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Was bedeutet Gefühle begleiten?

Shownotes

Es wird viel darüber gesprochen, wie man Gefühle begleitet und wie man Kinder co-reguliert. Doch wie Co-Regulation bei Kindern funktioniert kann man erst verstehen, wenn man weiß wie man gesund mit Gefühlen und Emotionen umgehen kann. In dieser Folge hinterfragen wir gängige Ansätze des Gefühle begleitens.

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Transkript anzeigen

00:00:00: (Dynamische Musik)

00:00:01: Wir haben Mutti mit Woche und deshalb reden wir heute über Gefühle.

00:00:09: Ich glaube ...

00:00:10: Ich glaube, ich hab endlich verstanden ...

00:00:13: oder nicht nur endlich, sondern ich glaub,

00:00:15: ich hab so einen richtigen Durchbruch,

00:00:17: was Gefühle begleiten angeht.

00:00:19: So einen richtigen Durchbruch. - Cool.

00:00:21: Ja.

00:00:22: Kannst du mich daran teilhaben lassen?

00:00:25: (Lachen)

00:00:26: Ich merke, dass du dein Durchbruch hast.

00:00:28: Ja, also, ich hab einfach verstanden, worum es geht irgendwie.

00:00:31: Es geht halt gar nicht darum, dass man irgendwas tut.

00:00:36: Sondern einfach, man muss eigentlich gar nichts machen,

00:00:39: aber man muss einfach nur ... lieb sein.

00:00:42: Liebevoll und zugewandt. - Ja.

00:00:44: Ja, aber ...

00:00:45: Kommen, zugewandt. Wie ist man zugewandt?

00:00:47: Ich find, es ist zu abstrakt. - Ja, stimmt.

00:00:50: Also, weil ich hab immer nur gelesen in Büchern,

00:00:53: ja, wenn dein Kind ein Wuternfall hat,

00:00:55: einfach zugewandt, begleitet die Gefühle.

00:00:57: Okay, okay, okay. I got it.

00:00:59: Aber was bedeutet das?

00:01:01: Was bedeutet Gefühle begleitet?

00:01:03: Ich kann ja nicht mich nehmen, Gefühl stellen

00:01:05: und mit dem irgendwo hinlaufen.

00:01:07: Das verstehe ich unter begleit- ... sorry, literal thinking.

00:01:10: Ja.

00:01:11: Also, es begleiten, das ergibt ja schon Sinn,

00:01:14: weil du dein Kind irgendwie einfach nur dadurch begleitest,

00:01:17: aber nicht mitmachst.

00:01:18: Du bist halt die Begleitung, du bist nicht die Person,

00:01:21: die mit einsteckt in das Gefühl. - Ja, und das ist andere Fühle.

00:01:25: Man ist gut mit diesem ...

00:01:27: Sinnbild des Gefühle begleitend,

00:01:29: dass man sich selbst einfach als ...

00:01:31: Hilfestellung wahrnimmt.

00:01:33: Und ich glaub, dieses zugewandt bleiben ist einfach ...

00:01:36: Ja, es ist halt abstrakt, es ist eigentlich eine Einstellung.

00:01:39: So bin ich grade für mein Kind irgendwie da.

00:01:42: Und das heißt nicht mal, dass man jetzt direkt bei dem Kind sein muss,

00:01:46: aber bin ich im Kopf irgendwie für das Kind da.

00:01:49: Aber was bedeutet das, im Kopf für das Kind da zu sein?

00:01:52: Ja, verschwierig. - Also, ich sag dir,

00:01:54: ich glaub, es bedeutet einfach im Endeffekt nur,

00:01:56: das ist eine Achtsamkeitübung oder Meditation zuübungen,

00:02:00: weil ich glaub, es bedeutet einfach, dein Kind fängt an zu schreien.

00:02:03: Und was das Einzige, was du machst, ist,

00:02:06: dein Kind jetzt einfach in deinem Herzen,

00:02:08: dann packst du ein Kind in dein Herz,

00:02:11: und nimmst alle Emotionen, die mit dieser unendlichen Liebe verbunden sind,

00:02:15: und die packst du in deinem ganzen Körper.

00:02:18: Und mit dieser Liebe, die du quasi in deinem ganzen Körper schickst,

00:02:22: mit der guckst du einfach nur dein Kind an.

00:02:24: Und wer machst du gar nicht?

00:02:26: Du streitst einfach Liebevollsein aus.

00:02:30: Ja, also so mach ich das. - Ja, aber exakt das ist es ja.

00:02:33: Ich glaub auch, diese Liebe dann in dem Moment zu fühlen,

00:02:36: ist einfach das Allerbeste, was man machen kann, weil ...

00:02:39: Ich mein, wie beruhigend ist das, wenn man so angeguckt wird,

00:02:44: einfach nur, oder wenn du merkst, die Person neben mir

00:02:47: ist grade einfach ...

00:02:49: Liebevoll.

00:02:51: Ich glaub, das ist einfach schon der größte Zauber von dem Ganzen.

00:02:56: Das ist ja auch voll der treffende Begriff "Liebevoll".

00:02:59: Man ist einfach voll mit Liebe, also so.

00:03:01: Und das ...

00:03:03: Also, eigentlich finde ich, sollte ja nicht unbedingt das Ziel sein,

00:03:07: dass das Kind sich jetzt beruhigt, oder halt ruhig ist,

00:03:10: in der Form des Sachen. - Genau.

00:03:12: Aber tatsächlich hilft es schon auch, wenn man liebevoll ist,

00:03:15: dass das Kind halt schneller ... wieder runterkommt, einfach, ja.

00:03:20: Das ist einfach richtige Korregulation. - Ja.

00:03:23: Das bedeutet ja auch Korregulation, dass man einfach mit dabei ist

00:03:27: und auch regulierend wirkt.

00:03:30: Und das tut man eben, indem man so ganz liebevoll da ist

00:03:33: und entspannt ist.

00:03:35: Dann gehen diese Gefühle quasi in das Kind über.

00:03:38: Das klingt jetzt so ... esoterisch. - Ist es aber ...

00:03:41: Aber es ist exakt so, schon aufgrund der Spiegelneuron,

00:03:44: die halt Gefühle von anderen quasi kopieren.

00:03:49: Ja, und bei Kindern ist das halt noch mal viel ausgeprägter,

00:03:52: wie sie Emotionen kopieren.

00:03:54: Und voll oft sind wir ja auch der Auslöser für die Wut.

00:03:57: Also, wir sind eigentlich meistens der Auslöser

00:04:00: für irgendeine Wut bei unseren Kindern.

00:04:02: Weil wir halt sagen, nee, das geht grade nicht oder so.

00:04:05: Ja, das schon. Also in solchen Momenten ...

00:04:07: Ja, schon oft sind die Kinder aber frustiert,

00:04:10: weil sie Dinge noch nicht können.

00:04:12:  Oder weil sie zum Beispiel besser denken können,

00:04:14: als dass sie sprechen können.

00:04:16: Das ist ja was anderes. - Aus der typischen Auslöser.

00:04:19: Ja, aber ich meine, jetzt halt ...

00:04:21: Okay, aber in solchen Situationen finde ich,

00:04:24: wenn jetzt irgendwie mein Kind ...

00:04:26: Das hab ich ja schon öfter gesagt,

00:04:28: jetzt im Kinderzimmer sitzen, dann frustriert es,

00:04:31: weil es nicht hinkriegt, den Turm aufzubauen.

00:04:33: Ich bin aber grad in der Küche, renne ich nicht zu meinem Kind.

00:04:37: Jetzt bist du frustriert, dann interessiert mich ...

00:04:40: Das ist gemein, aber es interessiert mich schon.

00:04:42: Wenn mein Kind zu mir kommen würde, würde ich es beruhigen.

00:04:46: Ich bin nicht so sicher, dass ich mich ...

00:04:48: Weil ich halt einfach ...

00:04:50: Ich sehe mich nicht ...

00:04:51: in der Verantwortung, die Emotionen meiner Kinder zu ändern.

00:04:55: Ja, ich glaub, das ist ein bisschen ...

00:04:57: Muss man so ein bisschen differenziert betrachten.

00:05:00: Ich glaub, da kommt's auch einfach drauf an,

00:05:02: wie alt das Kind ist.

00:05:04: Ich glaub, so bei zwei, drei jährigen Kindern auf jeden Fall.

00:05:07: Ich kann mir mal vorstellen, dass, wenn man einfach ein ...

00:05:10: Kind hat, dass, keine Ahnung, eins ist oder vielleicht noch kleiner.

00:05:14: Dass es manchmal Situationen gibt, wo du merkst, okay, das Kind ...

00:05:18: ist jetzt so wütend über den umgefeilenen Turm

00:05:21: oder so frustriert, dass es sich grade nicht selbst regulieren kann.

00:05:25: Und ich glaub, da ist es dann schon sinnvoll,

00:05:27: wie zu dem Kind hinzugehen und kurz zu regulieren.

00:05:30: Das kann schon sein, aber ich kann mir ehrlich gesagt keine Situation

00:05:34: vorstellen, dass Kind nicht zu seinen Eltern kommt.

00:05:37: Also, ehrlich gesagt, glaub ich tatsächlich, dass ...

00:05:40: oder wir auch immer viel zu schnell hingerannt sind.

00:05:44: Und quasi die Verantwortung für die Emotionen übernommen haben.

00:05:48: Anstatt einfach dem Kind die Verantwortung zu belassen

00:05:52: und dem Kind quasi selbst die Entscheidung zu geben, zu uns zu kommen,

00:05:56: wenn es denkt, es kann die Verantwortung jetzt nicht mehr tragen.

00:06:00: Weil grade so in dem Alter, was du jetzt angesprochen hast,

00:06:03: Babys und ganz kleine, kleine Kinder,

00:06:05: die bewegen sich ja eigentlich auch immer so in so zwei Meter-Radius,

00:06:09: die sind ja selbst herum, die sind ja normalerweise nicht weit weg.

00:06:12: Ich glaube, dass man da halt die Wut auch ...

00:06:15: Und sollten auch nicht weit weg sein.

00:06:17: Ich hab jetzt die Erfahrung gemacht,

00:06:19: und das ist jetzt natürlich nur bei unseren Kindern,

00:06:22: dass wenn die grade wütend sind, aber eigentlich nicht mit uns was zu tun

00:06:26: haben und auch selber damit fertig werden wollen,

00:06:29: dass man das dann selber noch schlimmer macht,

00:06:31: wenn man dann eingreift und wenn man nicht eingreift,

00:06:34: dass die Kinder dann halt relativ schnell auch einfach wie wütend sind

00:06:38: und dann wieder gut.

00:06:39: Also, ich glaub, man verwechselt als erwachsene Person schnell,

00:06:43: ob das jetzt grade eine schlimme Wut ist

00:06:45: oder ob es einfach nur eine ausdrückliche ...

00:06:48: ... Expression quasi der Wut ist.

00:06:52: Weil Kinder halt Wut egal, wie stark sie ist,

00:06:54: immer sehr stark äußern.

00:06:56: Ja, und das halt auch einfach ...

00:06:57: Genau, die müssen das ja auch erst mal lernen, damit umzugehen.

00:07:01: Ich kann mir mal richtig vorstellen, wenn jetzt ein Kind frustriert ist

00:07:04: und ich dann sofort hinrenne und so ...

00:07:07: ... auch gestresst werde

00:07:09: und dann so gestresst zum Kind ankomme, weil ich mir denke,

00:07:12: "Oh nein, oh nein, jetzt ist das wütend."

00:07:15: Da bin ich mir sicher, dass man damit dann die Gefühlsstürme

00:07:19: deutlich verlängern kann. - Maximiert wahrscheinlich sogar noch.

00:07:22: Das ist dann im Endeffekt so eine Rückkopplung.

00:07:24: Der Stress vom Kind steckt uns an, wir werden gestresst

00:07:27: und unser Stress steckt das Kind wieder an.

00:07:29: Ja, voll. Also, ich glaube halt auch generell ...

00:07:33: ... ist man ja schneller.

00:07:35: Also, ich glaube, deshalb ist diese Achtsamkeitsübung

00:07:37: mit dieser ... das heißt ja "liebevolle Güte", ne?

00:07:40: Weil ich hab dir das ja erzählt, dass ich ...

00:07:42: ... also, dass ich das immer so mache und dann meinst du so,

00:07:45: "Ah ja, das ist übrigens auch eine Meditation."

00:07:48: Willst du das kurz erklären, wie die funktioniert?

00:07:50: Ja, genau, es gibt eine Meditation,

00:07:52: mit der man quasi so liebevolles Mitgefühl lernen kann.

00:07:56: Da gibt's quasi so wie so feste Sprüche.

00:07:59: Und dann wünscht sich selbst erst mal, dass man frei von Leiden ist,

00:08:03: übel wollen, gut ist ein bisschen geschwollen formuliert,

00:08:06: erfüllt mit liebevoller Güte und glücklich ist.

00:08:09: So ist es immer jeweils ein Satz.

00:08:11: Und dann versucht man so richtig zu fühlen.

00:08:13: Und dann wünscht man das anderen.

00:08:15: Und damit steckt man eben so dieses liebevolle Mitgefühl.

00:08:19: Und das ist ja ähnlich wie das, was du machst.

00:08:22: Dass du halt erst mal so deine Liebe charterst

00:08:25: und die dann so wie so dem Kind gibst in dem Moment.

00:08:28: Also, es kann halt voll sinnvoll sein.

00:08:30: Also, ich hab angefangen, Emotionen in meinem Körper so auszubreiten,

00:08:33: weil ich ... also, ich wusste nicht, dass es Meditation ist.

00:08:36: Aber ich hab halt ja Panikattacken gehabt ganz lange.

00:08:39: Und wenn ich halt eine Panikattack hatte,

00:08:41: hab ich angefangen, in meinen Körper reinzugehen

00:08:44: und quasi die Emotionen aufzulösen.

00:08:45: Es hat sich halt immer so angefühlt.

00:08:47: Ich hab mir das so vorgestellt wie so eine Blase, die einfach platzt.

00:08:51: Und dann kommt da halt eine andere Emotion raus.

00:08:54: Und ich hatte zwar keinen Einfluss darauf,

00:08:56: welche Emotion rauskommt,

00:08:57: aber so hab ich halt gelernt, wo Emotionen im Körper generell sitzen.

00:09:01: Weil ich halt jetzt z.B. Liebe gespürt hab,

00:09:03: hab ich halt das ganz, ganz, ganz bewusst wahrgenommen

00:09:06: und versucht, diesen Zustand einfach so abzuspeichern.

00:09:09: Und dann, wenn ihr halt so einen Zustand ganz bewusst wahrnehmt

00:09:12: und den halt quasi abspeichert, dann könnt ihr den auch ...

00:09:15: Also, je öfter ihr einen Zustand bewusst wahrnehmt.

00:09:18: Und deshalb funktioniert halt Meditation so gut.

00:09:21: Also, wenn ihr halt euch jetzt hinsetzen meditiert

00:09:23: und dann zehn Minuten einfach versucht, irgendwie Liebe zu fühlen,

00:09:26: also, es ist jetzt nicht so, wie du das erklärt hast,

00:09:29: wie öfter ihr das macht, desto stärker werden die Nerven bei uns,

00:09:32: desto einfacher könnt ihr das einfach abrufen.

00:09:34: Ja, so funktionieren ja im Übrigen auch Mantren.

00:09:36: Ihr könnt das auch mit z.B. mit einem Spruch verknüpfen,

00:09:39: den ihr im Kopf habt und dann dieses Gefühl fühlen,

00:09:43: das nennt man tatsächlich Aufladen, also Mantren-Aufladen.

00:09:46: Und dann könnt ihr in irgendeiner Situation,

00:09:48: wo ihr das braucht, dieses Mantra, einfach vor euch hin denken

00:09:51: und damit halt aber auch diese Gefühle abrufen.

00:09:54: Ja. - So, das ist, glaub ich, ziemlich hilfreich dabei.

00:09:57: Und um jetzt diesen Bogen zu spannen, zum Früh ...

00:10:00: Also, wenn ich früher Gefühle begleitet habe,

00:10:02: hab ich, glaub ich, oft das eigentlich mit der einzigen Intention gemacht,

00:10:06: dass mein Kind sich jetzt schnell beruhigt,

00:10:08: weil ich schon auch in erster Linie davon genervt war,

00:10:11: dass mein Kind jetzt gerade weint oder es mich ...

00:10:13: Oder halt einfach gestresst in irgendeiner Form.

00:10:16: Ja, genau, also nicht genervt im Sinne von, dass es weint,

00:10:19: sondern so gestresst ... - Generst jetzt?

00:10:21: Nein. - Gezstresst einfach, ja.

00:10:22: Gestresst in der Form von, oh, was wird das jetzt schon wieder

00:10:25: und ich glaube halt, wenn ihr dann in den Momenten einfach so achtsam ...

00:10:29: Also quasi Achtsamkeit übt oder halt so diese Liebe ausstrahlt,

00:10:32: dann ist dieser Stress einfach sofort weg und dann kann das Kind halt ...

00:10:36: Also, weil ich glaub, dieser Stress, der ist so subtil,

00:10:38: kann so subtil sein, ihr könnt ihn gar nicht bewusst vielleicht merken.

00:10:41: Aber der ist da und euer Kind nimmt halt ... - Der äußert sich auch ...

00:10:44: ... ein Kleine Nr. aus, einfach. - Ja, denn äußert sich hat auch

00:10:47: in Mikro-Expressionen, die man halt gar nicht so richtig bewusst lesen kann,

00:10:51: aber das Gehirn kann das lesen

00:10:52: und nimmt halt diese Mikro-Expressionen aus.

00:10:55: Und dann sind die Kinder einfach die krassesten Menschen,

00:10:57: was das angeht, wirklich die nehmen jede einzelne Abweichung wahr.

00:11:01: Es ist auch so krass manchmal, wenn wir beide,

00:11:03: also wenn alle, also wir vier alle zu Hause sind

00:11:06: und einer von uns irgendwie gestresst ist,

00:11:08: dann sind die Kinder oft viel wuseliger.

00:11:10: Und wenn dann die Person, die gestresst ist, den Raum verlässt,

00:11:13: sind die Kinder ruhig, kommt dann die gestresste Person zurück,

00:11:16: sind sie wieder wuselig. - Das übel auch, ja.

00:11:18: Das ist wirklich wie so ein ...

00:11:20: Also das ist wirklich, als würde man einen Schalter umlegen,

00:11:23: das ist ja so krass.

00:11:24: Und mir fällt das jetzt auch erst auf,

00:11:26: wo ich halt anfange, so bewusst und noch mal achtsam

00:11:29: in solchen Situationen halt in meine Emotionen einzugucken.

00:11:32: Und also das so als erster quasi Tipp, was Gefühle begleiten angeht.

00:11:36: Ja. - Seid euch richtig, richtig aware,

00:11:39: welche Emotionen ihr habt.

00:11:41: Und ganz ehrlich, wenn ihr genervt seid oder gestresst,

00:11:44: dann sagt es lieber direkt so zu eurem Kind,

00:11:46: hey, ich bin grad gestresst, ich muss kurz durchatmen,

00:11:49: als dass ihr so tut, als ob alles okay wäre.

00:11:51: Und das ist so, wie man sich so korrigulieren,

00:11:53: wenn man selbst reguliert ist.

00:11:55: Das ist einfach so, und ich glaube, was du beschrieben hast,

00:11:58: mit diesem Liebevoll, also wirklich diese Liebe fühlen

00:12:01: und ganz liebevoll bei dem Kind sein zugewandten,

00:12:04: als was es auch immer das bedeuten mag,

00:12:06: aber irgendwie zumindest im Herzen bei dem Kind zu sein,

00:12:09: in dem Moment, das ist eigentlich schon Gefühle begleiten.

00:12:12: Punkt. - Ja.

00:12:13: Das war's schon, das ist Korregulation.

00:12:15: Mehr braucht es nicht.

00:12:17: Und alles, was dann noch kommt, was man sagt,

00:12:19: ist Gefühle begleiten, Gefühle benennen.

00:12:21: Das ist nur, eigentlich ist das eine Art Psychoeducation.

00:12:24: Also du versuchst damit, dem Kind einfach nur beizubringen,

00:12:27: was das für ein Gefühl ist, um die einzuordnen.

00:12:30: Aber das ist eigentlich kein Teil vom Gefühle begleiten an sich.

00:12:34: Voll schlau, dass du gesagt hast, mit Psychoeducation,

00:12:36: weil das ist ja wirklich so, es war mir gar nicht so bewusst.

00:12:40: Es wird ja oft gesagt, man soll spiegeln,

00:12:42: also die Emotionen spiegeln, wenn ein Kind wütend ist,

00:12:45: das heißt irgendwie halt so traurig gucken oder so was.

00:12:48: Dann sagen sie, du bist traurig oder wütend ist,

00:12:50: du bist wütend und halt so mitfühlen quasi gucken.

00:12:54: Aber das Ding ist halt der Unterschied.

00:12:57: Also meinetwegen ist es schon auch besser,

00:12:59: wenn ihr mitfühlen guckt, als wenn ihr wütend guckt.

00:13:02: Also wenn das das Einzige ist, was ihr überhaupt hinkriegt,

00:13:05: dann guckt lieber mitfühlen und es fühlt euch trotzdem wütend,

00:13:08: weil es ist immer noch besser als wütend auch zu gucken.

00:13:11: Aber ich glaube halt, mitfühlen gucken und mitfühlen sein

00:13:14: ist halt ein großer Unterschied.

00:13:16: Also ich hab das auch immer gemacht.

00:13:18: Mein Gefühl begleiten, also das optimale Gefühl begleiten,

00:13:22: wie ich es versucht habe,

00:13:24: mein Kopf war früher mal so, Kind hat ein Gefühlsturm.

00:13:27: Ich geh hin, setz mich daneben, machst so Schüppchen,

00:13:30: so, hm, guckert so, hm, oh Mensch,

00:13:34: du bist ja ganz schön traurig, du bist ja so wütend,

00:13:38: halt so mitfühlen, das gucken.

00:13:40: Was ja auch okay ist auf eine Art.

00:13:44: Das kann man mein Weg schon machen.

00:13:47: Aber wenn man das halt so gar nicht fühlt,

00:13:51: also wenn ihr jetzt irgendwie wütend bist,

00:13:53: dann so hinguckst und also ich meine, das Kind merkt ja,

00:13:56: dass das affektiert ist. - Geht das sowieso, ne?

00:13:58: Es hilft dem Kind schon.

00:14:00: Also man muss ja auch gerade bei kleinen Kindern,

00:14:03: gerade bei ganz kleinen Kindern,

00:14:05: da macht man das ja automatisch bei Babys.

00:14:07: Man übertreibt ja so ein bisschen die Expressionen,

00:14:10: weil das Kind ja auch erst lernen muss,

00:14:12: und dann reißt man so die Augen auf,

00:14:14: macht so Schüppchen, wenn das Kind traurig ist.

00:14:17: Und ich glaub, dass das auf eine Art auch irgendwie ...

00:14:20: das scheint schon Sinn zu haben.

00:14:21: Ich weiß gar nicht, auf welche Art und Weise.

00:14:24: Es scheint schon hilfreich zu sein.

00:14:26: Ich kann mir vorstellen, dass es beim Gefühle begleiten

00:14:28: auch durchaus irgendwie seinen Sinn hat.

00:14:31: Also ich kann es dir vorstellen, ich weiß nicht, welchen.

00:14:34: Aber ich glaub gar nicht, dass es so wichtig ist,

00:14:37: jetzt unbedingt so ganz übertrieben traurig zu gucken,

00:14:41: wenn das Kind gerade traurig ist, und deshalb ein Gefühlsausbruch hat.

00:14:45: Ja, genau.

00:14:46: Und auch jetzt zu sagen, ja, du bist traurig.

00:14:48: Okay, ich hab mich halt immer gefragt,

00:14:51: wie Gefühle begleiten funktioniert,

00:14:53: weil ich einfach ...

00:14:55: Ja, weil ich hab das überall gelesen,

00:14:57: immer, ja, du musst die Gefühle deines Kindes begleiten,

00:15:00: und ich dachte, ja, cool, aber wie, Junge, wie macht man das?

00:15:03: Was bedeutet Gefühle begleiten? - Ich hatte gar nicht ... Stimmt.

00:15:07: Weil ich mir halt immer dachte,

00:15:09: was soll ich denn jetzt machen, wie begleitet man was?

00:15:12: Und ist dann das Ziel am Ende, dass das Kind ruhig ist?

00:15:15: Oder nicht, mein Ziel war schon, ich will jetzt schon,

00:15:18: dass mein Kind ruhig ist, weil ich ja wie gesagt auch

00:15:21: die Verantwortung für die Emotionen meiner Kinder 24/7 übernommen habe.

00:15:24: Ich dachte, das ist meine Aufgabe als Mutter,

00:15:27: meine Kinder glücklich zu machen.

00:15:29: Ich bin der Meinung, das ist die komplett falsche Herangehensweise.

00:15:32: Es ist deine Aufgabe als Mutter, dass du deinen Kindern Tools

00:15:36: glücklich zu sein, glücklich und zufrieden, das bedeutet.

00:15:39: Ich seh's als meine Aufgabe, dass sie eine warme Mahlzeit am Tag haben

00:15:43: oder zwei, dass sie generell genug zu essen haben,

00:15:45: dass sie saubere Kleidung haben, dass sie sauber sind,

00:15:48: dass sie Nähe und Geborgenheit bekommen, wenn sie die brauchen,

00:15:51: dass sie gewaltfrei aufwachsen

00:15:53: und dass ich sie in ihren Gefühlen und in ihren Emotionen ernst nehme.

00:15:56: Und jemanden in seinen Gefühlen und Emotionen ernst zu nehmen,

00:16:00: bedeutet halt eigentlich auch, dass man diese Emotionen

00:16:03: als gegeben wahrnimmt.

00:16:05: Und die Person nicht davon versucht zu überzeugen,

00:16:09: dass sie sich jetzt anders fühlen sollte.

00:16:11: Ja, das ist ja auch was viele machen.

00:16:14: "Oh, du bist traurig, weil dein Kek zerbrochen ist."

00:16:16: "Komm, wir geben dir noch einen."

00:16:18: Ich will das gar nicht verurteilen. Ich mach das auf jeden Fall auch.

00:16:21: Aber es ist ja nicht unsere Aufgabe,

00:16:23: Eltern frustriert komplett von ...

00:16:25: oder diese Gefühle fernzuhalten, diese Gefühle zu verscheuchen,

00:16:29: sondern diese Gefühle kommen.

00:16:30: Und unsere Kinder kommen auch in meinem wachsenden Alter

00:16:33: und wo halt starke Gefühle kommen.

00:16:36: Und das einzige, was entscheidend ist,

00:16:38: ist, dass sie einfach lernen, damit umzugehen.

00:16:41: Aber eben auch selbst die Verantwortung dafür zu tragen,

00:16:44: weil ich glaub, was halt schnell und bei vielen passiert ist,

00:16:47: haben wir ja gerade am Anfang schon angerissen ist,

00:16:50: dieses "Das ein Kind anfängt zu weinen"

00:16:52: und sofort stehen die Eltern auf der Mathe

00:16:54: und versuchen das Kind aufzumuntern.

00:16:56: Obwohl, also ich kenn wirklich ...

00:16:58: Okay, wenn es sich nicht fortbewegen kann, ist das was anderes.

00:17:02: Das ist wie was sichergebundenes

00:17:04: und nicht sofort zu seinen Eltern hinkrabbelt oder hinläuft,

00:17:08: wenn es sich unwohl fühlt und das nicht alleine bewältigen kann.

00:17:11: Bei Babys ist ja in der Regel eigentlich immer der Fall.

00:17:14: Aber auch, dass ihr schon abwarten könnt.

00:17:16: Natürlich soll euer Kind wissen, wo ihr seid.

00:17:19: Wir reden jetzt wirklich davon, Baby und Kleinkind,

00:17:22: das ist ein maximaler Radius von zwei Metern,

00:17:24: wo die sich entfernt von ihren Eltern aufhalten.

00:17:27: Wenn so ein Kind anfängt wegen ... - Am anderen Ende des Raumes vielleicht.

00:17:31: Nicht sofort hinrennen, ihr könnt einfach da sein.

00:17:34: Ihr könnt euer Kind liebevoll angucken, falls euer Blick sucht.

00:17:37: Falls das dann so ist, dass es euer Blick sucht

00:17:40: und dass eure Nähe sucht, wird es eine Körperbewegung,

00:17:43: also eine Bewegung auf euch zu machen oder die Arme ausstrecken.

00:17:46: Oder sonst irgendwas, das wird euch irgendwie signalisieren.

00:17:49: Jetzt brauche ich dich. Dann könnt ihr hingehen,

00:17:52: damit das Kind schon auch die Chance bekommt,

00:17:54: diese Emotion auch alleine zu bewältigen.

00:17:56: Und erst mal selbst zu verstehen, was ist da los?

00:17:59: Ist das gerade schaffen oder nicht? - Auf jeden Fall erst mal beobachten.

00:18:03: Erst mal eine Weile beobachten.

00:18:04: Wenn man merkt, das geht jetzt gar nicht weiter,

00:18:07: mein Kind knallt jetzt den Kopf gegen die Wand so.

00:18:09: Natürlich. - Das ist klar.

00:18:11: Ich finde das ganz spannend.

00:18:13: Und ich will nicht sagen, dass es jetzt daher kommt,

00:18:16: das Erwachsene sofort zu den Kindern hinrennen

00:18:19: und versuchen, den Frust wegzuhalten.

00:18:21: Aber es gibt wirklich viele Erwachsene,

00:18:24: die Korrigulation einfordern, die dann quasi durch die Gegend rennen

00:18:29: und einfach so alle aufscheuchen und versuchen,

00:18:32: eigentlich fordern die dann ein, dass alle zu denen hinkommen.

00:18:36: Und genau das fordern die ein,

00:18:38: dass alle aufspringen zu denen hingehen und sie korrigulieren.

00:18:41: Aber das macht man natürlich nicht immer Wachseneiter.

00:18:44: Das machen andere Leute nicht. - Aber das ist ja gar kein Korrigulier.

00:18:47: Also Erwachsene haben ja die meisten Erwachsenen,

00:18:51: die jetzt erwachsen sind, nicht gelernt,

00:18:53: ihre Emotionen zu fühlen, sondern sie zu unterdrücken.

00:18:56: Ich glaube, dass dieses Aufscheuchen

00:18:58: eine subtile Anforderung zur Korrigulation ist.

00:19:01: Nämlich so eine ...

00:19:02: Viele weichen nämlich aus auf dieses ...

00:19:05: "Ich ärgere jetzt andere, weil ich gerade verärgert bin."

00:19:09: Und es hat dich auch richtig, richtig, richtig stark.

00:19:12: Also mittlerweile nicht mehr, aber vor zwei Jahren oder so,

00:19:15: da war es doch immer, wenn ich schlecht gelaunt war,

00:19:17: war ich halt einfach so richtig,

00:19:19: hab ich halt versucht, dich auf die Palme zu bringen,

00:19:22: bis du irgendwann auch sauer warst.

00:19:24: Im Prinzip ist es auch einfach nur eine Aufforderung zur Korrigulation.

00:19:28: Das ist aber auch eine Art emotionaler Unterentwicklung,

00:19:31: wenn man das macht. - Ja, auf jeden Fall.

00:19:33: Dann hat man eben nicht gelernt,

00:19:35: selber Verantwortung für die Gefühle zu übernehmen.

00:19:38: Und ich finde das auch ganz spannend.

00:19:40: Und das ist, glaube ich, auch sehr wichtig im Hinblick auf Gefühle begleiten.

00:19:44: Ich glaube, viele von uns wissen nämlich gar nicht,

00:19:46: wie man wirklich mit Emotionen umgeht.

00:19:49: Und wie man die Verantwortung dafür übernimmt.

00:19:51: Und du hast das nämlich schon gesagt.

00:19:53: Eigentlich jetzt erst auch verstanden,

00:19:55: obwohl ich das schon oft gehört habe,

00:19:57: habe ich verstanden, dass, wenn man sich nicht gut fühlt,

00:20:01: der einzige Weg wirklich damit umzugehen,

00:20:04: ist, inner zu halten und dieses Gefühl zu fühlen.

00:20:07: Dieses Gefühl auszuhalten und einfach zu beobachten,

00:20:11: wie fühle ich mich, wie fühlt sich mein Körper an?

00:20:14: Was ist los?

00:20:15: Es ist nicht dieses, was, glaube ich, die meisten machen,

00:20:17: ist so, aber mir geht es irgendwie gut.

00:20:20: Das liegt bestimmt daran,

00:20:21: dass es einem Umstand die Verantwortung geben.

00:20:24: Irgendjemand oder irgendeiner, was auch immer los ist,

00:20:26: die Verantwortung geben.

00:20:27: Und das ist eigentlich falsch.

00:20:29: Es ist wirklich rein, dieses Fühlen.

00:20:32: Ja, weil auch generell einem Umstand die Verantwortung zu geben

00:20:35: komplett sinnlos ist,

00:20:36: weil ein Umstand kann euch in der einen Situation so fühlen lassen

00:20:39: und in der anderen Situation ganz anders.

00:20:41: Also, ich weiß nicht, es gibt halt ...

00:20:44: Wir fällt jetzt gerade kein Beispiel ein.

00:20:46: Wenn dir was runterfällt, kannst du dich entweder

00:20:49: in der einen Situation ärgerst du dich extrem darüber

00:20:52: und in der anderen Situation bist du so ...

00:20:54: Ach ja, okay, und wisch das einfach weg.

00:20:57: Das heißt, das eine mal bist du irgendwie halt wütend,

00:20:59: und das andere mal bist du so ... weiß ich nicht, gelassen.

00:21:02: Das heißt, ihr könnt halt gar nicht so wirklich äußeren Umständen

00:21:06: die Verantwortung für eure Emotionen übertragen.

00:21:09: Weil ihr selber durch euren Fokus bestimmt,

00:21:12: welche Emotionen ihr habt.

00:21:13: Und das klingt jetzt sehr abstrakt.

00:21:16: Aber ihr entscheidet quasi bei jeder Emotion selbst,

00:21:18: ob ihr diese Emotionen gerade leben wollt oder nicht.

00:21:21: Und natürlich ist es hochgradig mit Achtsamkeit verbunden,

00:21:26: dass man quasi eine Emotion wahrnimmt,

00:21:29: einen Umstand auch wahrnimmt

00:21:31: und sich dann aktiv dazu entscheidet,

00:21:33: wie man diesen Umstand bewertet.

00:21:35: Das braucht wahrscheinlich jahrelang Übungen,

00:21:38: dass man das halt so richtig ... - Kannst du mal fragen?

00:21:41: Ganz grundsätzlich, ihr habt's jetzt gehört, es ist möglich,

00:21:44: ihr seid kein Opfer von äußeren Umständen,

00:21:47: es ist möglich, dass ihr euren Fokus so kontrolliert,

00:21:50: dass ihr euch nicht als Opfer von äußeren Umständen fühlen müsst.

00:21:54: Und damit meine ich aber nicht,

00:21:56: und es ist mir jetzt auch noch mal wichtig zu sagen,

00:21:59: dass man negative Sachen aus dem Weg räumen sollte.

00:22:02: Genau, das ist halt auch so dieses ...

00:22:05: andere äußere Umstände verantwortlich zu machen,

00:22:08: so die Emotionen, die werden nicht von irgendeinem Gegenstand

00:22:12: oder von jemand anderem in uns reingeschickt,

00:22:15: die machen wir ja.

00:22:16: Die entstehen ja auch, je nachdem, wie wir Situationen bewerten,

00:22:20: wie wir den Fokus haben und wie wir damit umgehen.

00:22:23: Und das ist halt so krass, weil ich hab eigentlich, glaub ich,

00:22:26: jetzt erst und wirklich jetzt erst diese Woche,

00:22:28: letzte Woche irgendwann wirklich verstanden,

00:22:31: wie man sich reguliert.

00:22:32: Bei mir war es immer so, dass wenn ich mich schlecht gefühlt habe,

00:22:36: dass ich das dann aus dem Weg räumen wollte,

00:22:38: dass ich das Gefühl hatte, dass es schlecht,

00:22:41: und ich darf mich nicht so fühlen.

00:22:43: Dann hatte es mich frustriert, dass ich mich so fühle.

00:22:46: Weil ich mich schlecht fühle. - Ja, ich weiß.

00:22:48: Und das ist halt klar, das ist eine Abwärtsspirale.

00:22:51: Und so kann man niemals wirklich Gefühle regulieren.

00:22:54: Und dann gehen die Gefühle erst dann weg,

00:22:56: wenn man irgendwie eine Ablenkung hat.

00:22:58: So, wenn ich dann Sport mache oder irgendwas.

00:23:01: Das hilft natürlich, die Gefühle dann aus dem Weg zu räumen,

00:23:04: um halt bessere Voraussetzungen zu haben und einmal Abstand zu gewinnen.

00:23:08: Das ist hilfreich, aber das ist kein wirkliches Regulieren.

00:23:11: Ja, also okay, das Ding ist halt,

00:23:14: gerade mit dem Ablenken, ich glaube, das machen richtig viele.

00:23:17: Also anstatt dass sie halt irgendwie dann einfach die Stille aushalten.

00:23:21: Ich glaube, deshalb halten ...

00:23:23: Das ist jetzt nur meine Vermutung.

00:23:25: Das ist jetzt nicht was wissenschaftlich irgendwo gedeckt ist.

00:23:29: Aber ich hab die Vermutung, dass viele Menschen Emotionen

00:23:32: so wenig aushalten, dass sie auch einfach die Stille nicht mehr aushalten können.

00:23:36: Also durch unsere Welt, die ist so schnelllebig,

00:23:39: und wir sind zum Beispiel auch gar nicht mehr so richtig gewohnt,

00:23:42: sondern wir sind immer sofort, ich mein,

00:23:44: sogar wenn wir was auf Amazon bestellen, ist am nächsten Tag da.

00:23:48: Es ist alles immer sofort.

00:23:50: Dadurch verlernen wir, glaube ich, immer mehr irgendwie auch

00:23:53: mit den Emotionen und mit uns selbst alleine zu sein.

00:23:56: Und ich glaub, wenn halt dann so eine Situation ist,

00:23:59: wie man sitzt in der Bahn und hat keinen Gesprächspartner,

00:24:02: dann packen halt alle ihr Handy aus und gucken da drauf,

00:24:05: oder machen irgendwie ein Podcast an oder keine Ahnung was.

00:24:08: Weil dieses mit sich selbst alleine zu sein nicht aushaltbar ist,

00:24:12: was wir heute machen ist, okay, ich fühl mich nicht so gut,

00:24:15: hm, meine Serie angucken.

00:24:17: Also das passiert ja total schnell,

00:24:19: dass man sobald irgendwie lange Weile,

00:24:21: so eine Art Lehre aufkommt, dass man sich dann ablenkt.

00:24:26: Und jetzt, also ich möchte das nochmal festhalten,

00:24:29: Gefühle spüren einfach, einfach nur beobachten,

00:24:34: was ist das, ist total wichtig.

00:24:36: Und das Gefühl zu haben, dass es okay ist, das anzunehmen

00:24:40: und sich nicht deswegen schlecht zu fühlen,

00:24:42: dass man negative, also eine negative Emotion hat,

00:24:46: und sich nicht abzulenken.

00:24:48: Wenn man das weiß, wie man eigentlich Gefühle reguliert,

00:24:51: dann kann man sehr gut verstehen,

00:24:55: was eigentlich wichtig ist beim Gefühle Begleiten für Kinder.

00:24:58: Aber jetzt hast du Gefühle reguliert gesagt.

00:25:01: Was ist eigentlich ein regulierter Zustand?

00:25:04: Also ich glaub, es ist vielen auch gar nicht bewusst,

00:25:06: weil reguliert bedeutet ja eben genau nicht,

00:25:09: sondern reguliert bedeutet ja,

00:25:11: dass man quasi nicht gestresst ist mehr oder weniger.

00:25:16: Weil jetzt, wenn euer Kind einen Wutanfall hat,

00:25:19: dann hat es irgendeine Emotion zum Beispiel.

00:25:21: Eben Wut oder Traurigkeit oder Frust oder enttäuscht,

00:25:24: es ist egal, aber neben dieser Emotion existiert

00:25:27: noch ein anderer Zustand, nämlich Stress.

00:25:29: Weil wenn kein Stress existieren würde,

00:25:31: würde euer Kind keinen Wutanfall bekommen.

00:25:33: Und Stress ist schlecht, also Stress ist einfach schlecht

00:25:37: in unserem Körper.

00:25:38: Und wenn jetzt aber zum Beispiel euer Kind ...

00:25:41: Also, das mit dem Ablenken zum Beispiel,

00:25:44: wenn man jetzt irgendwie, weiß nicht, mal will vom Spielplatz gehen

00:25:48: und dann kriegt das einen Wutanfall,

00:25:50: man ist so, ja, hier ist aber dein Lieblings-Kick,

00:25:52: dann ist das Kind abgelenkt, hat das aber gelernt.

00:25:54: Ach, wenn ich schlecht fühle, wenn ich gestresst bin,

00:25:56: dann lenke ich mich ab, egal, ob es durch Essen ist.

00:25:59: Das wäre halt so ein Mechanismus,

00:26:00: den glaube ich sehr viele von uns gelernt haben.

00:26:03: Der zweite ist, der Vater, der quasi zu seinem Kind sagt,

00:26:07: "Sei jetzt leise, sonst setzt was."

00:26:10: Und dann ist das Kind leise.

00:26:12: Und die Eltern sind so, wir sind so gute Eltern,

00:26:14: unser Kind ist leise, wir sind Kings.

00:26:16: Das Ding ist halt, euer Kind ist leise, aber es ist halt, es ist ruhig.

00:26:20: Aber es ist nicht beruhigt.

00:26:22: Weil der Stress im Körper, der Cortisol-Spiegel,

00:26:26: also der Spiegel vom Stresshormon im Blut,

00:26:30: ist gleichbleibend hoch.

00:26:32: Der hat sich nicht verändert, null.

00:26:34: Aber das Kind ist jetzt ruhig. - Ja.

00:26:37: Und was lernt das Kind dadurch? - Zu unterdrücken.

00:26:41: Ja. - Und das ist eben genau das ...

00:26:43: Ich weiß sogar zu was das im Erwachsenenalter führt.

00:26:46: Zu chronischem Stress. - Ja.

00:26:48: Wow. - Ja, natürlich.

00:26:50: Und halt, ja, Gefühle, die man unterdrückt,

00:26:53: die kommen halt in irgendeiner Form wieder.

00:26:55: Noch stärker nach außen, in Form von richtigen, krassen Ausbrüchen,

00:27:00: dann auch immer wachsenden Alter.

00:27:01: Oder halt chronischer Stress, also nach innen.

00:27:04: Und das meine ich nämlich.

00:27:06: Gefühle regulieren bedeutet halt, die Gefühle spüren,

00:27:08: die Gefühle aushalten und einfach irgendwie bei den Gefühlen zu sein

00:27:13: und das anzunehmen und nicht ablenken und nicht unterdrücken.

00:27:17: Und auf rein biologischer Ebene bedeutet es einfach,

00:27:20: dass der Stresslevel, also der Cortisol-Spiegel wieder runtergeht,

00:27:23: dass das parasympathische Nervensystem aktiviert ist,

00:27:27: also das Nervensystem, was eben beruhigend auf eurer Herzschlag wirkt

00:27:32: und auf eure Herzfrequenz.

00:27:34: Das Ding ist halt auch einfach, ich hab dazu auch schon mal ein Video gemacht,

00:27:38: Kleinkinder haben noch nicht die Fähigkeit,

00:27:41: sich selbst zu regulieren, beziehungsweise nur begrenzt.

00:27:44: Deshalb ist es ja, wie wir schon gesagt haben,

00:27:47: wichtig, dass man beobachtet, was können sie schon, was können sie nicht.

00:27:50: Die kommen schon mit einem guten Regulationssystem auf die Welt,

00:27:54: die können das echt schon gut, das sind die Babys,

00:27:56: die man irgendwo ablegt und die einfach von alleine einschlafen.

00:27:59: Die sind einfach super reguliert,

00:28:01: die können das aus irgendeinem Grund

00:28:03: in ihrem Nervensystem einfach schon besser verankern.

00:28:05: Das ist sehr individuell, wie stark und wie plötzlich Emotionen

00:28:09: auf einen einwirken.

00:28:10: Genau, bei den meisten Kindern ist das nicht so.

00:28:13: Die brauchen da ein bisschen mehr Begleitung.

00:28:15: Und das liegt daran, dass ...

00:28:19: Ich glaube, jetzt bin ich mir nicht mehr zu 100 Prozent sicher,

00:28:22: aber der Vargosnerv ist doch eigentlich für unsere Emotionsregulation zuständig.

00:28:26: Nee, der Vargosnerv ist dazu da generell ...

00:28:28: Der gehört zum parasympathischen Nervensystem.

00:28:31: Der leitet generell, glaub ich, Information an den Körper weiter.

00:28:35: Und der muss einfach auf die Art stimuliert werden,

00:28:39: dass der quasi weitergibt,

00:28:41: wo ich alles gut das parasympathischen Nervensystem kann aktiviert werden.

00:28:46: Das ist alles in Ordnung.

00:28:47: Und diese Fähigkeit, also quasi diesen Vargosnerv,

00:28:52: so zu aktivieren, dass man sich beruhigt,

00:28:54: dass haben Kinder noch nicht, das haben viele Erwachsene auch noch nicht.

00:28:58: Ich glaub, die meisten tatsächlich,

00:29:00: weil sonst hätten wir, glaub ich, auch nicht so ein Defizit in der ...

00:29:04: Dadurch, dass die Erwachsene da einen Defizit haben,

00:29:07: haben die Kinder ja dann auch einen Defizit.

00:29:09: Die werden dann erwachsen und haben sie auch wieder einen Defizit.

00:29:13: Sonst hätten wir alle gar kein Problem damit,

00:29:15: dass sie selber wissen, wie man es macht.

00:29:17: "Aha ja, hier alles gut, lasst einfach raus,

00:29:21: wir spüren das jetzt kurz und dann ist auch schon wieder vorbei."

00:29:25: So.

00:29:26: Und das können halt Kinder noch nicht.

00:29:28: Deshalb ist es auch wichtig, dass man als Elternteiler da ist

00:29:31: und irgendwie halt ... wie jetzt mit dieser ...

00:29:33: zugewandten Haltung, also mit dieser Liebe,

00:29:36: die man einfach in sich drin spürt

00:29:37: und mit einer Ruhe, die man dadurch ausstrahlt,

00:29:40: dem Kind zu signalisieren, ohne große Worte,

00:29:42: und dann auch mit seinen Spiegelneuropen quasi, hey,

00:29:46: es ist alles gut, wir sind hier überhaupt nicht in Gefahr,

00:29:49: du darfst wütend sein, aber gestresst musst du eigentlich nicht sein.

00:29:53: Einfach ausstrahlen, hey, das ist alles okay,

00:29:56: das ist auch okay, dass du wütend bist.

00:29:58: Es ist ja eben wichtig, weil ich hab ja beschrieben,

00:30:01: dass bei mir so ist, dass ich mich schlecht fühle für meine Gefühle.

00:30:04: Es ist natürlich dann sehr wichtig, Kindern zu signalisieren,

00:30:08: hey, das ist okay, du darfst wütend sein, das ist alles normal,

00:30:11: du darfst traurig sein.

00:30:13: Und das ist nämlich, wenn wir dann versuchen,

00:30:15: irgendwie das Kind davon abzubringen oder abzulenken und so,

00:30:18: das ist ja auch wieder völlig das falsche Bild.

00:30:21: Oder wenn wir selbst den Stress geraten,

00:30:23: dann gehen wir den Kind ja nur mit, oder ist irgendwie schlecht,

00:30:26: macht das weg, so, nach dem Motto. - Ja, genau.

00:30:29: Ich glaube, ich muss grad drüber nachdenken, was du meintest,

00:30:32: mit "Es ist voll sinnlos, das so auf bewusster Ebene zu machen",

00:30:35: mit diesen Gefühle begleiten, was ich halt ...

00:30:38: Ich hab das in irgendeinem Buch gelesen,

00:30:40: wo ich dann auch mitspiegeln, als sie sagen, du bist traurig,

00:30:43: und dann auch so mitfühlen gucken.

00:30:45: Und dann soll man eben den Auslöser benennen,

00:30:47: also, du willst ein Keks haben, du bist traurig,

00:30:50: immer so auf das Kind einreden in Anführungszeichen,

00:30:52: dann muss jetzt nicht die ganze Zeit, keine Ahnung,

00:30:55: egal, auf jeden Fall, hab ich das halt so gelesen oder gelernt,

00:30:58: dass es dem Kind hilft.

00:30:59: Und dass man dann, wenn das Kind sich beruhigt,

00:31:02: halt dann quasi noch mal das Nein bestätigt.

00:31:04: Also, quasi du bist traurig, du willst ein Keks haben,

00:31:07: du bist traurig, du willst ein Keks haben,

00:31:09: und dann schon so, ja, aber du kriegst jetzt keinen Keks.

00:31:12: Und dann geht's halt wieder von vorne das.

00:31:14: Und ...

00:31:15: genau so haben wir's gelesen und gelernt,

00:31:19: und so haben wir's auch sehr lange gemacht.

00:31:21: Ich muss sagen, es ist jetzt auch nicht die schlechteste Variante.

00:31:24: Es war auf jeden Fall schon viel, viel besser,

00:31:26: als hemmungslos generell aufs Kind einzureden oder sonst irgendwas.

00:31:29: Aber ich glaube, dass das halt wieder den Zugang ...

00:31:32: zumacht zu, maybe hat's gar keinen richtigen Auslöser,

00:31:36: und eigentlich ist der Auslöser auch so ein bisschen irrelevant.

00:31:40: Heute weint mein Kind, weil's ein Keks will,

00:31:42: und morgen ist es, du kriegst ein Keks, krieg ich ein Keks,

00:31:46: nee, kriegst du nicht.

00:31:47: Okay, cool. - Ja.

00:31:48: Ich glaube tatsächlich, dieses Gefühl benennen

00:31:51: und den Auslöser benennen, das ist halt beides Psychodikation,

00:31:54: dass man das dann den Kind quasi sagt, hey, das ist passiert,

00:31:57: daher kommt jetzt das Gefühl, das ist das Gefühl so.

00:32:00: Und das ...

00:32:01: Aber ist es wegen dem Keks,

00:32:03: oder ist es vielleicht in dem Moment eher die Ablehnung,

00:32:05: zu sagen, ich war mal was gefragt und sie hat Nein gesagt?

00:32:08: Das ist halt schon so ein bisschen schwierig,

00:32:10: dann dem Kind den Auslöser irgendwie so wie aufzudrücken,

00:32:14: weil im Endeffekt weiß man immer, also steckt's ja nicht im Kind drin,

00:32:18: und du weißt auch nicht genau, was da los ist. - Ja.

00:32:20: Und ...

00:32:21: weshalb man das ja auch so machen soll,

00:32:24: dass, sobald das Kind sich beruhigt, dann noch mal sagen,

00:32:27: ist eben, weil du meintest, besser als die sinnlose Drauflabern,

00:32:30: das Kind ist nämlich in dem Moment, wo es halt ein Gefühlsausbruch hat,

00:32:34: kann das Sprache nicht richtig verarbeiten.

00:32:36: Und das Einzige, was beim Kind ankommt, sind Reize und Reize-Reizen.

00:32:41: So, und das macht's eigentlich noch schlimmer,

00:32:43: wenn man die ganze Zeit ...

00:32:44: Also, das Stress, das Gehirn noch weiter,

00:32:47: wenn immer noch mehr Informationen in Form von Sprache,

00:32:49: die es gerade überhaupt nicht verarbeiten kann,

00:32:51: auf das Kind, auf das Gehirn einwirkt,

00:32:54: das macht's dann noch schlechter.

00:32:55: Und das halb soll man dann, wenn man Informationen hat,

00:32:58: die man den Kind geben möchte, die man für wichtig hält,

00:33:01: warten, bis das Kind sich beruhigt hat.

00:33:03: Und in dem Moment in der Lage ist,

00:33:05: die Sprache zu verarbeiten.

00:33:07: Und dann, wenn das Kind sich beruhigt hat,

00:33:09: kann man sagen, nein, du kriegst aber kein Keks.

00:33:11: Deshalb sollte man das so machen.

00:33:13: Und ich glaub auch, dass es nicht die schlechteste Art

00:33:16: ist, Gefühle zu begleiten,

00:33:18: aber eben dieses Auslöser benennen, weiß ich nicht,

00:33:21: aber halt dieses dauernde Wiederholen.

00:33:24: Ja, und dann auch noch dieses draufrumreiten,

00:33:26: dieses Jahr, wo du kriegst keinen.

00:33:29: Und dann regst du wieder von vorne los.

00:33:31: Und dann wurde beschrieben in dem Buch, dass es wichtig ist,

00:33:34: dass alle Emotionen vom Tag mitverarbeitet werden müssen.

00:33:38: Und ich glaube ehrlich gesagt, dass es immer wieder

00:33:40: von vorne los geht, weil man nicht weitermacht.

00:33:43: Weil man immer wieder auf dem Thema rumreitet.

00:33:46: Ich hab jetzt die Erfahrung gemacht mit der ...

00:33:49: Ich nenn's jetzt einfach liebevolle Güte,

00:33:51: weil ich find, das klingt so passend.

00:33:53: Dass ich mit dieser liebevollen Güte auf die Kinder reagiert habe.

00:33:57: Und da hatte ich jetzt irgendwie ein paar Situationen.

00:34:00: Wir hatten ein Kindersitz vorne,

00:34:02: weil du hattest die Kinder abgeholt,

00:34:04: und dann sind wir zusammen einkaufen gefangen,

00:34:07: hab ich mich nach hinten gesetzt.

00:34:09: Aber ich fand das blöd, ich wollte auch bei dir sitzen

00:34:12: auf dem Rückweg wieder.

00:34:13: Deshalb bin ich mit unserem Kind zurück zum Auto

00:34:16: und meinte dann, ich mach jetzt deinen Kindersitz nach hinten.

00:34:20: Und das fand unser Kind richtig, richtig, richtig blöd.

00:34:23: Und da hab ich das das erste Mal ausprobiert

00:34:25: mit dieser Liebevollen Güte quasi.

00:34:28: Da war ich halt einfach so, okay, ich will jetzt gar nicht großartig was sagen.

00:34:32: Ich hab mich dann einfach eingeklettert,

00:34:34: und hat sich natürlich auf den Sitz schon drauf gesetzt.

00:34:37: Und so was.

00:34:38: Und hat so, nein, nein, nein, hat so irgendwie so ...

00:34:41: in die Luft geboxt und so sich halt so verteidigt,

00:34:44: um auf dem Sitz quasi zu bleiben.

00:34:46: Und ich hab mich dann einfach nur so runtergebeugt

00:34:49: und hab dann einfach nur diese Liebe halt in meinen Körper geschickt

00:34:52: und dann einfach nur meine Arme ausgestreckt.

00:34:55: Und einfach nur gewartet.

00:34:56: Und dann, das war halt superfaszinierend,

00:34:59: weil ich hab halt gar nichts mehr gesagt.

00:35:01: Unser Kind hat so die Arme ausgestreckt und dann wieder zurückgezogen,

00:35:05: hat noch mal ganz kurz irgendwie so noch mal diese Wut rausgelassen.

00:35:08: Und dann kam unser Kind zu mir auf den Arm,

00:35:10: und ich konnte den Sitz nach hinten machen, ohne Probleme.

00:35:14: Und ich hab da nicht mehr großartig drüber geredet.

00:35:16: Ich hab einmal gesagt, was ich will.

00:35:18: Und dann hab ich die Emotionen gemeinsam mit meinem Kind ausgehalten.

00:35:22: Und dann hab ich weitergemacht.

00:35:24: Und ich glaube halt, wenn ich dann noch mal gesagt hätte,

00:35:27: ja, du bist jetzt traurig, weil ich den Sitz nach hinten machen will,

00:35:31: dann hab ich das Sitz nach hinten gemacht.

00:35:33: Ja, ich überlege auch die ganze Zeit so ein bisschen so,

00:35:36: wie sieht jetzt das optimale Gefühl begleitet aus?

00:35:39: Und ich glaube ganz ehrlich, das ist total individuell.

00:35:42: Und man kann das gar nicht so pauschal sagen,

00:35:45: wie man sich jetzt immer verhalten soll.

00:35:47: Ich glaube, es gibt einfach nur die Grundsätze.

00:35:49: Man muss lernen, sich selber zu regulieren,

00:35:52: dass man auch wirklich reguliert ist bei dem Kind,

00:35:55: wenn man Gefühle begleitet, dass man wirklich liebevoll ist,

00:35:59: dass man auch nicht ohne, dass das Kind das möchte,

00:36:04: die Verantwortung für die Emotionen, für das Kind übernimmt.

00:36:07: Und dass man halt nicht die ganze Zeit quatscht.

00:36:10: Und ich glaub, meinetwegen, das Gefühl benennen,

00:36:13: vielleicht auch irgendwie so ein Gesichterstruck machen,

00:36:16: kann man vielleicht machen.

00:36:17: Aber das ist, glaube ich, gar nicht das Wichtigste jetzt für das Kind.

00:36:21: Ich glaube, aber gerade diese Psycho-Educationen,

00:36:23: Gefühle benennen und so,

00:36:25: ich glaub, das ist eigentlich gar nicht so schlecht,

00:36:27: was man gerade findet.

00:36:29: Und ich frag mich auch gerade, ob das überhaupt generell so ...

00:36:32: für Menschen generell so notwendig ist,

00:36:35: immer ganz genau zu wissen, was man fühlt,

00:36:37: solange man einfach weiß, wie man mit dem Gefühl quasi ...

00:36:40: Genau. Das glaube ich tatsächlich auch,

00:36:42: dass das wirklich das Wichtigste bei diesen Gefühlen ist,

00:36:45: das so zu spüren und zu merken, wie fühlt sich das an?

00:36:50: Und ganz ehrlich, man muss ...

00:36:51: Also, es ist natürlich schon sinnvoll,

00:36:54: dass wir miteinander sprechen können und sagen können,

00:36:57: das ist total wichtig, aber Gefühle sind so noonzenreich.

00:36:59: Und ihr könnt euch auch für irgendwelche Noonzen von Gefühlen

00:37:03: oder irgendwelche speziellen Gefühle,

00:37:05: ihr könnt euch auch selber Begriffe ausdenken.

00:37:08: Ich fühl mich gerade blippisch oder so, keine Ahnung.

00:37:11: So was kann man sich ausdenken.

00:37:12: Und das ist alles für euch,

00:37:14: ist das ja alles total valide und gut.

00:37:16: Um sich selbst zu regulieren,

00:37:18: muss man das, glaube ich, gar nicht so unbedingt benennen können.

00:37:21: Bei Kindern ja genauso. - Ja.

00:37:23: Ich fand das total spannend,

00:37:25: weil ich hab das auch schon in meiner Story erzählt.

00:37:28: Ich hab wieder mehr bewusst mit Meditation angefangen,

00:37:31: also ich hab da anscheinend schon öfter meditiert,

00:37:34: ohne dass ich wusste, was es ist.

00:37:35: Und jetzt hab ich angefangen, das zu machen.

00:37:38: Und hab in meinem Herzen halt ...

00:37:40: Also, ich hab durch meine Körperteile gegangen

00:37:43: und durch meine Organe, und dann hab ich in meinem Herz

00:37:45: Traurigkeit gefunden.

00:37:47: Ich hab gemerkt, ich dachte mir ging's gut,

00:37:49: bevor ich die Meditation angefangen hab,

00:37:51: dann hab ich mich so in meinem Herzen so, das Herz ist traurig.

00:37:55: Und dann bin ich einfach so weiter und so.

00:37:57: Das hat ein paar Tage angehalten,

00:37:59: mir ist aufgefangen, wenn die Kinder da sind,

00:38:01: dass mein Herz sich weniger traurig angefühlt hat.

00:38:04: Aber mir ist dann auch mit den Tagen bewusst geworden,

00:38:07: dass es sich trotzdem traurig anfühlt.

00:38:09: Und dann hab ich halt einfach meditiert.

00:38:11: In der Meditation ist es auch so, dass mal so alte Gefühle,

00:38:14: die nicht zu Ende gefühlt wurden, hochkommen.

00:38:17: Das hast du mir erklärt, ist auch wichtig,

00:38:19: dass man sich gar nicht so rational Gedanken darüber macht,

00:38:22: was jetzt genau die Ursache ist,

00:38:24: und auch in der Meditation gemacht hab ich das Gefühl,

00:38:27: das war einfach da, und ich hab während der Meditation

00:38:30: angefangen zu weinen.

00:38:31: Dann war das Gefühl halt wirklich stark.

00:38:33: Also, ich hatte dann auch den Tag dann ...

00:38:36: irgendwie so, war ich so ein bisschen emotional,

00:38:39: so ein bisschen wie so verkartet oder ausgelaut.

00:38:41: Und dann bin ich halt abends ins Bett und hab schon gemerkt,

00:38:45: dass mir nicht so gut geht, dass ich weinen möchte.

00:38:47: Ich hab aber gedacht, ich will jetzt aber auch einfach nur schlafen.

00:38:51: Und ich hab dann irgendwann nachts aufgewacht,

00:38:54: also ich glaub, so gegen halb drei,

00:38:56: und dann hab ich, glaub ich, drei oder vier Stunden

00:38:58: richtig, richtig geweint.

00:38:59: Also so richtig, richtig, richtig geweint,

00:39:01: als ob jemand gestorben wäre, so richtig verzweifelt.

00:39:04: Und irgendwie hatte ich dann auch immer wieder so,

00:39:07: wie so Emotion, also so Blitz,

00:39:08: dass ich halt zum Beispiel meine Eltern vermisse,

00:39:11: oder dass ich halt bestimmte Dinge irgendwie gerne anders hätte.

00:39:15: Also, ich weiß nicht, es war irgendwie ...

00:39:17: hat viel auch mit Vermissen zu tun gehabt,

00:39:19: dass ich lieber auf dem Dorf leben würde oder so bla bla bla.

00:39:22: Und am nächsten Tag ging's halt viel, viel besser.

00:39:26: Also, ich merk halt jetzt immer noch,

00:39:28: also jetzt, wenn ich so drüber rede, merke ich,

00:39:31: mein Herz ist immer noch ein bisschen traurig,

00:39:33: aber nicht mehr so doll, sondern halt noch so ganz leicht.

00:39:36: Und vor allem haben wir halt in der Woche drauf,

00:39:39: dann sind mir ganz viele Dinge eingefallen,

00:39:41: die ich halt machen kann, damit ich das, was mir fehlt,

00:39:44: ohne dass ich das je bewusst benannt habe,

00:39:46: damit das, was mir fehlt, halt wieder da ist.

00:39:49: Und ich halt irgendwie auch so schön,

00:39:51: also, man fühlt dieses Gefühl,

00:39:53: und danach ist man dann dazu in der Lage,

00:39:55: Wege einzuleiten, die dem Gefühl helfen quasi,

00:39:58: Raum zu finden oder halt nicht mehr so intensiv sein zu müssen,

00:40:02: oder was auch immer.

00:40:04: Also, ich weiß gar nicht, was ich ...

00:40:06: Oder halt, ja, dass das Gefühl am Ende konstruktiv ausgelegt wird.

00:40:09: Also, Gefühle wollen ja mir auch was sagen.

00:40:12: So, dass man auch wirklich hört,

00:40:14: was wollte mir das Gefühl sagen und das dann nutzt.

00:40:16: Ja, und das geht ja nicht,

00:40:18: weil das Gefühl halt immer nur wegdrückt.

00:40:20: Und wir hätten das, was wir jetzt halt so alles gemacht haben,

00:40:23: die letzte Woche oder die letzten Wochen dadurch,

00:40:26: hätten wir halt sonst nicht gemacht.

00:40:28: Und das hat uns, glaub ich, beiden auch gut getan, so.

00:40:31: Ja, total.

00:40:32: Es ist einfach so wichtig zu lernen,

00:40:35: wie man mit Gefühlen umgeht.

00:40:37: Und das bringen wir an seinen Kindern mit Gefühle begleiten bei.

00:40:42: Ach so, und was ich auch in dem Sinne ...

00:40:45: Also, ich finde, ich will jetzt nicht,

00:40:47: dass die Folge so rüberkommt, als ging's so um Toxic Positivity.

00:40:50: Also, man soll nicht immer alles positiv sehen oder so.

00:40:53: Ich glaub nur, es ist schon auch wichtig,

00:40:55: dass man selbst weiß, dass Emotionen halt bei einem selbst entstehen

00:40:59: und dass die einem schon noch etwas sagen wollen,

00:41:01: aber dass eine Emotion zu fühlen nicht gleich bedeutend ist mit,

00:41:05: ich bin ein Opfer.

00:41:06: Also, weil ich glaub halt viele denken,

00:41:08: dass, wenn sie zum Beispiel gestresst sind

00:41:10: und sich hilflos fühlen oder so, dass sie dann auch hilflos sind.

00:41:14: Dass sie den Gefühlen ausgeliefert sind.

00:41:16: Weil es dann auch eine Wahrheit ist.

00:41:18: Also, zum Beispiel, wenn ich wütend bin,

00:41:20: ist die Wahrheit, dass meine Wut berechtigt ist.

00:41:23: Oder wenn ich mich hilflos fühle, ist das die Wahrheit,

00:41:26: dass ich hilflos bin.

00:41:27: Aber ihr könnt halt bestimmte Dinge fühlen.

00:41:29: Und die sind für euch auch valide in dem Moment.

00:41:32: Und ihr dürft die auch komplett fühlen.

00:41:34: Und niemand schreibt euch vor,

00:41:35: was ihr zu fühlen habt, nur eine objektive Wahrheit,

00:41:38: sind eure Gefühle einfach nicht.

00:41:40: Also, da gibt es ... - Ja, total.

00:41:43: Weil, genau, also ...

00:41:44: ihr seid halt nicht hilflos, nur weil ihr euch so fühlt.

00:41:47: Also ...

00:41:48: Ich weiß nicht ...

00:41:50: Ich hab da jetzt in dem Buch, was ich grad leset,

00:41:52: das ist jetzt ein Beispiel, wo es nur so darum geht,

00:41:55: dass halt viel mehr im Gehirn quasi ...

00:41:57: was Handlungsmacht angeht, auch viel mehr im Gehirn stattfindet,

00:42:01: als in der Realität, da war so 'ne Frau.

00:42:03: Die hat irgendwie ...

00:42:04: Die einige Hirnhälfte funktionierte nicht mehr oder so,

00:42:07: und sie konnte deshalb ihren Arm nicht mehr bewegen.

00:42:10: Und diese Frau, die hat aber nicht gewusst,

00:42:13: dass sie ihren Arm nicht bewegen kann.

00:42:15: Es kommt irgendwie öfter vor bei dieser Art von Patienten.

00:42:18: Und die wusste auch nicht, dass sie den Unfall hatte

00:42:21: und diese Behinderung hat.

00:42:23: Und ...

00:42:24: Da wurde halt beobachtet, oder ich glaube,

00:42:26: es wurde bei vielen Patienten dieser Art beobachtet,

00:42:29: die halt nicht wissen, dass sie ein bestimmtes Körperteil nicht bewegen.

00:42:33: Da wurde beobachtet, dass sie im Alter nicht niemals erwähnt,

00:42:37: dass sie halt dieses Körperteil nicht bewegen kann.

00:42:40: Und dass sie sich auch nie darüber beschwert.

00:42:42: Das war keine Erwähnung, als ob alles ganz normal wäre.

00:42:45: Und wenn sie gefragt wurde, ob sie ihr Körperteil bewegen kann,

00:42:50: dann hat man im Gehirn gemessen, dass alle Areale aktiviert wurden,

00:42:53: die das Körperteil bewegen würden.

00:42:56: Und dass in ihrem Gehirn außerdem das Belohnungssystem aktiviert wurde,

00:43:00: was quasi ihr gesagt habt, es hat geklappt.

00:43:02: Und deshalb ist sie die ganze Zeit durch die Gegend gelaufen

00:43:05: mit der Meinung, dass sie ihren Arm bewegen kann,

00:43:08: obwohl es eigentlich nicht so war.

00:43:10: Spannend. - Das find ich auch richtig spannend.

00:43:12: Ich finde das verdeutlicht aber eben auch,

00:43:14: dass man muss nicht so viel drüber nachdenken,

00:43:17: aber man kann zuversichtlich bleiben.

00:43:20: Ich glaub, das stand auch in dem Buch,

00:43:22: da war auch noch so eine andere irgendwie so Kriegsgefangene,

00:43:25: die einfach davon ausgehen, dass sie irgendwann befreit werden

00:43:29: und einfach diese Hoffnung nicht verlieren,

00:43:31: am Ende viel besser auch mit dem Trauma klarkommen und so.

00:43:35: In der Folge hat sich unser Mindset verändert.

00:43:37: Hatten wir auch schon so ein bisschen drüber gesprochen,

00:43:40: dass man die eigene Realität quasi schaffen kann

00:43:43: durch so gezielten Fokus und so.

00:43:45: Da kann man auch Kommentare, so hat ihr geschrieben haben,

00:43:48: dass da, dass die Meinung dann nicht mehr weit weg ist.

00:43:52: Ich glaub auch, weil du meintest, man kann alles schaffen,

00:43:55: wenn man es will.

00:43:57: Dass dann aber die Meinung nicht weit weg ist,

00:43:59: dass zum Beispiel von Armut betroffenen Menschen

00:44:01: selber schuld sind an ihre Armut.

00:44:04: Und das fand ich, also sind wir überhaupt nicht der Meinung.

00:44:08: Wir haben auch eine Folge gemacht, arme Kinder,

00:44:10: heißt die, glaube ich, wo es auch wirklich darum geht,

00:44:13: wie schlecht die Aufstiegsschancen auch hier sind.

00:44:17: In Deutschland sind die wirklich sehr schlecht,

00:44:20: so einen sozialen Aufstieg zu schaffen.

00:44:22: Und ich glaube auch, dass wir privilegierte Menschen,

00:44:25: weil es ist wirklich sehr unwahrscheinlich,

00:44:28: einen sozialen Aufstieg zu schaffen.

00:44:30: Und wir privilegierte Menschen müssen uns auch vor Augen führen,

00:44:33: dass wir, wenn wir in dieser Situation wären,

00:44:36: einfach der reinen Wahrscheinlichkeit nach,

00:44:38: nicht in der Lage wären, sozial aufzusteigen.

00:44:42: Man muss an sich schon an die eigene Nase fassen.

00:44:45: Aber worüber wir sprechen, worum es eigentlich geht,

00:44:48: ist einfach ein Skill das Beste aus der Situation zu machen.

00:44:52: Und das müssen wir einfach lernen.

00:44:55: Das muss man lernen, egal ob man privilegiert ist oder arm ist.

00:44:58: Man muss lernen, man kann trainieren, das Gute zu fokussieren.

00:45:03: Und immer das Beste aus den Umständen zu machen.

00:45:06: Das kann man immer machen, egal, wie die Umstände sind.

00:45:09: Aber ich finde z.B. auch egal, in welcher sozialen Schichten Kind aufwächst,

00:45:13: sollte man ihm immer sagen, du kannst alles schaffen, was du willst.

00:45:17: Weil ich finde halt, natürlich ist es mit Privilegien verbunden.

00:45:21: Und natürlich ist es halt auch ...

00:45:24: Ich kann mir vorstellen, dass viele es nicht sagen,

00:45:27: weil es auf eine Art umgegemein oder zündig stinkt.

00:45:30: Und halt Kinder haben noch so eine unbedarfte Motivation.

00:45:35: Und so, die sind noch so, die träumen einfach noch nicht.

00:45:38: Ich glaube halt, dass vieles auch damit zusammenhängt,

00:45:41: dass Menschen aufhören zu träumen.

00:45:43: Weil ihre Situation da auch wenig Spielraum lassen.

00:45:46: Und weil man halt eben in so eine Hilflosigkeit einfach reinkommt.

00:45:50: Aber wie halt mit der Frau mit den Armen ...

00:45:53: Weil sich da auch auf die Umstände nicht ändern lassen.

00:45:56: Die Umstände sind so, wie sie sind.

00:45:58: Man kann das Beste daraus machen. - Muss man nicht.

00:46:01: Aber man kann. - Genau.

00:46:02: Man kann halt einfach ...

00:46:03: Ich glaube, das ist halt auch unfair, weil ihr habt halt ...

00:46:06: Ihr könnt euch jederzeit dazu entscheiden quasi ...

00:46:10: Manchmal will man auch einfach ...

00:46:12: Jetzt einfach sich irgendwie nichts daran ändern.

00:46:14: Manchmal will man auch einfach, weiß ich auch nicht,

00:46:17: nicht gesund werden oder was auch immer.

00:46:19: Das ist ja im Prinzip auch ...

00:46:21: Das klingt jetzt, ich weiß nicht, ob man das so sagen kann,

00:46:24: aber auch gerade mit so Krankheiten wie Depression oder so.

00:46:27: Dass man die Krankheit quasi Heil-Erfolg hat.

00:46:30: Natürlich mit psychischer, also mit therapeutischer Begleitung.

00:46:34: Aber Ausschlag gegen geben, ob die Person therapeutischen Erfolg hat,

00:46:37: ist schon auch, ob die Person therapeutischen Erfolg haben will.

00:46:41: Natürlich schafft sie das vielleicht nicht alleine oder ganz sicher.

00:46:44: Wenn man eine schwere Depression hat, schafft man das nicht alleine daraus.

00:46:48: Nur gleichzeitig schafft man es auf gar keinen Fall

00:46:51: aus der schweren Depression raus,

00:46:53: wenn man nicht auch den inneren Drang hat, es rauszuschaffen.

00:46:57: Man will sich scheiße fühlen.

00:46:58: Nee, das stimmt so nicht.

00:47:01: Weil zum Beispiel, als ich aufgehört habe,

00:47:03: also, als ich wirklich entschlossen habe,

00:47:06: dass ich keine Essstörung mehr haben will,

00:47:08: und dann angefangen habe, mich damit auseinanderzusetzen,

00:47:11: waren zum Beispiel meine Rückfälle auch viel damit verbunden,

00:47:14: dass ich gar nicht wusste, wer ich bin ohne meine Essstörung.

00:47:18: Und ich glaube halt, das hätte ich nicht rausgefunden,

00:47:21: ohne therapeutische Begleitung.

00:47:23: Aber ich glaube halt, dass es schon auch identitätsstiftend sein kann,

00:47:26: dass man eine lange unter einer bestimmten psychischen Erkrankung leidet,

00:47:30: und dass dann diese psychische Erkrankung mehr oder weniger

00:47:33: hinter sich zu lassen oder diese Art und Weise zu leben,

00:47:36: dass es halt mit so vielen Ängsten verbunden sein kann,

00:47:39: weil man einen ganz neuen Weg gehen muss.

00:47:42: Dass das halt schon auch damit zusammenhängt,

00:47:44: dass halt dann eine Krankheit schwieriger zu überwinden ist.

00:47:47: Weil man sich vielleicht auch mental gar nicht vorstellen kann,

00:47:51: wie das jetzt ohne die Krankheit sein würde.

00:47:53: Ja, und ich glaube halt, diese Krankheiten,

00:47:55: die haben ja einen Grund, der in unserer Psyche liegt.

00:47:59: Und ich denke, es ist nicht von der Hand zu weisen,

00:48:02: dass unsere Psyche eigentlich das Mittel ist, um das zu ändern.

00:48:06: So dass das wichtigste Mittel mit therapeutischer Begleitung,

00:48:11: mit Hilfestellung, die man halt braucht.

00:48:13: Aber am Ende ist es, glaube ich, eher das, was in uns drin ist,

00:48:17: was uns dazu bemächtigt, so was zu überwinden.

00:48:23: Das heißt jetzt nicht, dass es einfach ist.

00:48:25: Das klingt halt so einfach, dass man sagt,

00:48:27: du, das ist super schwierig.

00:48:29: Also für manche ist es wahrscheinlich in dem langen Unmöglichkeit.

00:48:33: Es ist eben nicht dieses, du bist selbst schuld an deiner Lage,

00:48:37: sondern es ist dieses, du kannst Hoffnung haben.

00:48:40: Du kannst es schaffen. Das wollen wir jetzt sagen.

00:48:42: Wir wollen nie sagen, jemand, den es nicht gut geht,

00:48:45: ist selbst schuld daran.

00:48:47: Wir wollen einfach nur sagen, jemand, den es nicht gut ist,

00:48:50: kann die Hoffnung haben.

00:48:51: Genau, nur weil es dir nicht gut geht, heißt es nicht,

00:48:54: dass es dir niemals besser gehen wird.

00:48:56: Ich glaube halt, viele verlieren einfach auf dem Weg,

00:48:59: das Erwachsen werden ist die Hoffnung.

00:49:01: Aber was ich halt meinen Kindern beibringe

00:49:04: oder was ich jetzt auch angefangen habe, beizubringen,

00:49:07: was mir auch super wichtig ist, ist eben dieses,

00:49:09: du kannst alles schaffen.

00:49:11: Was du erreichen wirst, ist das einzige,

00:49:13: was dich quasi aufhalten kann, bist du selbst.

00:49:17: Aber das muss man eben auch lernen.

00:49:20: So den Fokus zu setzen, dass man das kann.

00:49:24: Deshalb ist auch niemand selbst schuld an irgendeiner schwierigen Lage.

00:49:29: Aber alle dürfen Hoffnung haben.

00:49:31: Genau.

00:49:32: Und alle dürfen ihr Bestes geben, da irgendwie rauszukommen.

00:49:35: Ich habe auch noch einen Feedback zu der Mindset-Folge.

00:49:40: Und zwar gibt es tatsächlich sogar Studien darüber,

00:49:43: dass Menschen, die wissen, dass es ein Placebo ist,

00:49:47: trotzdem irgendwie eine Wirkung haben.

00:49:49: Ja, das fand ich irgendwie ...

00:49:50: ... ja, auch in meinem Buch gehört.

00:49:54: Ja, fand ich irgendwie witzig.

00:49:55: Ja.

00:49:56: Ah, genau.

00:49:58: Liebe Malis, ich höre gerade eure neue Folge

00:50:00: und finde die Themen super wichtig, die ihr ansprecht.

00:50:03: Also es geht um diese politische Folge.

00:50:05: Okay, also es geht um die Folge, warum wir politisch aktiv werden,

00:50:08: ich glaube, die letzte auf jeden Fall.

00:50:10: Liebe Malis, ich höre gerade eure neue Folge

00:50:12: und ich finde die Themen super wichtig, die ihr ansprecht.

00:50:15: Eine Sache ist mir noch wichtig zu sagen,

00:50:18: die Aussage, ich sehe keine Hautfarbe, ist rassistisch,

00:50:20: weil man damit Diskriminierung und andere Lebensrealitäten

00:50:23: von schwarzen POC nicht gesehen werden.

00:50:25: Und leider sind auch viele Menschen, die schwarze Freund*innen haben,

00:50:29: tatsächlich rassistisch, wie Frauen sexistisch sein können.

00:50:32: Das haben wir im Endeffekt auch gesagt, ich glaube,

00:50:35: sie hat das falsch verstanden, aber ich wollte es nur noch mal klarstellen.

00:50:38: Ich glaube, das Wurde war eine Anmerkung, weil das wichtig ist.

00:50:42: Ich finde das auch wichtig.

00:50:43: Also zu sagen, ich sehe keine Hautfarbe, ist rassistisch,

00:50:46: weil man damit Diskriminierungs- oder Rassismus unsichtbar macht.

00:50:50: Das war eine sehr gute Hautfarbe.

00:50:52: Das ist diese typische Verwendung davon.

00:50:54: Nur weil man andere, also schwarze oder BPOC als Freund hat,

00:50:58: kann man trotzdem rassistisch sein.

00:51:00: Aber das war ja auch genau der Punkt,

00:51:02: den ich mit dem Beispiel eigentlich machen wollte.

00:51:05: Deshalb dachte ich, dass es rüberkommt,

00:51:07: aber vielleicht wollte ich nur die Missverständnisse aufräumen.

00:51:11: Genau. - Okay.

00:51:12: Gut, das war's.

00:51:13: Vielen Dank auch für solche Anmerkungen und für Feedback.

00:51:17: Gewertet gerne fünf Sterne und halt unseren Podcast.

00:51:20: Und kommentiert mal, wie ihr die Gefühle eurer Kinder begleitet,

00:51:23: das würde mich auch interessieren.

00:51:25: Ob ihr da vielleicht bei einem oder anderen Klick gemacht habt.

00:51:28: Vielleicht habt ihr aber auch noch Fragen zu dem Thema.

00:51:31: Dann schreibt gerne.

00:51:33: Okay, und dann hören wir uns nächsten Mal wieder

00:51:36: beim nächsten Motivator.

00:51:37: Tschüss. - Tschüss.

00:51:39: (Dynamische Musik)

00:51:40: SWR 2020

00:51:43: (Dynamische Musik)

00:51:45: SWR 2020

00:51:48: (Dynamische Musik)

00:51:51: SWR 2020

00:51:54: Copyright WDR 2020

00:51:56: * Musik *

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