Wut in dem Moment.

00:38:39: Und schaltet quasi dieses Krübeln aus,

00:38:41: unterbricht einfach nur diesen Moment,

00:38:43: also im Gehirn quasi diesen Moment von "Ich bin wütend,

00:38:46: ja, ich bin wütend, ja, ich bin wütend."

00:38:48: Und macht einfach nur so, ich bin wütend, ich räume den Tisch ab.

00:38:51: Das haben wir auch in der letzten Folge erklärt,

00:38:54: wie dieses Zusammenspiel funktioniert.

00:38:56: Aber man muss halt irgendwann so einen Fuß in die Tür bekommen

00:39:00: und diese Spirale, weil also dieses Krübeln über Wut,

00:39:04: was einen wütend macht, eine Situation macht dann in der Regel

00:39:07: noch wütender, dann denken wir noch weiter nach,

00:39:09: dann werden wir noch wütender,

00:39:11: und dann muss er irgendwo das so stoppen.

00:39:13: Und dann helfen natürlich auch solche Metaphern einfach.

00:39:16: Und das ist halt eh so, dass das Gehirn funktioniert

00:39:18: einfach sehr, sehr viel über metaphorische Sachen.

00:39:21: Über Bilder.

00:39:22: Und wenn man sich das irgendwie vorstellen kann, keine Ahnung,

00:39:26: wie zum Beispiel, ich bin jetzt gestresst,

00:39:28: ich werde jetzt zu Wasser oder so.

00:39:30: Es ist mir jetzt spontan in den Einfall gekommen,

00:39:32: aber so was hilft irgendwie.

00:39:34: Also, dass das Gehirn einfach durch dieses Bild checkt,

00:39:37: was man von dem Gehirn jetzt möchte.

00:39:40: Ich möchte mal kurz über den Begriff "Stress" sprechen.

00:39:42: Weil ich glaube, es gibt gar keinen Stress.

00:39:44: Ich glaube, wir sind entweder nervös oder frustriert.

00:39:47: Ja, ich glaube, Stresses oder haben Angst oder Sorge,

00:39:50: oder Stress ist halt so ein Sammelbegriff

00:39:52: eigentlich für das sympathische Nervensystem wird aktiviert.

00:39:56: Und so, das bezeichnen wir jetzt Stress,

00:39:59: was jetzt genau dahinter steckt.

00:40:00: Ja, aber voll viel benutzen Stress als Synonym für eine Emotion.

00:40:04: Ja, ja voll.

00:40:05: Also, ich finde das irgendwie wichtig, weil manchmal denke ich mir so,

00:40:08: ich bin gestresst, gestresst.

00:40:09: Und weil ich halt gestresst auch so negativ verbinde,

00:40:12: bin ich dann direkt so in der Opferrolle.

00:40:14: Und dann denke ich darüber nach und denke mir so,

00:40:16: nee, eigentlich bin ich nicht gestresst,

00:40:18: eigentlich bin ich nervös.

00:40:20: Und ich glaube, ich oft so Angst, Überforderungen, Sorge irgendwie,

00:40:24: so was dahinter dem Stress.

00:40:26: Ja, aber das ist durchaus mal total interessant,

00:40:29: dass man das selbst beobachtet so, was ist eigentlich dieser Stress wirklich?

00:40:33: Also, was steckt jetzt wirklich dahinter?

00:40:34: Was ist jetzt meine Emotion?

00:40:36: Okay, ja, voll spannend.

00:40:38: Aber was ich mir dann auch sehr, sehr schwierig vorstelle,

00:40:41: für Eltern, die dessen Kind jetzt das quasi als Verhaltensmuster gelernt hat,

00:40:47: als Strategie, um zu bekommen, was es will,

00:40:50: schubst ein, beißen, hauen oder was auch immer für aggressives Verhalten.

00:40:54: Wie geht man damit um, wenn das Kind sich so in der Kita verhält

00:40:59: und dann die pädagogischen Nähkräfte vielleicht auch nicht gut genug wissen,

00:41:04: wie man mit diesem Verhalten umgeht?

00:41:05: Und ich stelle mir das so stressig vor,

00:41:07: wenn dann irgendwann so andere Eltern auf mich zukommen und sagen,

00:41:10: so, das Kind, falls sich unserem Kind ging, über so,

00:41:13: das ist nicht tolerierbar, mach jetzt was, das kann so nicht weitergehen.

00:41:18: Und ich dann quasi unter Druck bin, dass ich jetzt mein Kind ändere,

00:41:22: aber halt auch überhaupt keine Ahnung habe,

00:41:24: wie erstens und zweitens auch nicht mal in der Kita anwesend bin,

00:41:28: um jetzt eingreifen zu können.

00:41:30: Also erstens, alle Sendungen streichen,

00:41:33: in denen irgendwie aggressives Verhalten vorkommt,

00:41:36: kein Spidey-Team, kein PJ Mas, kein Power-Portrull,

00:41:40: nichts, wo es irgendwie um Action geht.

00:41:42: Ich würde dem Kind, also ich würde wirklich gucken,

00:41:45: auch bei den Hörbüchern und bei den Büchern und so weiter,

00:41:48: auszunehmen, weil das kann scheinbar auf jeden Fall

00:41:50: auch sensibel drauf zu reagieren.

00:41:52: Weil es hilft in dem Fall ja auch nicht,

00:41:54: wenn es weiter mit diesen Verhalten quasi konfrontiert wird.

00:41:58: Und dann halt den Fokus ganz viel auf Wut verarbeiten,

00:42:01: also ganz viel eben Wut visualisieren

00:42:04: und ganz viel auf diesen Perspektiv wechseln.

00:42:06: Und da vielleicht auch vor allem den Fokus drauflegen,

00:42:09: dass ihnen das aggressive Verhalten nicht vorkommt.

00:42:12: Also hier, die und die hatten einen Konflikt,

00:42:15: also irgendwie weiß ich nicht, Ella und Tobias haben einen Konflikt.

00:42:19: Und Tobias hat sich überlegt, er möchte eigentlich Ella hauen.

00:42:22: Aber dann hat er daran gedacht, dass dann Ella ja richtig traurig ist

00:42:26: und dass sie dann nicht mehr zusammen spielen können.

00:42:28: Deshalb hat Tobias dazu entschieden, einfach zu warten

00:42:31: und Ella zu fragen, was sie macht.

00:42:33: Oder hat irgendwie so, ich weiß ja nicht, was der Konflikt ist.

00:42:36: Aber hat einfach so ein bisschen ...

00:42:38: Alternative Handlungsvorschläge einfach so ...

00:42:40: Oder dann ist Tobias zur Erzieherin gegangen

00:42:43: und dann hat Tobias einfach gedacht, na ja, wir machen jetzt das,

00:42:46: was Ella sagt, weil einmal ist das auch okay

00:42:49: und das nächste Mal darf ich dann entscheiden oder irgendwie so.

00:42:52: Damit Tobias quasi ganz viele Ideen bekommt,

00:42:54: wie er sich eben anders verhalten kann.

00:42:56: Ich glaube, dass es auch gerade für pädagogische Fachkräfte

00:42:59: auch super wichtig ist, das irgendwie auf dem Schirm zu haben.

00:43:02: Weil ich glaube, die meisten haben da selbst

00:43:04: gar nicht so viele Handlungsoptionen.

00:43:07: Da hört es halt auf mit, du hast das Kind jetzt gehauen,

00:43:10: das ist jetzt traurig, was ja auch schon gut ist.

00:43:12: Das schlut ja auch schon Perspektivübernahme.

00:43:14: Aber wenn das nicht hilft, haben die auch in der Regel keine Ideen mehr.

00:43:18: Das Problem ist ja, wenn man das so direkt sagt,

00:43:21: dann ist es ja auch beschämend, aber halt so konfrontativ beschämt.

00:43:25: Also so, ich glaube, wenn man so eine Geschichte hört

00:43:28: und da merkt, Scheiße, da find ich mich drin wieder,

00:43:30: dann ist das beschämt auf so eine für sich selbst private Art.

00:43:34: Aber wenn du quasi in der Gruppe stehst und dann sagt der jemand,

00:43:37: du hast dich gerade scheiß verhalten,

00:43:39: dann ist das beschämt und das ist unangenehm beschämt.

00:43:42: Und dann kannst du das zur Seite nehmen.

00:43:44: Aber trotzdem bist du ja dann eins zu eins.

00:43:46: Du sagst ja ganz deutlich, du darfst dich nicht so verhalten.

00:43:50: Und das ist ja dann auch wieder dieses Kooperationsding,

00:43:53: was einfach dann so verloren geht quasi.

00:43:55: Ja, ich glaube auch, dass das viele machen.

00:43:57: Und ich glaube auch, dass es besser als nichts ist.

00:44:00: Also das lehrt ja an sich auch schon Perspektivwechsel.

00:44:02: Aber es ist glaube ich nicht, dass der verkießt.

00:44:05: Und ich glaube, häufig hilft das auch einfach nicht.

00:44:07: Es gibt ja auch Situationen in unserer eigenen Kita,

00:44:10: wo du merkst, die Erzieher*innen,

00:44:12: die versuchen das jetzt quasi über diese "Ja, das Kind fühlt sich jetzt so",

00:44:17: weil du das und das gemacht hast, China zu machen.

00:44:20: Und es hilft aber nicht.

00:44:21: Also es hat wirklich nicht geholfen.

00:44:23: Ja, ich glaube auch, das hilft nicht.

00:44:25: Ich glaube, was man noch machen kann ist ...

00:44:29: Hab ich vergessen.

00:44:33: Also was man noch machen kann,

00:44:35: ist Menschen wie jetzt mit Scham.

00:44:37: Scham ist halt auch gut und auch so ein bisschen less dann.

00:44:40: Und man hat auch irgendwie so ein sozialer Mechanismus,

00:44:43: der quasi dazu führt, dass sich eine Gruppe besonders zusammengehörig fühlt

00:44:47: und gleichzeitig, dass die Werte von der Gruppe etabliert werden.

00:44:51: Das heißt quasi so zu sagen, ja, da war so ein Kind, das hat gehaun.

00:44:54: Das war richtig peinlich oder richtig komisch.

00:44:57: So ein bisschen so, um zu zeigen, hauen ist richtig uncool-mäßig.

00:45:00: Und was man auch machen kann, ist halt so ein Szenario quasi Spiel mit so Puppen

00:45:05: oder was auch immer, wo das eine irgendwie haut

00:45:07: und das andere ist dann so, hey, du bist voll lächerlich,

00:45:10: und das ist ja so ein bisschen ...

00:45:12: Ja, also bei Less than merke ich so gleich Widerstand bei mir.

00:45:15: Ich glaube, ich so viele, aber das ist ja ...

00:45:18: weil ich auch gleichzeitig so dem Kind ja auch ein bisschen beibringt.

00:45:21: Es geht nicht um ... - Überall andere zu Less than.

00:45:24: Ja, okay, aber Less than hat sich evolut ...

00:45:27: Also Less than gibt's in allen Kulturen,

00:45:29: hat sich halt evolutionell einfach komplett durchgesetzt.

00:45:32: Und sehr wahrscheinlich ist Less than halt so ein Mechanismus,

00:45:35: der halt so soziale ...

00:45:37: im Sinne von, ja, die hat unrasierte Beine.

00:45:39: Genau, weil das ist ... - Ja, aber das sind soziale Regeln,

00:45:42: die in unserer Kultur getrennt und so.

00:45:45: Die sieht voll komisch aus. - Ja, genau.

00:45:47: Aber es geht halt um so ...

00:45:48: Also eigentlich ging's halt so, um quasi zu weiterzutragen,

00:45:51: welche ...

00:45:52: welche Personen einen guten Ruf haben,

00:45:55: und auf die man sich verlassen kann, quasi.

00:45:57: Also zum Beispiel auch so was ... - Getratze.

00:45:59: Genau. - Ja, Geräte.

00:46:01: Wenn ihr halt einfach sagt, ich hab ein Kind da und da,

00:46:03: das hat ein anderes Kind gehauen, dann ist ja kein ...

00:46:06: ... Wunder, so weiß das.

00:46:08: Aber ich merk's so richtig, es gibt halt Situation in meinem Leben,

00:46:11: mir fällt jetzt keine Konkrete ein, aber ...

00:46:14: wo Erwachsene mir gegenüber sich so über irgendein Verhalten geäußert haben,

00:46:18: und ich hab das sofort aufgenommen,

00:46:20: nee, das ist voll lächerlich, das mach ich nicht so.

00:46:23: Ich glaub schon, dass das hocheffektiv ist.

00:46:25: Ich glaub auch, ich hab das tatsächlich auch einmal gemacht,

00:46:29: da hab ich halt so ein bisschen so ...

00:46:31: da hatte unser Kind irgendwie so ein Wutanfall,

00:46:33: und das war halt komplett lächerlich,

00:46:36: und ich dachte, dass der Socke einen Punkt mehr hat.

00:46:38: Also so, sorry, aber das ist kein richtiger Grund.

00:46:41: Und dann hab ich halt so eine Geschichte,

00:46:43: der hat sich immer ...

00:46:45: Der war so lächerlich, der ist immer wegen allem ausgerastet,

00:46:48: dann haben alle, die ihn gesehen haben,

00:46:50: gesagt, der ist ein richtig komisches Kind,

00:46:53: warum rastet er die ganze Zeit aus?

00:46:54: Das ist ja richtig peinlich.

00:46:56: Und seine Freundin hatte Lust, mit ihm zu spielen,

00:46:59: weil das irgendwie so peinlich war.

00:47:01: Und dann meinte irgendwie unser Kind,

00:47:03: das ist ja voll fies, dass die ihn alle ausschließen.

00:47:06: Da war ich so, ja, aber zum Glück bist du ja nicht Jonas.

00:47:09: Und dann hat unser Kind halt so einfach den Socken angezogen,

00:47:13: obwohl da ein Punkt zu viel drauf war.

00:47:15: Wo man auch sagen muss,

00:47:17: natürlich verhalten sich Kinder manchmal

00:47:19: aus unserer Perspektive irrational.

00:47:22: Und man denkt so, ja, wie lächerlich.

00:47:24: Und irgendwie ist es vielleicht doch schlimm für das Kind.

00:47:27: Aber ab einem gewissen Alter ist es dann einfach kein Grund mehr.

00:47:31: Also, wenn ein 6-7-jähriges Kind ausrastet wegen ...

00:47:35: Die Socke ist jetzt irgendwie keine Ahnung.

00:47:38: Dann kann man einfach sagen, guck ruhig.

00:47:40: Das ist auch bei kleinen Kindern einfach kein Grund.

00:47:43: Ich finde, das ist vollkommen übertrieben.

00:47:45: Das ist wieder dieses "Oh, Kinder sind so unschuldig und unmündig."

00:47:49: Man kann Kindern von kleinen auf einfach beibringen,

00:47:51: was die sozialen Regeln sind.

00:47:53: Und es gibt eben soziale Regeln und soziale Regel,

00:47:55: dass wir nicht einfach wegen ihm Scheiß ausrasten.

00:47:58: Das ist wirklich ein Problem,

00:48:00: weil unsere Gesellschaft entwickelt sich voll in die falsche Richtung.

00:48:03: Da machen dann irgendwelche 25-jährigen Leute TikToks darüber,

00:48:07: dass ihre Schuhe die falsche Farbe haben oder keine Ahnung war.

00:48:10: Und ja, so schlimme Eltern das sind,

00:48:12: dass sie irgendwie einen Schuh gekauft haben mit einer anderen Sohle.

00:48:16: Das ist einfach nur peinlich.

00:48:17: Man muss den Leuten auch mal sagen, das ist peinlich.

00:48:20: Ihr seid nicht traumatisiert davon,

00:48:22: dass eure Eltern euch nicht vom Bahnhof abholen.

00:48:25: Das ist peinlich, wenn ihr das denkt.

00:48:27: Es ist wirklich so. - Bitte 20.

00:48:29: Ja, ich finde das schon ... - Ja, es ist peinlich.

00:48:31: Es ist wirklich sehr peinlich so.

00:48:33: Nein, ich will keine zehn Minuten laufen, keine Ahnung.

00:48:36: Ja.

00:48:37: Okay, kurz zurück zu, was ist, wenn mein Kind sich in der Kita so verhält?

00:48:42: Also, ich glaube, kein Kind verhält sich nur in der ...

00:48:46: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Kinder nur in der Kita so verhalten.

00:48:50: Oder es hat eine einmalige Sache,

00:48:52: aber dann passiert es auch nicht wieder normalerweise.

00:48:55: Obwohl, naja gut, aber mit so Strategien aufbauen kann ja schon sein,

00:48:58: dass die Kinder diese Strategie getestet hat

00:49:02: und irgendwie als sinnvoll bewertet hat.

00:49:04: Und in der Kita dann diese Strategie anwendet,

00:49:07: aber zu Hause nicht viel. - Ich glaube nicht.

00:49:09: In der Kita, die Regeln viel enger sind und viel ...

00:49:13: Ja, also, die auch eher noch Konsequenzen darauf folgen,

00:49:18: wie halt irgendwie auf die Bank und so.

00:49:20: Ich glaube, die haben einfach keine anderen Strategien gelegen.

00:49:23: Ich kann mir vorstellen, dass es zu Hause schon wahrscheinlicher ist,

00:49:27: dass in der Kita passiert, aber zu Hause nicht so.

00:49:30: Also, das kann schon sein.

00:49:31: Aber ich glaube, dann ist es halt eher so,

00:49:34: dass es halt selten passiert.

00:49:35: Ja, ich glaube, da kriegt man auf jeden Fall Feedback

00:49:38: von den pädagogischen Fachkräften. - Ja.

00:49:41: Und wenn das passiert, dann ist ja wirklich das Beste,

00:49:45: was man machen kann.

00:49:46: Also, wenn das Kind sich zu Hause so verhält,

00:49:49: dann übt man das natürlich zu Hause.

00:49:51: Und wenn du diese ganzen Werkzeuge zu Hause anstattest,

00:49:54: dann ist das ein Bingo-Bring.

00:49:56: Und das hat dann natürlich auch in Effekt auf,

00:49:58: wie sich das Kind in der Kita verhält.

00:50:01: Ansonsten muss man einfach einen Austausch mit den Fachkräften gehen.

00:50:05: Weil wenn das Verhalten nur in der Kita ist und nicht zu Hause,

00:50:08: dann ist es ja auch ein Zeichen dafür,

00:50:10: dass das in der Kita was falsch läuft.

00:50:12: Wenn es zu Hause und in der Kita ist,

00:50:14: dann kommt es vermutlich eher von zu Hause.

00:50:17: Da muss man halt zu Hause ansetzen.

00:50:19: Aber dann auch in Gespräch gehen mit Fachkräften und sagen,

00:50:22: das funktioniert zu Hause.

00:50:24: Probiert das mal aus, versucht das mal auf diesem Weg,

00:50:27: dass man sich irgendwie austauscht.

00:50:30: Ich glaub, das ist das Beste, was man machen kann.

00:50:32: Ja.

00:50:33: Ich hoffe, dass das jetzt nicht so ...

00:50:36: dass es jetzt auch alles rüberkommt, wie das rüberkommen soll.

00:50:40: Aber es geht auch um das ja auch um Kinder, was beibringen soll.

00:50:43: Ja. - Das kommt einfach nicht einfach so.

00:50:45: Es nervt mich einfach, dass so viele Leute,

00:50:48: die wirklich viel Reichweite haben,

00:50:50: die das in der Schule nicht mehr erzählen,

00:50:52: von wegen, das passiert alles von alleine.

00:50:54: Weil das passiert halt nicht von alleine.

00:50:56: Wenn ihr euren Kindern nicht beibringt,

00:50:59: dann kommt die in die Schule und in der Schule wird's richtig peinlich.

00:51:02: Wenn sie das nicht können, es ist einfach so.

00:51:05: Weil in der Schule folgen da dann ...

00:51:07: Also, eine Schule ist einfach ... es geht nicht darum,

00:51:10: dass ich jetzt sage, ihr müsst das und das tun,

00:51:12: weil in der Schule das Problem ist,

00:51:14: nur wenn ihr das euren Kindern nicht selber beibringt,

00:51:17: dann wird das in der Schule beibringt.

00:51:19: Das wird gar nicht.

00:51:20: Ich meine damit, dass wenn ihr das euren Kindern nicht beibringt,

00:51:24: wie man Konflikte ohne aggressives Verhalten löst,

00:51:27: dass spätestens in der Schule ihnen das beigebracht wird,

00:51:30: und zwar ohne Rücksicht auf Verluste.

00:51:32: Und darum geht's mir. - Nicht mal spätestens in der Schule.

00:51:35: Sondern wenn wir das den Kindern nicht geordnet beibringen

00:51:40: und auf ne Sonnenstatt und Weise,

00:51:42: dann lernen sie es irgendwann auf die Hattetour.

00:51:44: Entweder sie lernt es in der Schule auf die Hattetour,

00:51:47: oder kommen in der Schule damit durch.

00:51:49: Aber irgendwann, gerade bei aggressives Verhalten,

00:51:52: irgendwann landen die dann einfach ein Knast.

00:51:54: So um jetzt mal den Teufel an die Wand zu malen.

00:51:57: Aber wenn in der Schule und woanders das Verhalten nicht aufhört,

00:52:01: die lernt es irgendwann einfach auf die Hattetour.

00:52:03: Ja, eben, also die Lernse. - Und die Bestrafungen

00:52:06: werden halt immer schlimmer so.

00:52:08: Ja, und das ist halt ein Problem.

00:52:09: Ihr wollt ja eben genau nicht, ihr wollt ja genau nicht,

00:52:12: dass eure Kinder mit Gewalt und mit Strafen zu irgendwas gebracht werden.

00:52:16: Deshalb ist es noch wichtiger, ihnen solche Sachen beizubringen.

00:52:19: Und dann, wenn sie nicht so stark aufhört,

00:52:21: und die Kinder sind nicht so stark aufhört,

00:52:23: und irgendwie von wegen sagen, Kinder müssen angepasst.

00:52:26: Nein, es gibt aber bestimmte Faltensregen,

00:52:28: die man ihnen beibringen muss, Punkt.

00:52:30: Und da will ich jetzt auch wirklich einfach nicht ...

00:52:33: Ich weiß, dass viele, quasi so viele,

00:52:35: die so Erziehungsexperts*innen sind oder was auch immer,

00:52:38: immer sagen, ihr könnt euch keinen Druck machen.

00:52:40: Ihr müsst euch auch keinen Druck machen,

00:52:42: aber ihr müsst es euren Kindern trotzdem beibringen.

00:52:45: Ich will das einfach nicht beschönigen.

00:52:47: Das ist, wenn es im Knast landet.

00:52:49: Also noch mal dazu, macht euch keine Sorgen wegen Gefängnis.

00:52:52: Das ist extrem, extrem unwahrscheinlich.

00:52:54: Und die allermeisten Kinder werden, weil sie, keine Ahnung,

00:52:57: mit drei Jahren sich aggressiv verhalten,

00:53:00: keine Schläger werden und keine Tyranne.

00:53:02: Das ist bei den allermeisten nicht der Fall.

00:53:05: Deshalb streich das, macht euch darüber keine Sorgen.

00:53:08: Aber behaltet einfach im Kopf,

00:53:11: dass ihr es euren Kindern beibringt.

00:53:14: Ja, und auch selber.

00:53:15: Wenn ihr Perspektivwechsel übt, auch egal, in welchen Konflikten,

00:53:19: das ist so hilfreich, weil ihr einfach dann lernt,

00:53:21: besser damit umzugehen.

00:53:23: Wir haben das, ich hab das nicht gelernt als Kind,

00:53:26: und ich glaube, du auch nicht.

00:53:27: Es ist wirklich hilfreich, wenn unsere Kinder das wieder lernen.

00:53:31: Wir wollen nicht mit Strafen erziehen.

00:53:33: Deshalb werden wir dann auch wütend.

00:53:35: Dann kommt es irgendwann in den Knast,

00:53:37: jetzt muss ich es doch bestrafen.

00:53:39: Ne, müsst ihr nicht, ihr müsst nur konsequent,

00:53:42: immer schön Perspektivwechsel üben, immer schön die Moral erzählen.

00:53:45: Das ist unser Wert.

00:53:46: Wir tun uns nicht weh, das ist unser Wert.

00:53:49: Darüber erzählt ihr Geschichten, nicht konfrontativ.

00:53:51: Und uns Alter angepasst, das geht auch bei 13-jährigen Kindern.

00:53:55: Die lesen ja auch gerne.

00:53:58: Geschichten, der Mensch mag Geschichten.

00:54:00: Ihr könnt das komplett ...

00:54:02: Bei 13-jährigen Kinder könnt ihr erzählen, ich hatte das Problem

00:54:06: mit der Wut auch.

00:54:07: Ich bin auch immer wütend geworden, als ich so alt war wie du.

00:54:10: Das war richtig peinlich für mich.

00:54:12: Ich hab dann gelernt, dass ich mir Wut einmal vorstelle,

00:54:15: mach ich das jetzt immer, wenn ich wütend werde,

00:54:18: halte ich nur kurz inne, lass den Wind vorüberziehen.

00:54:21: Dann hab ich gelernt, dass ich nicht mehr so wütend werde.

00:54:24: Das war nicht mehr so peinlich. - Genau.

00:54:26: Das hat mir geholfen, das funktioniert ja auch.

00:54:29: Ihr müsst nicht euren 13-14-Jährigen Kindern was von Lotta und E-Mail erzählen.

00:54:33: Es ist ja klar, dass das blöd ist.

00:54:35: Aber ihr könnt trotzdem in so moralische Geschichten näher bringen.

00:54:39: Ohne ...

00:54:40: Ja, aber das finde ich halt ...

00:54:42: Ich hab ja dieses Buch von Aurung Gandhi gelesen über Mahatma Gandhi.

00:54:47: Und ...

00:54:48: Aurung Gandhi ist sein Enkel und er hat ein paar Jahre bei ihm gelebt.

00:54:51: Also bei Mahatma Gandhi.

00:54:53: Und wurde auch ein Stück weit von ihm erzogen.

00:54:55: Ich hab mich so gefreut, weil ich kannte das auch aus dem Buch.

00:54:59: Wir machen das mit den Geschichten nicht superlanger,

00:55:02: aber wir machen es auch länger.

00:55:03: Das hat wirklich einen sehr, sehr krassen, positiven Effekt.

00:55:06: Da ging es auch darum, dass Aurung Gandhi Probleme hatte

00:55:09: mit Aggression und halt in Prügelein verwirkelt wurde.

00:55:12: Und er hat ihn einfach ...

00:55:14: Also, Aurung war dann, glaub ich, zwölf, hat er den Geschicht erzählt,

00:55:18: ja, irgendein Kind, das konnte die ...

00:55:20: konnte die Aggression irgendwie nicht beherrschen.

00:55:22: Dann hat sich Prügelein ... - Ja.

00:55:24: ... irgendwann jemandem ordnet.

00:55:25: Halt irgendwann jemandem totgeschlagen.

00:55:27: Letztes so.

00:55:28: Tatsächlich funktioniert aber so ...

00:55:31: so negative Outcome-Geschichten in unserer Kultur nicht ganz so gut.

00:55:34: Ja.

00:55:35: Also, sie funktionieren in anderen Kulturen richtig gut,

00:55:38: in unserer Kultur dann ... - Ja, die ist, glaub ich,

00:55:41: auch kollektivistisch ein bisschen, vielleicht.

00:55:43: Ich weiß es nicht. - Ja, glaub ich, bin ich mir ziemlich sicher.

00:55:47: Individualistischer geht es ja auch kaum.

00:55:49: Aber deshalb ist es tatsächlich bei uns nicht so empfehlenswert.

00:55:53: Also bei Kindern unserer Kultur sollte man lieber den Fokus

00:55:56: auf den positiven Outcom.

00:55:57: Weil man, glaube ich, auch viel weniger Farbe da hat,

00:56:00: was quasi kooperative Ausgänge angeht.

00:56:03: Ja, spannend.

00:56:04: Aber in dem Buch berichtet Aurung Gandhi halt auch,

00:56:07: dass er das System voll geholfen hat.

00:56:09: Und dass er seitdem halt auch ...

00:56:11: Also, dass das so der Startpunkt war, diese Geschichte,

00:56:14: dass er das Verhalten wirklich hinterfragt hat

00:56:16: und dann abgebaut hat, zum Beispiel. - Ja.

00:56:19: Also, das fand ich einfach spannend zu lesen,

00:56:21: dass man hat mal Gandhi auf quasi auf gleiche Erziehungsmethoden gesetzt hat.

00:56:25: Wenn ihr mal einfach vor Wut ...

00:56:27: einfach nicht überkocht, so was ich auch manchmal gemacht hab,

00:56:30: weil man nur so, Jonas, der hat seine Mama auch mal gehauen,

00:56:33: die Mama hat ihn einfach aus dem Fenster geworfen.

00:56:36: Das war ja auch einfach nur eine effektive Geschichte.

00:56:39: Ich konnte quasi so sagen, ich hasse dich gerade ohne's zu sagen.

00:56:42: Manche denken, das ist voll gewaltvoll.

00:56:44: Aber in welchem Sinne ist das dann gewaltvoll?

00:56:47: Das ist ja viel weniger gewaltvoll als wenn ihr euch anruft.

00:56:50: Genau, es ist ja keine Drohung.

00:56:52: Es ist ja eine Geschichte.

00:56:53: Und dann so, ja, aber es ist halt eine Geschichte so.

00:56:56: Also, es ist halt ...

00:56:57: Natürlich kann das Kind als Drohung wahrnehmen.

00:57:00: Ja, nein, ihr müsst das nicht als Drohung sagen.

00:57:03: Also, ich hab's nicht verausgeschlossen,

00:57:05: dass es als Drohung bei dem Kind ankommt.

00:57:07: Aber unserem Kind kann's nicht als Drohung.

00:57:10: Wenn ihr das sagt, Jonas' Mutter hat dir was aus dem Fenster geworfen,

00:57:14: das müsst ich bei dir auch machen.

00:57:16: Sondern ihr sagt dann einfach so, Jonas hat auch das.

00:57:19: Dann hat die Mutter ihn einfach aus dem Fenster geworfen.

00:57:22: Dann ist das Kind so, was ist mit der los?

00:57:24: Ja, und dann ist das wieder gut. - Kann auch helfen.

00:57:27: Es geht nur darum, dass ihr eure Kinder nicht anschreit,

00:57:30: nicht wegschubst oder was,

00:57:31: sondern einfach nur dann, falls ihr es nicht anders hinkriegt,

00:57:35: und dann alle Geschichten packt.

00:57:37: Ja, macht auf jeden Fall Sinn. - Langen genug die Folge, oder?

00:57:40: Ja, auf jeden Fall. Gut. - Cool.

00:57:42: Fand ich richtig cool.

00:57:43: Ähm ...

00:57:44: Wenn ihr's auch richtig cool fandet,

00:57:46: dann abonniert gerne unseren Podcast

00:57:48: und teilt unsere Folge und bewertet fünf Sterne.

00:57:51: Teilt auf Social Media.

00:57:53: Und helft uns, dass wir das ja vielleicht mehr Reichweite generieren

00:57:57: für andere, die das auch noch gebrochen könnten.

00:58:00: Und dann freu ich mich, wenn ihr auch das nächste Mal wieder reinhört.

00:58:04: Wir verlinken euch ausser den Studien.

00:58:06: Also, es wär kein Problem, könnt ihr dann alle nachlesen.

00:58:09: Und mein Buch.

00:58:10: Super. - "Tschö mit Öl".

00:58:12: Tschüss. - Tschüssi.

00:58:14: (Dynamische Musik)

00:58:18: (Dynamische Musik)

00:58:23: (Dynamische Musik)

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