Warum Kinder echte Autonomie brauchen
Shownotes
Kinder brauchen Freiheit und Selbstbestimmung, um sich gesund entwickeln zu können – und das betrifft auch den Alltag in unseren Familien. Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir unsere Kinder unbewusst kontrollieren. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum kontrollierendes Verhalten häufig zu Wut oder Widerstand führt und wie wir diesen Kreislauf durchbrechen können.
Wir werfen einen Blick auf typische Alltagssituationen, in denen Kontrolle häufig eine Rolle spielt, und zeigen, wie diese anders gelöst werden können. Gemeinsam entdecken wir Strategien, die es ermöglichen, weniger Anweisungen zu geben und Kindern mehr Raum für eigene Entscheidungen zu lassen. So kann der Familienalltag entspannter werden, während die Eigenständigkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden.
Eine inspirierende Folge für alle, die gemeinsam mit ihren Kindern wachsen und eine harmonischere Familienatmosphäre schaffen möchten.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu unserer neuesten Folge.
00:00:10: Unser Vermieter verdonnert uns dazu, die Heizungen hier anzumachen heute.
00:00:14: Weil er so eine Infrarotmessung machen muss, wo auch immer dieses Hauswärme verliert.
00:00:23: Das ist genau das Problem.
00:00:26: Wir hatten die Heizungen auf zwei und da war es hier drin kalt.
00:00:30: Dann hat Marchen sie ein bisschen hochgedreht.
00:00:32: Jetzt ist hier drin einfach viel zu heiß, weil die Heizungen nicht ausgehen.
00:00:34: Jetzt haben wir sie wieder untergelegt, sobald die ausgehen.
00:00:36: Jetzt wird es hier drin wieder arschkalt sein.
00:00:38: Weil also wenn man sich neben die Fenster stellt, dann spürt man einfach Luft zu.
00:00:42: Ja, wir wohnen im Altbau und wenn man sich neben Fenster stellt,
00:00:44: dann kriegt man so einen kalten Zug ab.
00:00:47: Es ist wirklich so.
00:00:47: Und das Ding ist halt auch die Fenster, die sind halt so und ich, dass da sogar Spinnen einfach so rein und raus laufen.
00:00:53: Also die laufen einfach so.
00:00:54: Das ist ja Tag der offenen Tür für Spinnen und Insekten.
00:00:57: Ja, es ist wirklich so.
00:00:58: Ja, okay, genau.
00:01:00: Also deshalb sitzen wir hier und haben vielleicht Schweißperren auf der Stirn,
00:01:06: für die sich das Video angucken.
00:01:08: Ich kriege einfach nur die derbsten Kopfschmerzen und werde knallemüde.
00:01:11: Und ich glaube, dass ich gerade irgendwie so eine Art von Sauerstoffentzug,
00:01:15: also ich glaube, ich sterbe jetzt einmal nur.
00:01:16: Ja, das liegt am Ziel 2 normalerweise, wenn es jetzt stichig ist.
00:01:19: Da kann man wirklich von sterben.
00:01:21: Ja, ich glaube auch, dass ich gerade so, ich mein Hirn stirbt schon.
00:01:23: Ist schon dabei.
00:01:25: CO2, zu CO2 Konzentration im Raum.
00:01:28: Meine Güte.
00:01:30: Na ja gut, vielleicht können wir trotzdem denken für die Folge.
00:01:33: Wir werden sehen.
00:01:34: Vielleicht wird es auch lustig für euch.
00:01:36: Wenn wir zu viel Blutze nennen.
00:01:39: Alles klar.
00:01:41: So, wir wollen heute ja über Autonomie sprechen,
00:01:44: bzw. über echte Autonomie.
00:01:45: Martin, was ist Autonomie?
00:01:47: Also, was würdest du darunter definieren?
00:01:50: Also, ich habe kurz mal ge-googelt,
00:01:56: was wie Autonomie definiert wird.
00:01:58: Und es gibt halt eine Definition in der Entwicklungspsychologie.
00:02:02: Und dort stand, Autonomie ist die Fähigkeit zur Selbstbestimmung
00:02:08: und zum selbstständigen Unabhängigen Handeln.
00:02:11: Ich fand das ganz gut, also da drin steckt halt Selbstbestimmung,
00:02:15: Selbstständigkeit im Endeffekt und unabhängig Handeln.
00:02:18: Ja, also ich habe bei mir aufgeschrieben, Autonomie-Doppelpunkt,
00:02:21: Selbstständigsein, unabhängig.
00:02:23: Ja, genau.
00:02:25: Selbstbestimmt.
00:02:26: Gut, okay.
00:02:27: Ich glaube, das trifft das ganz gut, diese Definition.
00:02:30: Und so ist es halt auch eigentlich von meinem Gefühl her,
00:02:33: dass ich selbst entscheiden kann, was ich tue,
00:02:37: dass ich selbstwirksam bin und dass ich quasi auch in einem gewissen Maße
00:02:43: die Wahl habe, mich anders zu entscheiden.
00:02:46: Ja, wann fühlst du dich denn im Alltag autonom,
00:02:48: also jetzt in deinem Alltag, jetzt quasi, oder so generell?
00:02:52: Das ist eine gute Frage.
00:02:58: Wenn ich mich wirklich autonom fühle,
00:03:00: das Ding ist ja, dass auch durch die Kinder und durch die Tagesstruktur
00:03:04: sehr viel vorgegeben ist.
00:03:06: Und wenn ich dann sage, keine Ahnung,
00:03:08: nachdem die Kinder schlafen, dann gehe ich vielleicht zum Sport oder so,
00:03:13: das ist ja schon Autonomie, ich könnte mich auch dagegen entscheiden,
00:03:17: aber ich bin halt auch so,
00:03:18: er so diszipliniert, dass ich das dann irgendwie mache
00:03:21: und dass es festgesetzt ist.
00:03:23: Und ich weiß nicht, aber natürlich, das ist Autonomie.
00:03:25: Aber Autonomie ist ja im Prinzip auch nicht,
00:03:27: ist ja eigentlich auch nicht dasselbe wie Entscheidungen.
00:03:29: Ich habe jetzt gerade überlegt, ob es quasi autonom wäre,
00:03:31: zu sagen, ich entscheide mich halt für diese Marmelade
00:03:34: und nicht für die andere, aber irgendwie fühlt sich das auch eher
00:03:36: überfordernnd an als Autonom.
00:03:38: Also ich glaube im Alltag so Autonomie,
00:03:40: ich glaube, wir haben schon relativ viel Autonomie,
00:03:42: die ja selbstständig sind und zumindest so ein Arbeitszeitpunkt.
00:03:45: Ich würde sagen, beruflich, beruflich habe ich die meiste Autonomie
00:03:49: und du halt vermutlich auch.
00:03:51: Ja, ich denke halt bei Autonomie vor allem,
00:03:54: man das Wort Selbstbestimmtheit.
00:03:56: So und Selbstbestimmtheit natürlich fängt das an,
00:03:59: mit welcher Marmelade benutze ich, aber ganz ehrlich,
00:04:03: die Wahl zwischen zwei Marmeladen empfinde ich nicht als Selbstbestimmtheit.
00:04:06: Weißt du was, ich frag mich gerade,
00:04:08: ob wir den Begriff Autonomie eigentlich komplett falsch definieren.
00:04:11: Ich habe eine ganz neue Definition, ich glaube,
00:04:13: die trifft es jetzt so unsere Gedanken fast, die glaube ich, zusammen.
00:04:16: Und zwar ist Autonomie die Abwesenheit von Kontrolle.
00:04:19: Ja, ja, ja.
00:04:23: Und deshalb ist es eben nicht autonom, Arbeitnehmer zu sein,
00:04:26: aber unsere selbstständige Arbeit fühlt sich schon sehr autonom an.
00:04:29: Und zum Beispiel auch Jäger und Sammlervölker oder sowas,
00:04:34: die halt kein kapitalistisches System haben,
00:04:36: für die fühlt sich das wahrscheinlich trotzdem autonom an,
00:04:38: Nahrung zu sammeln, weil ihnen ja niemand sagt, du musst,
00:04:42: sondern die ja auch selber einfach wollen, weil sie wollen ja überleben.
00:04:45: Aufgrund ihrer eigenen Bedürfnisse einfach.
00:04:47: Aufgrund des eigenen Willens.
00:04:48: Und ich glaube, das ist genau das.
00:04:49: Und deshalb ist halt sich im Supermarkt
00:04:51: mit einem Glas Marmelade aussuchen, auch nicht unbedingt Autonomie,
00:04:55: weil du hast ja auch nur die Marmeladen da.
00:04:58: Also halt so, du hast ja auch gar nicht die Wahl.
00:05:00: Also weißt du was ich meine?
00:05:01: Ich glaube halt so generell,
00:05:02: alles was so das System angeht, in dem wir leben.
00:05:05: Autonom ist halt das, du sagst, okay, ich gehe in den Supermarkt,
00:05:08: statt mir den Döner zu kaufen.
00:05:09: Genau, wobei das ja auch wieder irgendwie eine Entscheidung.
00:05:13: Ja, an sich genau.
00:05:15: Eigentlich ist es ja eher auch nackt der Autonomie,
00:05:17: sich zu entscheiden, ob man eine Marmelade kaufen will oder nicht.
00:05:20: So, und jetzt stell dir mal vor.
00:05:22: Also ich finde, ich werde es noch mal festhalten,
00:05:24: unsere Definition von Autonomie, die Abwesenheit von Kontrolle,
00:05:27: finde ich einfach und irgendwie,
00:05:29: ich finde damit können wir jetzt arbeiten in der weiteren Folge,
00:05:32: das ist jetzt unsere Definition.
00:05:34: Und stell dir jetzt vor, du bist im Supermarkt
00:05:37: und du willst ja eine Marmelade aussuchen.
00:05:40: Und immer wenn du dich entscheidest,
00:05:41: steht neben dir und sagt, ah, nehm doch nicht die.
00:05:43: Ah, mach das doch anders.
00:05:45: Nimm dir bitte anders.
00:05:46: Da ist übrigens viel Zucker drin.
00:05:47: Die schmeckt nicht so lecker.
00:05:49: Ja, da ist zu viel Zucker drin.
00:05:51: Die solltest du nicht nehmen.
00:05:53: Und dann gehst du vielleicht zu dem Brot.
00:05:55: Und jemand sagt ja aber, nee, komm jetzt mit.
00:05:59: Weißt du was ich machen würde?
00:06:00: Weißt du was ich machen würde schon bei der Marmelade?
00:06:03: Was denn?
00:06:03: Ich würde sie einfach nehmen und gegen sie ihn schmeißen.
00:06:06: Weil das hat jetzt schon voll die Wut in mir ausgelöst.
00:06:09: Ja, genau.
00:06:10: Und das war auch so ein bisschen das, worauf ich hinaus wollte.
00:06:13: Was passiert, wenn man kontrolliert wird,
00:06:16: wenn man keine Autonomie hat.
00:06:17: Du wirst dann wütend.
00:06:19: Ich würde wahrscheinlich auch wütend werden.
00:06:21: Oder man nimmt es einfach hin.
00:06:24: Und passt sich dem an.
00:06:27: Es kommt drauf an, wenn ich halt einfach keinen Bock hätte,
00:06:29: mich für eine Marmelade zu entscheiden,
00:06:31: dann würde ich jetzt sagen, ja, da mach du jetzt halt.
00:06:32: Ich will eh nicht.
00:06:33: Entscheide einfach.
00:06:34: Und dann wär's mir auch egal.
00:06:35: Aber wenn es mir besonders wichtig wäre,
00:06:37: die Marmelade selbst auszusuchen.
00:06:38: Mhm.
00:06:40: Ja.
00:06:40: Aber dann würde es mir wahrscheinlich gar nicht um die Marmelade gehen,
00:06:43: sondern um irgendwas anderes.
00:06:44: An der Stelle kurz, wenn euch der Podcast gefällt,
00:06:48: dann teilt unbedingt unsere Folge,
00:06:50: teilt unseren Podcast, gebt uns fünf Sterne, folgt uns
00:06:52: und schreibt doch gerne einen Kommentar.
00:06:55: Und ja, wir freuen uns auch immer,
00:06:56: wenn ihr uns auf Social Media verlinkt,
00:06:58: dann können wir euch auch sehen und das teilen.
00:07:00: Ich hab's letztens bei zwei Leuten, die haben uns geteilt
00:07:02: und ich hab's leider verpasst,
00:07:03: weil ich nicht im Account reingeguckt habe.
00:07:05: Aber ich hab's dann noch im Nachhinein gesehen,
00:07:07: so, ich hab mich sehr drüber gefreut,
00:07:08: dazu danke an euch beiden.
00:07:09: So, und in dem Beispiel, wer warst du in dem Beispiel?
00:07:15: Ja, das Kind.
00:07:15: Wie das Kind, ja.
00:07:17: Und das ist, glaube ich, nämlich so ein bisschen so ein Faktor,
00:07:21: der, glaube ich, viel Wut erzeugt, einfach bei Kindern.
00:07:25: Es gibt ja auch die Autonomiefasen,
00:07:27: in denen die Kinder sehr wütend sind.
00:07:28: Überraschungen, weil die dann Autonomie einfordern
00:07:31: und wenn sie die nicht bekommen, Wütendferne.
00:07:33: Ja, ich wollte auch nochmal,
00:07:34: also wegen diesen Begriff Autonomiefase,
00:07:37: da hattest du auch letztens drüber gesprochen,
00:07:38: dass eigentlich halt alle Phasen,
00:07:40: also das ist quasi immer, wenn es so konflikterde,
00:07:43: also es läuft gut in der Familie
00:07:44: und dann gibt's wieder wie so konflikterde,
00:07:45: wie so Konfliktphasen, also zumindest bei uns.
00:07:48: Jetzt erinnere ich mich.
00:07:49: Und das sind einfach immer so kleine Autonomiefasen,
00:07:51: auch so die Pubertät oder so,
00:07:52: das ist halt eigentlich nichts anderes als eine Autonomiefase.
00:07:55: Das sind alles Autonomiefasen.
00:07:56: Stimmt, das sind wirklich alles Autonomiefasen,
00:07:59: weil quasi der Weg von, der heranwachsenden Weg von Säuglingen
00:08:04: bis zur Erwachsener ist ja gleichzeitig auch immer
00:08:06: ein weiterer Abnabelungsprozess von den Eltern.
00:08:09: Ein immer weiterer Schritt zum Unabhängigwerden
00:08:13: und zum Eigenständiger,
00:08:15: also sich zu einem eigenständigen autonomen Menschen entwickeln.
00:08:19: Und deshalb ist eigentlich alles Autos,
00:08:21: sind alles Autonomiefasen.
00:08:23: Eigentlich ist die gesamte Entwicklung von einem Säugling
00:08:28: bis zu einem Erwachsenen, der dann halt irgendwie aussieht
00:08:31: und dann wirklich eigenständig lebt,
00:08:32: eine einzige Autonomiefase.
00:08:35: Voll.
00:08:36: Und deshalb ist Autonomie ein sehr, sehr zentrales Thema
00:08:40: mit unseren Kindern und in der Erziehung generell.
00:08:44: Wegen diesem Mangel von Kontrolle,
00:08:45: was ich noch relativ spannend fand in dem Buch von
00:08:47: Michaeline Ducleft "Kindern mehr zutrauen",
00:08:50: die hat sich ja auch ganz viel mit so Indigen, Jäger und Samtafölk
00:08:53: an auseinandergesetzt.
00:08:54: Und ich habe jetzt auch angefangen zu lesen
00:08:56: oder halt gelesen "Hunter-Gatherer Childhoods",
00:09:00: das ist halt einfach nur ein Sammelband mit Studien.
00:09:02: Also das ist jetzt keine Buchempfehlung an der Stelle,
00:09:04: weil das ist halt wirklich einfach kein Buch,
00:09:05: was man sich einfach so reinzieht,
00:09:07: sondern es ist einfach nur...
00:09:08: So, aus Interesse und Spaß.
00:09:09: Genau, nicht aus Freizeit und Spaß, sondern...
00:09:12: Also ich lieb es, aber ich glaube jetzt nicht,
00:09:14: also ich würde es, es ist kein populär Wissenschaftlisens.
00:09:16: Also für Leute, die sich gerne Paper in ihrer Freizeit durchlesen,
00:09:19: genau das Richtige?
00:09:20: Genau, also so komische Menschen wie ich, aber ansonsten...
00:09:23: Keine leichte Kost.
00:09:25: Genau, aber das...
00:09:27: Also da ist halt auch so ein Common Sense,
00:09:29: dass halt in diesen indigenen Völkern quasi andere Menschen
00:09:33: zu kontrollieren schon so ein Akt der Gewalt eigentlich ist,
00:09:36: was halt nicht passiert oder was halt so...
00:09:37: Es ist quasi du zögst dergut,
00:09:39: dass Menschen es so quasi frei zu sein und nicht kontrolliert zu werden.
00:09:43: Also...
00:09:44: Und da kam ich nämlich jetzt deshalb darauf,
00:09:46: dass vielleicht so die Abwesenheit von Kontrolle eigentlich Autonomie ist.
00:09:49: Und in diesen Jäger und Samtafölk-Gesellschaften
00:09:54: funktioniert ja auch alles auf Basis von Kooperation.
00:09:57: Was Kooperation...
00:09:59: Ja, aber hauptsächlich halt auf Kooperation, ja.
00:10:01: Ja klar, Vertrauen gehört da ja auch ehemals.
00:10:03: Genau, genau.
00:10:05: Aber was ich an der Stelle noch sagen wollte,
00:10:07: wenn ihr auf Bock auf Kooperation habt, darüber mehr zu erfahren,
00:10:10: dann hört einfach unsere Folge darüber rein,
00:10:12: weil die ist glaube ich euch ganz gut geworden.
00:10:14: Genau, die heißt einfach nur, warum kooperakiert mein Kind nicht, glaube ich.
00:10:20: Ja, irgendwas mit Kooperieren.
00:10:22: Ich werde es schon finden.
00:10:24: Ja, genau.
00:10:26: Da sprechen wir auch noch mal ein bisschen näher darüber,
00:10:28: was eigentlich Kooperation ist bei Kindern und so.
00:10:30: Aber genau, da basiert ja alles auf Kooperation und ich glaube,
00:10:34: das würde auch im Alltag mit unseren Kindern halt echte Autonomie bedeuten,
00:10:38: wenn quasi alles immer auf Kooperation beruht.
00:10:40: Und ich glaube, dass das halt...
00:10:42: Also es wird ja Eltern immer gesagt,
00:10:44: so, boah, du musst deinen Kind braucht Autonomie
00:10:46: und hat ein Bedürfnis nach Autonomie und so weiter.
00:10:48: Und ich glaube, Kinder, Eltern denken,
00:10:50: dass dieses Bedürfnis eins ist, was man explizit erfüllen muss.
00:10:54: Also so was wie, dass man dem Kind jetzt zwei Pullover hinhält und sagt,
00:10:58: weiß oder schwarz.
00:11:00: Das ist ja das typische Beispiel.
00:11:02: Also was ich bei mir auch beobachtet, das habe ich ja auch ganz viel gemacht.
00:11:06: Aber ich glaube, das ist bei den meisten so,
00:11:08: dass sie einerseits halt neben dem Kind stehen,
00:11:10: zum Beispiel beim Kochen,
00:11:12: nee, macht das so, ne, nimmt das so, nein, die Zutat kommt da nicht rein.
00:11:16: Aber du musst das machen, wie ich sage, was einfach,
00:11:18: ob wir es kontrollieren müssen.
00:11:20: Also auch so, ja, dieses Stück ist ein bisschen zu groß
00:11:22: und das ist zu klein und schneit das mal so und halt das mal so.
00:11:25: Ne, macht das jetzt genauso wie ich.
00:11:27: Also ich finde dem Kind zu sagen, wie ich es dir das sage.
00:11:29: Ich würde dir das sagen.
00:11:31: Ja, voll. Also gehört aber streng genommen auch schon dazu.
00:11:34: Ja, schon. Aber also jetzt ein Kind zu verbieten,
00:11:36: irgendwie weiß nicht, muss Kat in der Kugel.
00:11:38: Das muss jetzt nicht das Essen verseizen oder versorgen.
00:11:40: Ja, genau.
00:11:41: Das ist schon klar.
00:11:43: Aber dass man permanent daneben steht und sagt, ja, mach das so,
00:11:48: nee, das, das, das, das, das, das, ist ja Kontrolle üben.
00:11:51: Und das wird versucht dann aufzuwiegen,
00:11:53: damit, dass man den Kindern irgendwie Entscheidungen ermöglicht,
00:11:56: wie wird es jetzt jenen oder den Pullover tragen,
00:11:59: was ja natürlich auch irgendwie eine gerechtfertigte Entscheidung ist.
00:12:02: Aber ist das wirklich Autonomie?
00:12:05: Meinst du, dass das der Grund ist,
00:12:07: weil wir auch nicht autonom sind, also wie jetzt schon mal,
00:12:09: wir sind selbstständig, aber so Arbeitnehmer oder so,
00:12:11: ich meine, die müssen ja zu Uhrzeiten,
00:12:13: die haben ja so komplett einfach gar keine Wahl in ihrem Leben,
00:12:15: bei gar nichts.
00:12:17: Außer bei der Marmelade.
00:12:18: Und das ist einfach so das restliche.
00:12:20: Ja, so wachsen wir aber doch alle auch so.
00:12:22: Unsere Eltern haben uns gesagt, mach das so, mach das so, mach das so.
00:12:24: Wir gehen in die Schule, da wird gesagt, naja, mach das so,
00:12:26: bleib sitzen, mach das so.
00:12:28: Ja, beim Arbeitnehmer ja genau so.
00:12:30: Genau, vielleicht studieren wir so.
00:12:32: Da gibt es eine Autonomie.
00:12:34: Im Studium gibt es dann wieder Autonomie, aber als Arbeitnehmer dann eigentlich...
00:12:36: Ja, beim Studium sind dann alle überfordert davon auch.
00:12:38: Ja.
00:12:40: Also wir lernen das ja einfach schon die ganze Zeit von unseren Eltern
00:12:43: und dann in der Schule und so weiter.
00:12:45: Und das ist ja kein Wunder, dass wir das dann an unsere Kinder weitergeben
00:12:48: und dass wir dann auch irgendwie unsere Kinder die ganze Zeit kontrollieren
00:12:51: und denen sagen, was sie tun sollen und wie sie es tun sollen.
00:12:54: Weil wir es einfach nicht alles gewohnt sind.
00:12:56: Kommt ja wahrscheinlich auch aus so einem Bedürfnis heraus quasi,
00:12:58: dass man das vorhersehen kann, wie ein Kind sich verhält
00:13:01: oder also wie so ein...
00:13:03: Also ich glaube, dass halt die Menschen auch jetzt so durch die Industrialisierung
00:13:08: und den Kapitalismus und so.
00:13:10: Und da gab es auch so eine Bewegung, die hieß "Scientific Motherhood",
00:13:13: da hat man quasi versucht, so Eltern schafft zu rationalisieren.
00:13:17: Also quasi so zu sagen, also wie jetzt auch beim Papier-Hariorismus
00:13:20: mit der operanten Konditionierung, so du tust A, dann passiert auf jeden Fall B.
00:13:24: Ja.
00:13:26: Und ich glaube halt, dass das auch so ein Zeitgeist einfach ist,
00:13:28: so dass wir halt denken, na ja, ich mache das
00:13:31: und dann passiert auf jeden Fall das.
00:13:33: Und quasi Kindern immer vorzugeben, was sie sagen sollen
00:13:36: oder was sie tun sollen oder halt ihnen halt auch wie so eine Routine vorgeben
00:13:40: und eine Struktur und ein Tagesablauf und keine Ahnung,
00:13:42: es soll ja am Ende dazu führen, dass sie irgendwie halt zu guten Menschen werden
00:13:46: oder zu normalen Menschen oder keine Ahnung was.
00:13:49: Also halt so, dass man quasi halt Angst hat,
00:13:51: dass wenn man jetzt dem Kind nicht 24/7 sagt, was es zu tun hat,
00:13:54: dass es dann am Ende halt nur schlechte Sachen tut sozusagen.
00:13:57: Ja, und dagegen, Puhl, wäre er so, dass man checkt,
00:14:00: oh, das ist Kontrolle, Kontrolle ist schlecht
00:14:02: und dann sagt, okay, ich kontrolliere meinen Kind nicht,
00:14:04: das darf machen, was es will.
00:14:06: Ich gebe ihm gar nichts vor, so laisse ich fairmäßig.
00:14:08: Ja, aber das wäre ja nicht das Gegenpuhl.
00:14:10: Best nicht?
00:14:11: Find ich nicht, nee.
00:14:12: Also zu sagen, ich kontrolliere meinen Kind nicht,
00:14:14: ist nicht dasselbe wie zu sagen, ich, mir ist es egal, was mein Kind macht.
00:14:17: Stimmt, das ist so scheinbar ein Gegenpuhl, aber es ist eigentlich nicht.
00:14:21: Ja, genau.
00:14:23: Und gleichzeitig glaube ich, dass super wenig Kinder in unserer Gesellschaft,
00:14:29: aktuell auch in unserer BO-Bubble quasi,
00:14:32: das super wenig Kinder halt echte Autonomie erleben,
00:14:35: weil eben genau dieses, ich halte die in Polova vor
00:14:38: und fragte dich, rosa oder schwarz, das ist keine Autonomie,
00:14:41: weil Autonomie wäre, also das ist einfach nur eine Entscheidung,
00:14:45: es ist Pseudoautonomie, wie, dass ich mich entscheiden kann,
00:14:47: welche Banane ich esse, also welche Sorte.
00:14:50: Aber im Endeffekt ist halt die Tatsache,
00:14:54: dass das Kind sich jetzt anziehen muss, ist ja vorgegeben.
00:14:57: Und wenn sich das Kind nicht anzieht,
00:14:59: dann wird auch die Konsequenz irgendwo gegeben bei den meisten Eltern,
00:15:02: nämlich das Stress auslöst, dass man irgendwie
00:15:04: vielleicht dann doch das Kind dazu überredet,
00:15:07: oder gegen den Willen anzieht, oder weiß ich nicht,
00:15:10: also dass auf jeden Fall so lange gedrängelt wird,
00:15:12: bis das Kind sich halt anzieht.
00:15:13: Ob den meisten Eltern wäre es einfach zu unangenehm,
00:15:15: das Kind ein Schlafanzug in die Kita zu bringen.
00:15:17: Ja, kannst du ja von dir selber auch anziehen.
00:15:18: Mir inklusive, genau, mir ist es auch zu unangenehm,
00:15:20: das würde ich auch nicht machen.
00:15:21: Ja, erzähl mal, wie das jetzt letztens war.
00:15:23: Unser eines Kind wollte sich letztens einfach Partu nicht anziehen
00:15:26: und es gab einfach keine Möglichkeit,
00:15:28: das so gewaltfrei durchzusetzen.
00:15:31: Und dann haben wir gesagt, okay, fährst jetzt den Schlafanzug los.
00:15:34: Ich bin mit Auto unterwegs gewesen,
00:15:36: so einfach mit Schlafanzug ins Auto gesetzt.
00:15:39: Dann habe ich vor der Kita geparkt, bin zu dem Kind hingegangen
00:15:44: und habe gesagt, so, mir ist das wirklich unangenehm.
00:15:47: Ich will auf gar keinen Fall, dass du in den Schlafanzug in die Kita gehst,
00:15:50: wir ziehen dich jetzt an.
00:15:51: Und dann hat es das gemacht.
00:15:53: Ja.
00:15:54: Das war überhaupt kein Problem.
00:15:56: Weil das war wieder auf Basis von Kooperation?
00:15:58: Genau, es lag halt dann nicht.
00:16:00: Also das Problem war ja nicht das Anziehen an sich.
00:16:02: Das Problem war ja, dass das Kind die Kontrolle selbst haben wollte,
00:16:07: also selbstbestimmen wollte, wann es sich anzieht.
00:16:10: Und weil wir halt alles vorher vorgegeben haben,
00:16:13: jetzt machst du das, jetzt machst du das,
00:16:15: war das dann der Zeitpunkt, an den das Kind sich autonom gefühlt hat.
00:16:21: Also das Gefühl hatte, es kann jetzt selbst bestimmen
00:16:23: und dann war es kein Problem.
00:16:25: Ich glaube, dass es viel mit Loslassen zu tun hat.
00:16:29: Also quasi, wenn du zu Hause bist und dann unbedingt willst,
00:16:33: dass das Kind sich anzieht und das nicht ertragen kannst,
00:16:37: das ist ja einfach eine Form von Kontrolle.
00:16:40: Weil wenn du einfach nur einen Leitfaden vorgibst,
00:16:42: jetzt ziehen wir uns an, jetzt machen wir das,
00:16:44: das ist ja für Kinder gut.
00:16:46: Also Kinder brauchen ja auch diese Orientierung.
00:16:48: Das ist ja genau das Gegenteil von Lise Faire,
00:16:50: um die Kinder zu sagen, hey, wir kaufen jetzt die Marmelade
00:16:53: und wenn das Kind dann sagt, nein, die will ich auf gar keinen Fall,
00:16:56: dann bist du so, okay, dann entscheide du.
00:16:58: Aber solange das Kind quasi damit fein ist,
00:17:01: dass sie Entscheidungen trifft, ist es auch gut,
00:17:03: dass sie Entscheidungen trifft.
00:17:05: Ja, es würde Kinder jetzt sehr überfordern,
00:17:07: jede Entscheidung kann treffen.
00:17:09: Es wird erst an dem Zeitpunkt problematisch,
00:17:11: genau, es wird erst an dem Zeitpunkt problematisch,
00:17:13: wo euer Kind etwas nicht will, was ihr wollt.
00:17:15: Und dann ist der Zeitpunkt da, wo ihr sagen müsst,
00:17:18: okay, jetzt kontrolliere ich dich aber nicht.
00:17:20: Also ich gebe dir jetzt echte Autonomie.
00:17:22: Du willst diese Marmeladen nicht?
00:17:24: Okay, dann kauf du eine.
00:17:26: Du willst wirklich nicht dich anziehen,
00:17:29: bevor wir in die Kita gehen.
00:17:31: Okay, ich kontrolliere dich nicht.
00:17:33: Und dann aber im letzten Schritt nochmal zu sagen,
00:17:35: aber ich würde mich jetzt wirklich freuen,
00:17:37: wenn du dich umziehst, weil mir ist es grad unangenehm.
00:17:40: Ich fühle mich dadurch irgendwie nicht so gut.
00:17:43: Es hat nichts mit dir zu tun, sondern mit mir.
00:17:46: Und dann dem Kind quasi die Möglichkeit zu geben,
00:17:48: zu kooperieren auf freiwilliger Basis, ohne Druck,
00:17:50: sondern einfach mit ehrlicher Kommunikation,
00:17:52: mit "Hey, so fühl ich mich gerade."
00:17:54: Und ich würde mich einfach wünschen,
00:17:56: dass du das jetzt machst.
00:17:58: Ja.
00:17:59: Und ich glaube, das ist eben das der Unterschied
00:18:02: zwischen Kooperation und Autonomie
00:18:05: und eben diesem Kontrolle.
00:18:08: Ich würde das sagen, wir haben auch immer wieder gemerkt
00:18:11: bei unseren Kindern,
00:18:13: dass wirklich Autonomie ermöglichen ein sehr gutes Mittel ist,
00:18:18: um Konflikte und viele Gefühlsausbrüche
00:18:22: und so gering zu halten,
00:18:24: um Stress wirklich zu minimieren von dem Kind.
00:18:27: Weil im Prinzip ist es ja so,
00:18:29: wir hatten ja schon eine Möglichkeit genannt, was passiert,
00:18:32: wenn Kinder sich nicht autonom fühlen,
00:18:35: und zwar ist das Wut und Rebellion dann,
00:18:37: also dass sie dann sich komplett dagegen stellen,
00:18:40: gegen den Druck, gegen die Kontrolle.
00:18:42: Und dann versuchen, Selbstkontrolle auszuüben
00:18:45: und einfach nur sich dann komplett versperren.
00:18:48: Ich glaube, eine andere Möglichkeit,
00:18:50: und das passiert wahrscheinlich, wenn man autoritär erzieht
00:18:52: und dann wirklich mit Gewalt und Bestrafen agiert,
00:18:55: dann wird sich das Kind anpassen
00:18:57: und das wird sich aber psychisch schädlich auswirken
00:19:00: auf das Kind, sage ich jetzt also,
00:19:02: ich glaube, das ist auch relativ bekannt in der Psychologie,
00:19:06: in der Entwicklungspsychologie.
00:19:08: Aber ich glaube, dass das den Kindern psychisch gar nicht gut tut
00:19:11: und im Endeffekt den Selbstwert sehr drückt,
00:19:14: wenn ein Kind so aufwächst.
00:19:16: Ich glaube ehrlich gesagt,
00:19:17: dass wenn man gar keine Autonomie in seinem Alltag erfährt,
00:19:20: dass man dann einfach den Lebenswillen verliert.
00:19:22: Also das glaube ich wirklich,
00:19:25: wenn man jetzt wirklich sich kommt,
00:19:27: weil dann fühlt man sich ja auch auf eine Art komplett hilflos,
00:19:29: also oder ausgeliefert.
00:19:30: Autonomie ist ja wirklich auch in sehr vielen Bedürfnismodellen
00:19:35: als Grundbedürfnis aufgewiesen.
00:19:37: Ja.
00:19:38: Grundbedürfnisse braucht man,
00:19:40: wir haben ja auch eine Folge zu Bedürfnissen gehabt,
00:19:42: weil sich das näher interessiert, hört da rein.
00:19:44: Aber Grundbedürfnisse sind quasi so definiert,
00:19:47: was ein Mensch braucht,
00:19:48: um sich wohlzufühlen, um gut leben zu können.
00:19:51: Und wenn Autonomie ein Grundbedürfnis ist,
00:19:53: dann bedeutet das,
00:19:54: ohne Autonomie kann man sich nicht wirklich wohlfühlen
00:19:57: und kann kein gutes, menschenwürdiges Leben führen.
00:20:01: Voll.
00:20:02: Also ich meine, okay, ich würde ein bisschen gerne weggehen
00:20:05: von diesen Bedürfnissen,
00:20:07: weil wir ja auch in der Folge darüber gesprochen haben,
00:20:09: dass sie nicht kulturell übertragbar sind und so weiter.
00:20:11: Aber ich glaube halt schon,
00:20:12: dass quasi dieses Ding von der Handlungsmacht zu haben,
00:20:15: also das Gefühl, quasi sich nicht ausgeliefert zu fühlen,
00:20:18: das ist ja im Prinzip auch Autonomie,
00:20:20: dass man das Gefühl hat, man hat eine Handlungsmacht.
00:20:22: Und ich glaube, es ist schon sehr essentiell für alle Lebewesen,
00:20:25: also auch für Tiere zum Beispiel.
00:20:27: Ja, voll.
00:20:28: Deshalb glaube ich, dass es einfach auch so ein bisschen darum geht,
00:20:31: dass man halt quasi eben nicht das Gefühl hat,
00:20:33: man ist in der Situation gefangen
00:20:35: und kann daran gar nichts ändern.
00:20:36: Das bedeutet im Umkehrschluss ja auch, dass halt Kinder ...
00:20:40: Wahrscheinlich, also ich muss sagen,
00:20:42: also jetzt diese Situation mit dem Schlafanzug,
00:20:44: das hatten wir tatsächlich mit uns,
00:20:46: das hatten wir mit beiden Kindern einmal diese Situation.
00:20:49: Und zwar exakt einmal.
00:20:51: Sie mussten beide einmal merken, dass es keinen Kampf gibt
00:20:54: und dass es okay ist, wenn sie sich so entscheiden,
00:20:57: auch wenn wir sichtlich genervt davon waren oft.
00:21:00: Also oft haben wir halt auch so gemacht,
00:21:02: dass wir dann drängeln und dass wir dann sagen,
00:21:04: dass es einfach so ein bisschen mehr war.
00:21:06: Bis es halt dann wirklich so ein Pieck erreicht hatte,
00:21:08: dass bei, also jedes Kind jeweils in ...
00:21:10: Also mit Jahresabständen und keine Ahnung was,
00:21:12: aber halt in einer Situation so waren, nein,
00:21:14: jetzt geht wirklich gar nichts mehr.
00:21:16: Entweder du zwingst mich jetzt wirklich körperlich dazu,
00:21:18: mich anzuziehen, oder ich bleib eben so, wie ich jetzt bin.
00:21:21: Und beide Kinder hatten diese Situation einmal,
00:21:25: haben gemerkt, okay, Mama und Papa werden mich nicht kontrollieren.
00:21:28: Okay, das ist eine autonome Entscheidung.
00:21:30: Ich kann also wirklich jederzeit sagen, ich will es nicht.
00:21:33: Und das muss ich gar nicht sagen.
00:21:35: Ich kann mich jetzt einfach anziehen.
00:21:37: Und ich habe jetzt tatsächlich auch einfach mit den Kindern angefangen,
00:21:39: zu sagen morgens, wenn die aufwachen,
00:21:41: gleich wenn wir aufstehen,
00:21:43: will ich euch als Allererstes anziehen.
00:21:45: Weil ich mag das voll, wenn das halt schon so rum ist quasi.
00:21:47: Ich mag das lieber, wenn die Kinder sich direkt nach dem Aufstehen anziehen
00:21:50: und wir alle schon fertig sind, weil ich finde,
00:21:52: das ist dann weniger stressig am Morgen.
00:21:54: Und dann habe ich den Kindern einfach so,
00:21:56: wenn ihr dazu bereit seid, dann sagt ihr einfach,
00:21:58: bereit und dann stehen wir zusammen auf.
00:22:00: Und dann kommt dann eine komplette Linie vor.
00:22:03: Und ich weiß nicht, ob das jetzt wieder nur so eine Pseudoautonomie ist.
00:22:06: Aber für mich ist es irgendwie wichtig,
00:22:08: dass sie sich zumindest darauf vorbereiten können,
00:22:10: was ich jetzt will.
00:22:12: Und ihnen quasi so ein Stück weit die Möglichkeit ist,
00:22:15: auch die Möglichkeit zu sagen, ich kooperiere.
00:22:17: Und das Ding ist aber halt auch, wenn jetzt die Kinder sagen würden,
00:22:20: nein, mache ich nicht, dann würde ich halt sagen, okay, na gut.
00:22:23: Finde ich jetzt zwar blöd, aber genau.
00:22:25: Finde ich zwar blöd, aber kann ich jetzt auch nichts daran ändern.
00:22:28: Und deshalb ist auch dieses, ich will eigentlich so geschickt,
00:22:30: weil du halt wirklich klar machst, was du jetzt erwartest.
00:22:33: Also ich will oder ich erwarte, das ist klar für die Kinder,
00:22:36: aber es ist keine Kontrolle, es ist keine Anweisung.
00:22:39: Ich glaube, das ist ein Punkt, der ist viel nicht klar.
00:22:41: Aber das ist ein wirklich großer Punkt,
00:22:43: ein wirklich wichtiger Punkt für Kinder,
00:22:45: dass sie Autonomie bekommen.
00:22:47: Und um das zu schaffen, muss man eben ganz oft auch einfach loslassen.
00:22:52: Muss man ganz oft, wenn man merkt, das Kind sperrt sich jetzt,
00:22:55: dann bist du eher in so einem Scheidepunkt.
00:22:57: Entweder du entscheidest dich für Gewalt oder du lässt los.
00:22:59: Man muss echt lernen, loszulassen
00:23:01: und auch nicht die ganze Zeit neben dem Kind zu stehen
00:23:04: und zu sagen, du machst jetzt das, du machst jetzt das, du machst jetzt das so
00:23:07: und so, wie ich will.
00:23:09: Und deshalb sind eigentlich ziemlich gute Praxistips meiner Meinung nach
00:23:13: einfach Anweisungen zählen am besten,
00:23:16: also dass man sich bewusst wird, wie viele Anweisungen man Kindern gibt
00:23:19: und diese auf ein Minimum zu reduzieren.
00:23:22: Und man muss eher den Kindern zu sagen, was man erwartet oder was man will
00:23:26: und dass man, wenn es...
00:23:28: Oder was man mag oder nicht mag.
00:23:30: Ich mag es nicht, wenn du deine Hände nicht wäscht
00:23:32: und danach das Essen anfasst, zum Beispiel.
00:23:34: Genau.
00:23:36: Und wenn man einfach den Kindern sagt, was man vorhat
00:23:39: und was man macht und was man tun wird,
00:23:41: was man dann halt auch einfach macht,
00:23:43: aber die dann machen das in dem Rahmen.
00:23:45: Wenn man sagt, okay, wir gehen jetzt raus
00:23:47: und man geht dann halt, also man macht den Kindern klar, es geht jetzt raus,
00:23:51: dann muss man denen nicht vorgeben, wann genau die sich fertig machen
00:23:54: oder nicht die ganze Zeit drohen.
00:23:56: Ja, wenn ich nicht fertig mache, dann bla bla bla so.
00:23:58: Ja, beim Rausgehen mache ich halt auch wirklich voll gern einfach so,
00:24:01: ich gehe jetzt raus, soll ich dich zuerst anziehen
00:24:03: oder willst du selber machen?
00:24:05: Voll oft wollen die Kinder dann nicht mit rauskommen.
00:24:07: Dann ziehe ich mich halt einfach schon mal an, ziehe schon mal den Hund an,
00:24:11: dann warte ich schon mal im Flur,
00:24:13: dann wenn die Kinder dann wieder sagen, ich will nicht bla bla bla,
00:24:16: dann ist halt auch voll gut zu fragen, okay, was kann ich dir,
00:24:18: was brauchst du von mir, damit es für dich leichter wird.
00:24:20: Dann sagt eins der Kinder meistens, ich will eine Banane, ich weiß nicht warum.
00:24:24: Wie ist es einfach gerne, wenn es draußen ist?
00:24:25: Nämlich so, ja, kein Ding, ne Banane mit.
00:24:28: Und dann gehen wir halt raus.
00:24:29: Ja.
00:24:30: Also so, einfach auch dieses Ding von Konflikte sind nicht dazu da,
00:24:35: damit einer gewinnt, sondern Konflikte sind halt dazu da,
00:24:37: um ein Kompromiss zu finden oder zu finden,
00:24:39: draus zu finden, was man braucht quasi so.
00:24:42: Ja, ich glaube, das ist auch so ein bisschen so die Folge
00:24:47: von Elnbogen Gesellschaft und von autoritärer Erziehung
00:24:50: wahrscheinlich auch, dass wir immer denken, wir müssen jetzt
00:24:54: gewinnen im Konflikt und dass es einen Sieger und ein Verlierer gibt.
00:24:58: Und dadurch glaube ich auch viele, also das sind ja Machtkämpfe dann
00:25:02: und schnell in Machtkämpfe mit den Kindergeraten,
00:25:04: die uns nicht wirklich ermöglichen, loszulassen.
00:25:06: Aber wenn man sich denkt, ja, es geht einfach darum,
00:25:09: jetzt eine Lösung zu finden und nicht, wer gewinnt oder wer verliert.
00:25:12: Und mein Kind wird mir nicht auf der Nase herumtanzen,
00:25:15: wenn ich jetzt in einem Machtkampf aussteige und loslasse.
00:25:18: Ich glaube, das ist auch so eine Angst zum Vieren,
00:25:20: dass die Kinder dann irgendwie ... - Verderben.
00:25:22: Verderben, was ...
00:25:24: Also Kinder, was Kinder machen, ist einfach sich gegen Kontrolle wehren
00:25:29: und gegen Druck. - Ja, das ist auch ganz normales kindliches Verhalten.
00:25:32: Also wirklich, das beobachtet man halt auch in Indigen, Jäger und Sammler,
00:25:35: Kulturen, auch das Kinder zum Beispiel, irgendwie Hauen oder keine Ahnung,
00:25:38: was also halt so diese ganzen Sachen, die Kinder machen,
00:25:40: die sind komplett normal, die sind auch komplett menschlich.
00:25:42: Wenn ihr euch überlegt, wie jetzt auch Martin vorher meinte,
00:25:45: also man kann sich ja oft einfach in diese Situation hineinversetzen,
00:25:47: wenn ihr jetzt überlegt, so ihr steht im Supermarkt
00:25:49: und sucht euch eine Marmelade aus
00:25:51: und dann sagt die Personie, was ich wirklich für sich.
00:25:53: Das finde ich aber im Winter ein bisschen unangemessen.
00:25:56: Du solltest dir lieber Kirsch holen oder keine Ahnung was,
00:25:59: oder halt dann die ganze Zeit so, ja, aber das schmeckt doch gar nicht.
00:26:01: Nachher schmeckt dir das nicht?
00:26:03: Oder dann gefällt dir das doch nicht?
00:26:05: Wobei Marmelade vielleicht nicht das Beste,
00:26:07: weil so viel Zucker ist ja auch irgendwie nicht gut.
00:26:09: Aber man kann einfach irgendwas nehmen, irgendeine andere Ware,
00:26:12: können sich auch vorstellen. Aber wir bleiben jetzt beim Marmelade.
00:26:15: Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass Marmelade uns voll ...
00:26:19: Es geht mir einfach nur darum, dass man dann die ganze Zeit so reingeridet bekommt
00:26:22: und das ist halt einfach scheiße.
00:26:24: Und wenn man quasi sagt, du hast die Wahlfreiheit,
00:26:26: dann soll man sie auch haben. Ich habe auch vorher eine Idee gehabt.
00:26:28: Also generell bin ich halt mega der große Fan davon,
00:26:30: die Lebensumstände einfach eh komplett so zu gestalten,
00:26:32: dass die Kinder halt autonom sein können,
00:26:34: ohne dass man halt 24/7 Anweisungen geben wird.
00:26:36: Es gibt ja wirklich diese ...
00:26:38: Da steht eine zerbrechliche Wahrheit.
00:26:40: Nicht rennen, da stehen Vasen.
00:26:42: Ihr kennt doch sicher dieses Video von ...
00:26:45: Von ...
00:26:47: Mit dieser alten Frau da, die irgendwie so ...
00:26:49: Doppelnamenkind.
00:26:51: ... Phillip oder so irgendwas. Kevin, Kevin, Phillip oder so.
00:26:54: Keine Ahnung. Hey, last, schneid das bitte rein.
00:26:56: Mit diesem "Nähe Jan Lukas, mach nicht das."
00:26:59: Und mein Kind wird bildschimpffrei erzogen.
00:27:01: Und jetzt kommst du wieder hierher.
00:27:03: Jetzt machst du wieder dieses und jenes so.
00:27:05: Also das war überspitzt, aber ich glaube halt schon,
00:27:08: dass es auch viele Eltern ...
00:27:10: dass es einfach Massivkontrolle geübt wird.
00:27:12: Ja, voll, da schon, aber weil es halt auch so zusammengeschnitten ist,
00:27:15: aber auch wenn man auf dem Spielplatz sitzt.
00:27:17: Also seitdem wir halt das auch nicht mehr so machen,
00:27:19: dass seitdem wir die Kinder auch so machen lassen, ganz viel,
00:27:21: fällt mir das halt immer mehr noch auf,
00:27:23: wie viele andere Eltern ihren Kindern halt 24/7 Anweisungen geben.
00:27:26: Was wir auch gemacht haben. Also wir haben das ja wirklich auch gemacht.
00:27:29: Ich gebe immer noch viel zu viele Anweise.
00:27:31: Ja, aber es hat sich halt schon sehr verbessert.
00:27:33: Und manche Eltern sind ja wirklich so ...
00:27:35: weiß ich nicht, Lukas, setz dich bitte so und so im Sandkasten hin.
00:27:39: Mach mal das und das.
00:27:41: Jetzt grabt doch da kein Loch, da sitzt doch ein anderes Kind.
00:27:43: Du kannst doch die Schaufel nicht so halten.
00:27:45: Jetzt hör doch mal auf den Sand zu werfen.
00:27:47: Also dass das Kind halt wirklich 24/7 halt so kontrolliert wird,
00:27:49: einfach in seinem Verhalten und gar nicht die Möglichkeit hat,
00:27:52: auch auf sich selbst zu achten.
00:27:54: Darf ich auch schon ein paar Mal jetzt im Podcast erzählt, glaube ich,
00:27:56: dass wir in so einem Indoor-Spielplatz waren und da war so ein Kind,
00:27:58: was einfach so die ganze Zeit von seiner Mutter Input bekommen hat.
00:28:01: Die ganze Zeit rutscht dahin, passt doch mal da auf.
00:28:04: Jetzt lädt er da aber nicht hoch, jetzt sind Ball aber dahin legen.
00:28:07: Und dann war die Mutter und dieses Kind
00:28:09: ist eigentlich in einem die ganze Zeit mit irgendeinem anderen Kind zusammen gestoßen.
00:28:12: Einfach so ein richtiges Rüppelkind, wirklich, wo du so dachtest,
00:28:15: ja, da muss die Mutter ja, muss sie ja machen.
00:28:17: Kann ja gar nicht anders.
00:28:19: Ich meine, das ist ja voll das Rüppelkind.
00:28:21: Da musste die Mutter sich aber umdrehen und sich um ihr Baby kümmern.
00:28:23: Das hatte irgendwie ... ich glaube, das war ein Ertrag, das war aufgebracht,
00:28:25: der hat das rausgenommen, irgendwie so was war.
00:28:27: Es war wirklich ... war nur für zwei Minuten hatte die jetzt nicht die Aufmerksamkeit
00:28:29: komplett auf diesem kleinen Kind.
00:28:31: Und auf einmal war dieses Kleinkind ein kleiner Sonnenschein,
00:28:33: was irgendwie rücksichtsvoll war, was an der Treppe zur Rutsche gewahrt.
00:28:36: Was eben nicht in andere Kinder reingesprungen ist.
00:28:39: Die Mutter dreht sich um und es war wieder ...
00:28:41: Wie als hätte man ein Scheiter umgelegt.
00:28:43: Also wirklich so, dieses Rüppelkind war dann einfach wieder da.
00:28:46: Weil das Kind halt aber auch so sich komplett dran gewöhnt hat.
00:28:49: Mama kontrolliert meine Umgebung.
00:28:51: Mama sagt mir, was ich machen muss und ich muss da gar nicht drauf achten.
00:28:54: Und ich glaube, das ist halt auch so ein Problem,
00:28:57: den ich mir vorstellen kann, den man dann immer wachsen alter hat,
00:29:00: wenn man halt 24/7 gesagt bekommt, was man will.
00:29:03: Also erstens baut es irgendwo Frust auf.
00:29:05: Also ich glaube, man hat irgendwie die ganze Zeit ...
00:29:08: Man hat ja immer diese Pseudo-Wahlenmöglichkeiten
00:29:10: und kann gar nicht so richtig verstehen,
00:29:12: warum man jetzt irgendwie so unzufrieden ist im Leben.
00:29:14: Und zweitens ist es einfach so richtig überfordert,
00:29:16: dann für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.
00:29:19: Voll. Es ist dann ja für Kinder, die halt so heranwachsen,
00:29:22: die sind dann irgendwann in der Situation,
00:29:24: wo die halt selbst Verantwortung übernehmen müssen.
00:29:27: Und wo sie selbst irgendwie Entscheidungen treffen müssen.
00:29:29: Und dann sind sie so, das hat mir doch was ich tun soll.
00:29:32: Ja, genau. Ja, genau.
00:29:34: Ja, und das Ding ist ja auch generell,
00:29:36: also da habe ich jetzt gerade übernacht,
00:29:38: dass die Kinder quasi 24/7 kontrolliert in ihrem Verhalten,
00:29:41: ist es ja auch für die Eltern so voll der überkrasse Fokus aufs Kind
00:29:45: die ganze Zeit. Also du weißt man ja immer, wo das Kind ist,
00:29:48: mehr oder weniger. Muss man ja wissen,
00:29:50: weil man hat ja, man muss ja dem Kind sagen, was es zu machen hat.
00:29:53: Das ist ja auch voll übertrieben eigentlich.
00:29:55: Es ist auch wahnsinnig anstrengend.
00:29:57: Es ist ja wahnsinnig viel Arbeit und Kind, die ganz ...
00:29:59: wenn ich anfange, viele Anweisungen zu geben,
00:30:01: das halte ich nicht lange durch.
00:30:03: Ich werde so fertig, das stresst mich so krass.
00:30:05: Und weil das Kind sich ja auch auf irgendeine Art dagegen wehrt,
00:30:09: macht es halt eben nicht, was man will.
00:30:11: Und dann gibt man noch mehr Anweisungen
00:30:13: und irgendwann ist man halt komplett gestresst und ausgelaut,
00:30:15: weil man sich dem Mund fuzzlig redet.
00:30:17: Ja voll.
00:30:18: Das ist richtig schlimm.
00:30:19: Und ich habe auch noch eine Idee gehabt,
00:30:21: wie mein Kind dann autonomier möglichen kann.
00:30:23: Das habe ich auch aus "Kinder mehr zutrauen" von Melklin Duklev.
00:30:26: Das habe ich über im Kochen, wenn das Kind jetzt keine Ahnung,
00:30:29: eine Riesenmenge Muskat in das Essen machen möchte,
00:30:32: dann kann man ja auch einfach sagen, auch gut.
00:30:37: Und dem Kind aber dann erklären,
00:30:39: warum das vielleicht besser wäre, das nicht zu tun.
00:30:42: Ja, das habe ich auch voll oft bei unserem Kind gemacht,
00:30:44: das ich irgendwie so gesagt habe.
00:30:46: Also zum Beispiel, ja, ich will hier jetzt das Gewürz reinmachen.
00:30:49: Ah, okay, das Gewürz ist übrigens scharf.
00:30:51: Ah nee, ich mag scharf gar nicht.
00:30:53: Genau.
00:30:54: Und dann kommt auch voll auf die Rückfrage,
00:30:56: welches Gewürz schmeckt denn da drin?
00:30:58: Und dann sage ich, das könnte da drin schmecken,
00:31:00: und das und das.
00:31:01: Und dann, wenn das irgendwie eins ist mit einer großen Öffnung,
00:31:04: dann sage ich auch so was wie,
00:31:05: wenn du magst, können wir einen kleinen Löffel holen,
00:31:07: dann ist es leichter, das rauszuholen oder sowas.
00:31:09: Und dann hat man halt auch diese Pensionierung wieder drin.
00:31:11: Ja genau, weil wir sagen halt so oft,
00:31:13: das fühlt sich ja auch irgendwie blöder für Kinder
00:31:15: und die fühlen sich dann eben auch nicht wertgeschätzt
00:31:17: und nicht wertvoll,
00:31:19: wenn sie eigene Vorschläge machen
00:31:22: aus ihrer eigenen Perspektive raus
00:31:24: und es immer sofort gesagt wird,
00:31:26: nein, das machen wir nicht, das ist keine gute Idee.
00:31:28: Und gerade beim Kochen würde ich auch eine kurze Zeitnote
00:31:31: quasi geben, wenn eure Kinder da Ideen haben
00:31:34: und euch rational jetzt erstmal keinen Grund einfällt,
00:31:37: warum es, also wie jetzt mit Gewürzen,
00:31:39: oder irgendwie, wir haben so einen Eintopf gekocht
00:31:41: und dann meinte unser Sohn, ja ich will da Essig reinmachen
00:31:43: und war ich so, ah okay, warum?
00:31:46: Und da meinte er, na ja, ein bisschen Säure
00:31:48: und dann war ich so, und wie viel, so ein Löffel
00:31:51: und dann dachte ich so, okay, why not, ist ein großer Topf,
00:31:54: bisschen Säure klingt vernünftig, also er weiß wofür Essig da ist.
00:31:57: Also wenn ich jetzt gesagt hätte, er will Essig reinmachen,
00:31:59: hätte ich gefragt wofür, ja, damit es süß wird,
00:32:01: hätte ich gesagt, aber Essig macht gar nicht süß,
00:32:03: also es macht keinen Sinn. Also erstmal so zu hinterfragen,
00:32:05: also dass man quasi das ernst nimmt,
00:32:07: dass die Idee vom Kind halt auch quasi rational begründet ist.
00:32:10: Also dass es jetzt keine so spontane Idee kommt,
00:32:12: wie ja ich mache jetzt Erde ins Essen,
00:32:14: sondern dass das Kind halt für voll nimmt,
00:32:16: dass es sich wirklich Gedanken darüber gemacht hat.
00:32:18: Ja wenn das Kind sagt, ich will Erde ins Essen machen,
00:32:20: dann ist es wahrscheinlich ein Witz,
00:32:22: da kann man das auch spaßig tun.
00:32:24: Ja, kann man auch lachen und sagen,
00:32:26: und ich mache meine Füße ins Essen.
00:32:28: Nee, aber genau, also dieses Ding von Kindern halt ernst nehmen
00:32:31: und auch erstmal hinterfragen,
00:32:33: warum sie was Bestimmtes machen wollen
00:32:35: und voll oft kommt man dann auch dahinter,
00:32:37: dass sie was falsch verstanden haben,
00:32:39: und dann kann man ihr was sagen, ach so,
00:32:41: aber das funktioniert so gar nicht, guck mal, das macht man damit.
00:32:43: Und dann ist das Kind so, ah, dann will ich das damit machen.
00:32:45: Also übrigens war unser Kind zu dem Zeitpunkt 4,
00:32:47: also es ist jetzt nicht irgendwie so,
00:32:49: dass es noch bei kleinen Kindern.
00:32:51: Ja, und es ist ja auch so, dass zum Beispiel bei Affen,
00:32:53: dass dann so irgendwelche Kinder,
00:32:55: irgendwelche krassen neuen Techniken entwickeln,
00:32:57: weil sie einfach spielen und dann funktioniert irgendwas.
00:32:59: Und das bei unserem Kind beim Kochen auch.
00:33:01: Also der hat manchmal einfach irgendwelche Sachen gemacht.
00:33:04: Und dann hat es übel Sky geschmeckt.
00:33:06: Er hat zum Beispiel immer ein Pfannkuchen,
00:33:08: so Orangenschale reingerasst wird.
00:33:10: Einfach so eine eigene Idee,
00:33:12: und wir haben schon echt ein paar nice Kochkniffe
00:33:14: von unserem Kind gelernt.
00:33:16: Ja voll.
00:33:18: Und die Kinder entendieren oft dazu,
00:33:20: dass sie denken, so, dieses Lernen ist eine einbarnen Straße.
00:33:22: Mein Kind lernt von mir,
00:33:24: aber man kann natürlich übelst viel von Kindern lernen.
00:33:26: Man muss irgendwie bloß offen dafür sein
00:33:28: und das Kind sehen und zuhören.
00:33:30: Voll.
00:33:32: Was ich auch noch sagen wollte wegen dieser,
00:33:34: die ganze Zeit das Kind kontrollieren,
00:33:36: es ist ja auch durchaus möglich,
00:33:38: das Kind quasi in die richtigen Bahnen zu lenken,
00:33:40: ohne dass man ständig Anweisungen gibt.
00:33:42: Eben zum Beispiel durch die Änderung der Umgebung.
00:33:44: Ich habe jetzt zum Beispiel auch überlegt,
00:33:46: dass wir das Kind anziehen,
00:33:48: dass Kinder zum Beispiel immer unpassende Kleidung wählen.
00:33:50: Dass die das immer selbst entscheiden wollen,
00:33:52: aber es nicht hinkriegen.
00:33:54: Ich weiß auch nicht, dass man zum Beispiel bei Kindern,
00:33:56: die noch sehr klein sind,
00:33:58: einfach komplett dieselben Sachen,
00:34:00: dieselben Polova, dieselben Hosen, dieselben Unterhämten.
00:34:02: Das alles gleich aussieht.
00:34:04: Es müssen Eltern auch wollen,
00:34:06: weil ich glaube, viele Eltern dekorieren ihre Kinder auch gerne.
00:34:08: Aber eigentlich ist es ja so eine funny Idee,
00:34:10: weil dann weiß das Kind immer,
00:34:12: ah, das ist die Hose, das ist der Polova,
00:34:14: und das Kind ist dann auch einfach komplett autonom.
00:34:16: Also irgendwie schon, oder?
00:34:18: Ja, schon. Das ist ja möglich.
00:34:20: Man kann schon auch die Bedingungen so ändern,
00:34:22: dass das Kind, dass es gewisse Konflikte nicht mehr gibt.
00:34:24: Ja, genau.
00:34:26: Und auch so eben, was dieses Rausgehen angeht,
00:34:28: dass man sich halt fertig macht
00:34:30: und dann schon mal draußen wartet oder so, also im Flur.
00:34:32: Natürlich, also euer Kind weiß, wo ihr seid.
00:34:34: Es geht jetzt nicht darum, ein Kind alleine zu lassen,
00:34:36: sondern dass man sich einfach schon in den Flur stellt
00:34:38: und angezogen ist und sagt,
00:34:40: ich bin jetzt bereit, ich will das jetzt kommen.
00:34:42: Und dann muss man dann auch ins Bett gehen,
00:34:44: dass man halt schon zur Dämmerung
00:34:46: irgendwie die Lichter ausmacht,
00:34:48: damit es halt dunkel wird und muckelig.
00:34:50: Also man kann ja Kerzen zu anmachen.
00:34:52: Also es muss jetzt nicht komplett Stockfinster sein.
00:34:54: Also einfach nicht die superhelle Deckebeleuchtung.
00:34:56: Genau.
00:34:58: Und dann halt so, dass die Kinder langsam runterkommen.
00:35:00: Und dann, wenn die Kinder irgendwie nicht ins Bett wollen,
00:35:02: sich selbst ins Bett legen mit einem Buch
00:35:04: und einfach drauf warten, dass Kinder,
00:35:06: wir schreiben auch manchmal,
00:35:08: das würde bei meinem Kind niemals funktionieren.
00:35:10: Ich hätte irgendwie, also es nervt mich halt voll,
00:35:12: weil probierst du einfach aus.
00:35:14: Ja, aber mein Kind würde so was nie machen,
00:35:16: das ist viel zu stur.
00:35:18: Denke ich mir, was hast du für ein Bild von deinem Kind?
00:35:20: Ja voll.
00:35:22: Und dann auch dieses, doch halt schon
00:35:24: kleinen Kinder machen, weil ich genau das...
00:35:26: Natürlich, aber wenn du dein Kind behandelst,
00:35:28: mein Kind ist viel zu stur und das Kind hat so sturbar,
00:35:30: also denkst, es ist viel zu stur,
00:35:32: dann behandelst du das ja auch so,
00:35:34: dass du gleich in den Kampf gehst.
00:35:36: Und natürlich, wer hat sich das Kind dagegen
00:35:38: in einem Buch gelesen?
00:35:40: Mythos Bindus...
00:35:42: Mythos Bindungstheorie von Heidi Keller.
00:35:44: Und das schreibt sich nur so in einem Nehmsatz aus,
00:35:46: hat mich übrigens zum Nachdenken angeregt.
00:35:48: In anderen Kulturen ist es ja wie gesagt halt so voll normal,
00:35:50: dass sich quasi das Leben
00:35:52: nicht an den Bedürfnissen der Kinder ausrichtet,
00:35:54: sondern an den Bedürfnissen der Erwachsenen
00:35:56: oder nicht an den Bedürfnissen, sondern an den Vorgaben
00:35:58: der Erwachsenen. Das ist auch so mein Tipp, den ich geben würde.
00:36:00: Ja, genau, ich weiß, wie das für alle.
00:36:02: Dieses "Ihr gibt die Struktur des Tages vor,
00:36:04: was gemacht wird, weil ihr seid die Erwachsenen
00:36:06: und habt die Weitsicht und ihr wisst,
00:36:08: was wichtig ist für die Familie.
00:36:10: Innerhalb dieses Raums dürfen eure Kinder halt machen.
00:36:12: Also wenn ihr wisst, ich muss um 17 Uhr kochen,
00:36:14: damit um 18 Uhr Abendessen auf dem Tisch steht,
00:36:16: dann kocht ihr um die Zeit.
00:36:18: Und eure Kinder, die können mitmachen,
00:36:20: die können aber auch irgendwas
00:36:22: im Wohnzimmer, irgendein Karton klein schnibbeln
00:36:24: oder in ihrem Kinderzimmer spielen
00:36:26: und vertraut euren Kindern auch mal,
00:36:28: dass sie nicht die komplette Wohnung auseinandernehmen,
00:36:30: wenn ihr sie quasi nicht die ganze Zeit korrigiert.
00:36:34: Also natürlich könnt ihr irgendwie,
00:36:36: wenn ihr besonders wertvolle Gegenstände habt
00:36:38: oder so, finde ich mit Kindern eh sinnlos,
00:36:40: aber okay, also falls ihr solche Menschen seid,
00:36:42: die hat irgendwie so krass besonders
00:36:44: wertvolle Porzellansachen aus Asien gehabt,
00:36:46: die Minvase, die hier im Raum steht.
00:36:48: Genau, mit einem zweijährigen,
00:36:50: so "Go for it", ich würde das nicht verurteilen,
00:36:52: nur vertraut, also die würde ich hochstellen,
00:36:54: also auch, auch wenn ich es nicht verurteile,
00:36:56: aber die würde ich jetzt schon wechseln,
00:36:58: aber vertraut euren Kindern auch,
00:37:00: dass wenn die irgendwie irgendwas Komisches machen,
00:37:02: dann wird sie kaputt machen.
00:37:04: Und wenn sie doch was kaputt machen,
00:37:06: dann könnt ihr auch einfach sagen,
00:37:08: also was ich halt generell auch bei den Kindern,
00:37:10: was halt so eine Regel bei uns zu Hause ist,
00:37:12: einfach so wer Dreck macht, macht ihn selber wieder weg.
00:37:14: Und das funktioniert halt auch bei kleinen Kindern
00:37:17: und die Bedingung ist einfach nicht, ihr macht
00:37:19: selber wieder weg, sondern wer Dreck macht,
00:37:21: muss es selber sehen.
00:37:23: Und wenn der kümmert sich, genau das ist das richtige,
00:37:25: wer Dreck macht, kümmert sich selbst drum.
00:37:27: Und das bedeutet, bei den Kindern,
00:37:29: wenn die was fallen lassen und nicht selber wissen,
00:37:31: was sie machen sollen, dann kommen sie zu mir und sagen,
00:37:33: Mama, ich habe was fallen gelassen, kannst du mir helfen.
00:37:35: Und es funktioniert halt auch schon bei den kleinen,
00:37:37: also bei den kleinen kleinen.
00:37:39: Das ist ja auch Verantwortung übernehmen,
00:37:41: die übernehmen Verantwortung.
00:37:43: Und die können ja also Verantwortung übernehmen,
00:37:45: wäre für mich auch, wenn ich jemand frage,
00:37:47: hey, kannst du mir dabei helfen?
00:37:49: Und dann kannst du mir das machen, dann kann ich auch delegieren.
00:37:51: Weil man es dann halt gesehen hat.
00:37:53: Und darum geht es.
00:37:55: Und das bedeutet aber im Unkehrschluss auch,
00:37:57: dass die gar nicht so unachtsam durch die Wohnung preschen,
00:37:59: und die Eltern, die jetzt auch insbesondere Bedürfnis orientiert erziehen,
00:38:01: die interpretieren ja 24/7 auch einfach Bedürfnisse in ihre Kinder rein.
00:38:03: Ohne halt zu 100 Prozent zu wissen,
00:38:05: was das Bedürfnis ist.
00:38:07: Und entscheiden dann,
00:38:09: dass die Eltern, die jetzt auch in der Zeit sind,
00:38:11: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:13: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:15: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:17: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:19: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:21: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:23: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:25: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:27: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:29: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:31: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:33: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:35: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:37: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:39: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:41: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:43: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:45: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:47: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:49: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:51: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:53: die sich dann auch in der Zeit sind,
00:38:55: weil man quasi 24/7 denkt, man sich,
00:38:57: aber wir machen doch schon immer das, was du willst
00:38:59: und was du brauchst und was deine Bedürfnisse sind,
00:39:01: aber eigentlich ist es ja nur eine Interpretation
00:39:03: von Erwachsenen auf dem Kleinstkind
00:39:05: und hat ja auch wieder wenig mit Ernst nehmen zu tun,
00:39:07: wenn man irgendwas in den Kind rein interpretiert.
00:39:09: Ja, das ist ja eben auch unsere Kritik
00:39:11: beim Gefühl begleiten,
00:39:13: wenn man das so macht, ja du bist jetzt traurig,
00:39:15: weil das und das, du bist jetzt wütend,
00:39:17: weil das und das ist passiert,
00:39:19: dass man dem Kind sagt, warum es sich so,
00:39:21: also was jetzt der Grund ist,
00:39:23: weil das man so die eigene Interpretation
00:39:25: im Prinzip aufdrückt.
00:39:27: Genau, und das ist halt dann auch so eine Art
00:39:29: von Psoidoautonomie halt, die halt eigentlich
00:39:31: wirklich nicht existiert, also es ist
00:39:33: ja voll wichtig einfach zu sagen,
00:39:35: Autonomie ist die Abwesenheit von Kontrolle.
00:39:37: Ja, finde ich auch.
00:39:39: Kann man wirklich viel mit anfangen.
00:39:41: Das ist gerade noch die Kooperationsfolge
00:39:43: nochmal erwähnt
00:39:45: und ich habe zwischendurch auch gedacht,
00:39:47: es ist total sinnvoll, also falls
00:39:49: ihr da mehr darüber wissen wollt,
00:39:51: dann gebt ihr einfach die grobe
00:39:53: Tagesstruktur vor, aber
00:39:55: eure Kinder dürfen quasi
00:39:57: in diesem Rahmen frei entscheiden,
00:39:59: was sie machen wollen
00:40:01: und natürlich im Rahmen
00:40:03: auch von bestimmten Regeln
00:40:05: oder auch so ein bisschen im Rahmen
00:40:07: der Verkaufung von Autonomie,
00:40:09: die wir hier haben,
00:40:11: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:13: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:15: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:17: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:19: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:21: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:23: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:25: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:27: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:29: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:31: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:33: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:35: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:37: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:39: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:41: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:43: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:45: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:47: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:49: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:51: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:53: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:55: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:57: die wir hier in der Zeit haben,
00:40:59: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:01: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:03: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:05: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:07: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:09: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:11: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:13: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:15: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:17: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:19: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:21: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:23: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:25: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:27: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:29: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:31: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:33: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:35: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:37: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:39: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:41: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:43: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:45: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:47: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:49: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:51: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:53: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:55: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:57: die wir hier in der Zeit haben,
00:41:59: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:01: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:03: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:05: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:07: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:09: die wir hier in der Zeit haben,
00:42:11: mein Kind, 2 Jahre und 10 Monate alt,
00:42:13: fängt an mich zu hauen, zu treten, zu beißen
00:42:15: oder mich anzuspucken, sobald es einen Nein hört
00:42:17: oder die Aufforderung bekommt,
00:42:19: etwas zu unterlassen, zum Beispiel
00:42:21: Spielzeug gegen die Fensterscheibe zu klopfen.
00:42:23: Wenn ich sage Stop, hör bitte auf,
00:42:25: mir tut das weh und ähnliches,
00:42:27: liegt es erst richtig los.
00:42:29: Auch auf Körpersprache, Hand in Gegenstrecken,
00:42:31: mich etwas entfernen, reagiert es nicht.
00:42:33: Das Einzige, was uns bisher einigermaßen hilft,
00:42:35: ist, dass ich mich in einen anderen Raum zurückziehe
00:42:37: und mein Mann unser Kind davon abhält,
00:42:39: zu mir zu kommen.
00:42:41: Ich streue mich innerlich dagegen,
00:42:43: aber das ist aktuell das Einzige,
00:42:45: was mir hilft, um wieder runterzufahren.
00:42:47: Ich bin im 7. Monat schwanger
00:42:49: und mit Sicherheit ist das eine Veränderung,
00:42:51: die dieses Verhalten bei unserem Kind auslöst
00:42:53: bzw. verstärkt.
00:42:55: Erst mal wollte ich, also ich finde es ist ganz,
00:42:57: ganz solle wichtig zu sagen,
00:42:59: dass es wirklich komplett normal ist,
00:43:01: dass Kinder hauen und beißen und spucken.
00:43:03: Wirklich ist es komplett normal, es hat nichts mit
00:43:05: einem Erziehungsfehler zu tun
00:43:07: und es hat auch zu tun,
00:43:09: dass Kinder heutzutage immer schlimmer werden
00:43:11: oder sonst was.
00:43:13: Wir hatten es ja vorher schon von den Indigen,
00:43:15: Jäger und Samtelfölkern, auch dort schlagen die Kinder
00:43:17: ihre Eltern, wenn sie wütend sind.
00:43:19: Das ist wirklich komplett normales,
00:43:21: kindliches Verhalten, was einfach
00:43:23: Auftritt im Rahmen des Erwachsenen während
00:43:25: der Hirnreife im Rahmen des
00:43:27: Entwicklungs
00:43:29: von Impulskontrolle.
00:43:31: Und dort
00:43:33: ist es tatsächlich so, dass die Eltern
00:43:35: einfach gar nicht darauf reagieren,
00:43:37: also einfach nur die Schläge irgendwie abweisen
00:43:39: oder halt
00:43:41: lachen oder einen Witz darüber machen
00:43:43: oder so.
00:43:45: Die werden auf jeden Fall nicht wütend
00:43:47: und durchfressen.
00:43:49: Die werden nicht wütend, das ist halt das Problem
00:43:51: und ich denke, die Strategie sich zurückzuziehen,
00:43:53: wenn man wütend wird, ist genau die Richtige.
00:43:55: Wenn ihr merkt, es triggert euch und vielleicht
00:43:57: auch einfach mal die Glaubenssätze aufzuschreiben,
00:43:59: so was genau triggert mich daran,
00:44:01: warum macht mich das so wütend und welche Ängste habe ich?
00:44:03: Und ob es nicht kaputt geht oder
00:44:05: kommt auf die Fensterscheibe an?
00:44:07: Unsere würden glaube ich kaputt.
00:44:09: Ja, genau.
00:44:11: Oder geht es darum, dass mein Kind
00:44:13: einfach gar nicht auf mich hört gerade
00:44:15: und macht mich das wütend?
00:44:17: Oder habe ich auch das Gefühl, dass quasi ein Kind,
00:44:19: was irgendwelche Gegenstände gegen
00:44:21: eine Fensterscheibe haut,
00:44:23: irgendwie weiß ich nicht,
00:44:25: halt so ein radikales,
00:44:27: Tyran-Kind ist so ein rücksichtsloses.
00:44:29: Aber genau, also das würde ich halt erstmal
00:44:31: nicht mehr so wütend sein, weil ich weiß halt noch,
00:44:33: als unser Kind mich zum ersten Mal gehaunert habe,
00:44:35: ich habe einfach gedacht, ich habe
00:44:37: komplett in der Erziehung versagt,
00:44:39: weil ich nicht wusste, dass es halt normales
00:44:41: kindliches Verhalten ist und da kamen einfach
00:44:43: so Ängste auf so, ja was, wenn es das Kind noch macht,
00:44:45: wenn es 15 ist und dann mich verprügelt,
00:44:47: bis ich ins Krankenhaus muss und kein anderes.
00:44:49: Das würde nicht passieren.
00:44:51: Da denke ich gleich so an Trash TV.
00:44:53: Ich denke wirklich an Trash TV und denke mir,
00:44:55: nein, mein Kind wird so, oh nein.
00:44:57: Das würde nicht passieren und ich kann euch sagen,
00:44:59: dass wir es nicht mehr so gut haben, wütend zu werden.
00:45:01: Wenn es passiert, sondern einfach nur,
00:45:03: so waren, ah, okay, du bist wütend,
00:45:05: na ja, kann man nichts machen.
00:45:07: Ein kleiner Wütender oder so.
00:45:09: Ein kleiner Wutzwerk, das kann man,
00:45:11: aber das kann man nicht machen, wenn es schon so richtig schlimm ist.
00:45:13: Aber halt so dieses...
00:45:15: Also jetzt nicht das Kind lächerlich machen,
00:45:17: sondern einfach das ein bisschen mit so einem
00:45:19: lockeren Witz, wo du...
00:45:21: Aber nicht beim Hauen. Also da ist ja schon normalerweise
00:45:23: richtig wütend.
00:45:25: Ja, genau, also mal, ja, voll.
00:45:27: Und dann noch mal in die Gefühle begleiten,
00:45:29: weil ich würde es halt genau so machen.
00:45:31: Also ich würde halt so liebevoll und gelassen,
00:45:33: wie möglich sein, darauf reagieren.
00:45:35: Und wenn es mich halt irgendwie zu sehr
00:45:37: triggered, mich einfach zurückziehen.
00:45:39: Und natürlich dann dem Kind auch Strategien beibringen,
00:45:41: um irgendwie die Wut anders rauszulassen.
00:45:43: Da wird ja oft gesagt, ja, gegen Kissenboxen
00:45:45: oder keine Ahnung was.
00:45:47: Ich persönlich finde diese Strategien gar nicht unbedingt so gut.
00:45:49: Also ich habe für mich selber...
00:45:51: Das ist ja nicht wirklich mit Wut umgehen lernen,
00:45:53: sondern Wut abreagieren.
00:45:55: Ja, also ich habe für mich selber noch keine Strategien gefunden,
00:45:57: tatsächlich, wie man gut mit Wut umgeht.
00:45:59: Also da bin ich auch selber noch überfragt.
00:46:01: Ich weiß auch gar nicht, wie die Kinder jetzt mittlerweile
00:46:03: auch einfach eher so dann brüllen
00:46:05: oder so.
00:46:07: Oder wir machen dann halt
00:46:09: in den Arm genommen werden, so was, ja.
00:46:11: Ich weiß gar nicht. Also ich glaube tief durchatmen,
00:46:13: mache ich gerne mal, wenn ich richtig wütend werde
00:46:15: oder halt an die frische Luft gehen.
00:46:17: Situation verlassen.
00:46:19: Genau, Situation verlassen.
00:46:21: Darüber schreiben, Journaling, so was.
00:46:23: Einfach über die Gefühle klar werden.
00:46:25: Und oft hilft es dann auch so,
00:46:27: wenn ich herausfinde, woher die Emotion kommt,
00:46:29: also was genau die Angst dahinter ist,
00:46:31: dann ist meistens auch schon wieder gut irgendwie.
00:46:33: Ja.
00:46:35: Und man kann mit dem Kind ja auch
00:46:37: über das Verhalten sprechen.
00:46:39: Aber es ist nur wichtig,
00:46:41: dass man nicht wütend ist.
00:46:43: Weil wenn man wütend ist, dann gibt es einen Kampf.
00:46:45: Dann wird das Kind eben auch wütend.
00:46:47: Und das bringt dann halt gar nichts.
00:46:49: Wenn man in so einer spielerischen Situation ist
00:46:51: und auch nicht wütend ist und nicht selbstgerecht
00:46:53: und also wirklich halt komplett entspannt ist
00:46:55: mit dem Kind und wie so Spaß hat
00:46:57: und die Stimmung spaßig ist,
00:46:59: könnte man auch ausprobieren mit dem Kind das so zu üben.
00:47:01: Also quasi diese Impulskontrolle zu üben.
00:47:03: Das machen auch zum Beispiel die Inuit machen das so.
00:47:05: Dass die mit den Kindern wie so Rollenspiele spielen.
00:47:07: Dass die sagen, ja, komm, jetzt schlag mich doch mal.
00:47:09: Und dann, wenn das Kind halt die, die dann schlägt,
00:47:11: dann sind die halt so, oh, jetzt bin ich aber so traurig.
00:47:13: Und dann kann das Kind halt so ein bisschen darüber lachen.
00:47:15: Ja, halt so voll über Trieben reagieren.
00:47:17: Genau.
00:47:19: Also, dass halt so da halt dann die Reaktion gespielt wird.
00:47:21: Und dann kommt halt dann, kann das Kind halt quasi irgendwann,
00:47:23: ist das Kind dann an einem Punkt,
00:47:25: wenn man das halt dann immer mal widerspielt,
00:47:27: dass es quasi dann nicht mehr haut.
00:47:29: Und dann kann man dem halt so ein High-Five geben
00:47:31: und sagen, mein großer oder keine Ahnung.
00:47:33: Also so machen das halt wohl die Inuit.
00:47:35: Oder dass man so mit so Puppen so nachstellt,
00:47:37: dass die eine Puppe, die andere Puppe irgendwie schlägt
00:47:39: und dann ist die geschlagene Puppe,
00:47:41: ist halt so, oh, jetzt fühle ich mich so traurig
00:47:43: und denke, dass die andere Puppe so nachstellt.
00:47:45: Und dann ist die geschlagene Puppe so,
00:47:47: dann fühle ich mich so traurig und denke,
00:47:49: dass die andere Puppe mich gar nicht lieb hat.
00:47:51: Aber das bringt halt nichts, wenn man das in der Situation macht,
00:47:53: in der das Kind wütend ist.
00:47:55: Das ist gar nicht zugänglich,
00:47:57: sondern das muss halt, wenn es reguliert sein.
00:47:59: Das bringt auch nichts, wenn es wirklich niemand wütend sein darf.
00:48:01: Das bringt doch gar nichts, wenn ihr dann irgendwie wütend ist.
00:48:03: Das darf auch nicht selbstgerecht sein.
00:48:05: Jetzt zeige ich dem Kind mal, wie ich mich fühle,
00:48:07: sondern es muss wirklich einfach so aus so einem Aspekt sein,
00:48:09: so, hey, wir lernen jetzt spielerisch,
00:48:11: was es eigentlich so bedeuten kann.
00:48:13: Weil dann die Kinder aufnahmefähig sind.
00:48:15: Cool.
00:48:17: Dann hoffen wir mal, es hat euch gefallen, die Folge.
00:48:19: Ja.
00:48:21: Wir erinnern uns dann nächste Woche zum nächsten Mutti mitwoch.
00:48:23: Genau.
00:48:25: Wir wünschen euch eine wunderschöne Woche
00:48:27: und bis bald.
00:48:29: Tschüss.
00:48:31: [Musik]
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